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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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648
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648 Racan Racine (Jean de)

teln. Nach 17 Jahren erst durfte er wieder an den Hof kommen, den er indessen bald wiederverließ, weil er sich vom Könige mitKälte ausgenommen sah. Er starb zu Autun amS.Apr.

1693. Außer den genannten Schriften hat man von ihmv-lemoirs8" (2 Bde., Par. > 698)undI^ttres" (7 Bde.), welche für die Sittengeschichte seiner Zeit nicht ohne Werth sind.

Eine seiner Töchter war Nonne in Paris und schrieb, außer mehren sprachlich bedeutendenWerken, den interessantenVbreFS cke la vie <Ie Ssint-k'rsnoois <ie 8ules" (Par. 1769).

Racan (Honorat de Bueil oder Beuil, Marquis de), der beste Jdyllendichter der Fran-zosen, geb. >599 zu la Roche-Racan in der Touraine, gest. daselbst im Febr. 1679, warmseiner Jugend Page am Hofe Heinrich's IV. Im Hause seines Oheims, des Herzogs vonBellcgarde, lernke er den Dichter Malherbe kennen, der sich des talentvollen Jünglings, dessenerster Unterricht nicht sehr sorgfältig gewesen zu sein scheint, annahm und ihn poetisch ans-bildete. Nachdem R. als Offizier einige Feldzüge mitgemacht hatte, ließ er fich in Paris nie-der und verbrachte sein Leben im Umgänge mit den ausgezeichnetsten Männern der damaligenZeit. Er war eines der ersten Mitglieder der franz. Akademie. Seinevergeriee", kleineSchäferdramen im Geschmacke des?sstor tick«", sind liebliche Bilder des Landlebens, indenen sich ein anmuthiger Sinn und eine gemüthliche Nuhe des Charakters aussprechen. ZnSprache und Stil erkennt man R. als den Zögling des correcten Malherbe, dessen Lebener auch beschrieben hat. Seine sämmtlichen Gedichte erschienen unter dem TitelOeuvreset zioesies clirätiennos" (Par. 1669; neue Ausg., 2 Bde., Par. 172-1).

Race nennt man beiThieren einen Stamm, der in seinen äußern und inner«, in seinenfesten und flüssigenTheilen so conform und constant und fest ausgebildet ist, daß er sich durch ,seine immerwährende genetische Kraft allein, selbst unter äußern zeitlichen Gegenwirkungen,conform und constant erhält und fortpflanzt. Zufällige, nicht bleibende und sich nicht fort-erbende Änderungen an der Größe, Gestaltung und Farbe einzelner Thiere von irgend einerRace geben den Begriff von Spielarten. Die Racen entstehen nicht nur durch den fort-gesetzten Einfluß der Ortsverhältnisse in Hinsicht auf Klima, Lage und Nahrung, sondernauch durch künstliche Einwirkung, namentlich durch besondere Auswahl der Zuchtthiere, um 'gewisse Eigenschaftenin der Nachkommenschaft bleibend zu begründen. (S. Kreuzungund Inzucht.) Über die Racen der Menschen, s. Mensch.

Rachel (Joachim), satirischer Dichter, geb. am 28. Febr. 161 8 zu Lunden in Norder-dithmarsen, war Rector der Schule zu Norden in Ostfriesland und dann an der zu Schles-wig, wo er am 3. Mai 1669 starb. Es gibt von R. lat. Gedichte, auch einen, größtenteilsnach Hugo Grotius übersetzten Katechismus; von Bedeutung für die deutsche Literatur-geschichte ist er aber durch seineDeutschen satirischen Gedichte" (Franks. >66-1; neuestAusg. von Schröder, Altona 1828). Diese sechs, in den später» Ausgaben zehn Satire«',von deren beiden letzten die Echtheit aber nicht ausgemacht ist, haben das Verdienst, eineDichtgattung, welche bis dahin in Deutschland nur kunstlos, ja meist roh im Volksrnundebehandelt war, zuerst nach den Vorbildern der röm. Dichter künstlerisch ausgebildet zu haben.Sie beziehen sich auf Verhältnisse des Privatlebens, z. B. die Kinderzucht. Seine Satirenzeigen mehr sittlich strengen Eifer als Humor und Laune, mehr nüchterne Reflexion als un-mittelbare Anschauung des Lebens; doch nimmt er durch Reinheit der Form und Lebendigkeitund Wahrheit des Inhalts unter den Dichtern der ersten schles. Dichterschule, deren Rieh' !tungertheilt, einen ehrenvollen Platz ein. EinNiederdeutsches Volkslied" von R-, wel-ches die Sitten und Gebräuche der Dithmarsen schildert, ist in A. Viet'sDithmarsischerChronik" abgedruckt.

Racine (Jean de), der größte Tragiker der Franzosen, wurde zu Lafertö-Milon iwDepartement Aisne am 21. Dec. 1639 geboren, und da er schon in seinem dritten Jahre dieAltern verlor, von seinem Esoßvater väterlicher Seits, der königlicher Procurator war, daunauf dem Collegium von Beauvais und darauf in dem vonJansenisten geleiteten Ollege 6"OrsnZes in der Nähe vom Portroyal erzogen. Durch seine berühmten Lehrer Lemaistre deSacy und besonders durch den Hellenisten Lancelot wurde er in das Studium der griech-Literatur eingeweiht. Der Eifer, mit dem er sich demselben hingab, schien seiner anderweiti-gen Ausbildung nachtheilig zu werden, sodaß seine Lehrer ihm Schranken setzen zu müssenglaubten. So wurde ihm einst ein Exemplar von Heliodor's anmuthigem Romane wegge-