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des Volks auf, und auch in die lehtern, in die bis dahin Quästoren geschickt worden waren,kamen jetzt nur noch kaiserliche Procuratoren oder Rationales; dennoch erhielt sich die Quä-stur, bei deren Antritt Festspiele gegeben werden mußten, ohne innere Bedeutung alsTitular-magistrat noch geraume Zeit.
Quatember ist aus cpistuor towpora, d. i. die vier Jahreszeiten, entstanden. DieQuatember, die als Epochen für manche bürgerliche Geschäfte und Entrichtung von Steuerndienen, sind in einigen Gegenden Ostern, Johannis, Michaelis und Weihnachten; in andern,z. B- in Sachsen, Reminiscere (27. Febr.), Trinitatis (28. Mai), Crucis (17. Sept.) undLucia (17. Dec.); in noch andern, z. B. in Nürnberg, Lichtmeß, Walpurgis, Laurenkii undAllerheiligen. Bei den Katholiken sind die Quatember vier Fasttage, welche am Mittwoch,Freitag und Sonnabend vor gewissen Feiertagen beobachtet werden und sich mit diesenjährlich ändern.
Quatrain (franz.) nennt man in der Dichtkunst theils eine aus vier Vcrsewbeste-hende Strophe, theils ein selbständiges kleineres Gedicht von vier Versen. Dergleichen klei-nere Gedichte, wie sie zunächst von den Franzosen ausgingen, wurden nicht blos zu ernstenVeranlassungen, sondern auch zum Scherz und zur Tändelei oder Spielerei benutzt und fin-den sich in der Poesie fast aller neuern Nationen. -
Quatre-Bras, eine Meierei in der belg. Provinz Südbrabant, zum Bezirk Nivelles !gehörig und auf einem Plateau gelegen. Zn der Nähe derselben durchschncidet die Straße 'von Charleroi nach Brüssel die von Namur nach Nivelles. Der Ort ist durch die Schlachtbei Ligny (s.d.), am 16. Juni I8l5, geschichtlich merkwürdig geworden. Während Napo-leon die Preußen bei Ligny angriff, sollte Ney an der Spitze eines starken Corps die engl.-braunschweig.-niederländ. Armee zu Quatre-Bras aufhalten. Die Absicht Napolcon's,welche auf eine Trennung der Verbündeten hinauslies, wurde durch unaufgeklärte ZufälleniHt vollständig erreicht. Aus beiden Seiten blieben in den Gefechten zu Quatre-Bras un-gefähr 5666 M., darunter der Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig.
Quatremere de Quincy (Ant. Chrysostöme), Mitglied der Akademie der Inschrif-ten und der schönen Künste, beständiger Secretair der Akademie der schönen Künste, gcb. zuParis am28.Oct. 1758, war vor der Revolution Rath beim Gerichtshöfe des Chätelet. AlsMitglied der Gesetzgebenden Versammlung zeigte er sich als eifrigen Vertheidiger der Monar-chie. Während der Schreckensherrschaft brachte er dreizehn Monate im Gefängnisse zu.Am 5. Oct. 1795 stand er mit an der Spitze des gegen den Convent gerichteten Aufstandesund wurde deshalb zum Tode verurtheilt, fand aber Gelegenheit zu entkommen. Nachdem1796 unter veränderten Umständen eineZury erklärt hatte, daß 1795 gar kein Aufstandgewesen, erschien auch Q. wieder in Paris und wurde 1797 Abgeordneter des Seinedeparte-ments bei dem Gesetzgebenden Körper und Mitglied des Raths der Fünfhundert. Da ihn ,aber seine Grundsätze zur Partei Clichy Hintrieben, so sah er nach dem 18. Fructidor wiederdie Ächtung über sich verhangen, entging indeß durch die Flucht der Deportation nachCayenne. Nach dem 18. Brumaire zurückberufen, wurde er 1869 Mitglied des Raths desSeinedepartements und 1863 in das Institut ausgenommen, dessen historische Classe sein„»lömoire sur I'etat <ie I'arcbitectnre eben le» Lg^ptieos" (Par. 1863) gekrönt hatte.Seitdem beschäftigte er sich vorzugsweise mitKunststudien. Zn der Folge wurde er General-secretair des Raths im Seincdepartement und im Institut Mitglied der Elasten der Geschichteund alten Literatur. Ludwig XVIII. ernannte ihn nach der Restauration zum Offizier derEhrenlegion, zum königlichen Censor, zum Intendanten der Künste und öffentlichen Denk-male und zum Mitglied des Conseils für den öffentlichen Unterricht. Während der Hun-dert Tage verlor er die beiden lehtern Anstellungen. Dafür wurde er 1816 durch könig-liche Ordonnanz in die neuorganistrte Akademie ausgenommen, bei der Redaction des „äour-Iisl <I«8 »avant»" für das Kunstfach angestellt, immerwahrender Secretair der königlichenAkademie der schönen Künste und 182-1 Censor für das Theater. Don seinen zahlreichenWerken nennen wir das „Oictionusire <I'srcI>itect»re" (3 Bde., Par. 1786—1828, 1.),für die „Linc^-clopeclie metliollicpie"; „I.e äiipiter ol^inpiea, ou I'srt <Is I» xculptnre m>-tigne etc." (Par. 181-1, Fol., mit Kpfrn.); „Oe la nsturs, <I,i but et cle» moxeos <Ie I'imitstion tlrmr !e» beaux arts" (Par. >823), eine der bessern Leistungen der kränz. Ästhetik;