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christlichen Lehren geht klar hervor, daß, wenn sie gleich scholastische Ausdrücke zu vermeidensuchen und sich lieber an das einfache Vibclwort halten, sic doch in allen Hauptartikeln mirden Symbolen der allgemeinen protestantischen Kirche übcreinstimmen und zu den wabrhastrechtgläubigen,Christen gehören.
In der Überzeugung, daß es Prärogativ Gottes sei, sich selbst auf eigene Weise denMenschen zu offenbaren, ziehen sie vor, sich bei Darstellung ihrer religiösen Ansichten undMeinungen so viel als möglich an dieWorte der heiligen Schrift zu halten. In vollkommenerÜbereinstimmung mit dieser haben sie immeraneinen Gott, den allmächtigen Vater, denSchöpfer des Himmels und der Erde, geglaubt. Sie glauben an Jesum Christum, den eingebo-renen Sohn Gottes, durch den Alles gemacht ist, was gemacht ist, der von Anbeginn bei demVater verherrlicht, und selbst Gott ist über Alles, gelobet in Ewigkeit. Sieglauben an den hei-ligen Geist, ausgehend vom Vater und vom Sohne, den Führer, Heiliger und Tröster seinesVolks, und glauben, daß diese Drei, Vater, Sohn und heiliger Geist, Ein Gott sind. AusAnhänglichkeit an das einfache und von Gott selbst eingegebene Bibelwort, und aus Ab-neigung gegen eine dogmatische Terminologieundalle von den Schulen erdachtenDcfinitionen,vermeiden sie zwar den nicht biblischen Ausdruck der Dreieinigkeit, dennoch ist cs klar, daß siedas Wesentliche, den Kern der protestantischen Dreieinigkcitslehre, gläubig a-uffassen, midi»ihrer Anwendung dieser Lehre auf das große Werk der Erlösung erkennen sicJesum Christumsowol als wahren Menschen wie als wahren Gott an, indem sie nach der Bibel glauben, daßdas Wort, welches im Anfang war bei Gott und Gott war, Fleisch wurde und unter denMenschen wohnte, daß es war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen'erleuchtet,welche in diese Welt kommen. Den Menschen betrachten sie, in völliger Anerkennung derLehre des Sündenfalles, in seiner gefallenen Natur und sich selbst überlassen, als ganz vonGott abgeneigt und dem Bösen zugethan. Daher glauben sie, daß alle Menschen Sündersind, des Ruhms vor Gott ermangeln und daher seinem göttlichen Zorne ausgeseht sind; sieglauben ferner, daß die Menschen nur durch die Bannherzigkeit Gottes in Jesum Christumin den St-md der Versöhnung erhoben werden, und nur durch den Glauben an das alsSühnopfer vergossene Blut des Gotteslammes Vergebung der Sünden, sowie Heiligungihrer Herzen durch die Kraft des heiligen Geistes erlangen können.
Auf diesen breiten Grund bauen sie nun ihr Lehrgebäude weiter auf und fort, indemsie dabei die heilige Schrift, als von Gott eingegeben und daher nühe zur Lehre, zur Strafe,zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, als Richtschnur annehmen, und sichimmer bereit gezeigt haben, daß man ihren Glauben und Wandel nach diesem Prüfsteinerichte. Das, worin sie sich von andern Christen besonders unterscheiden und was man alsKern und Wurzel der eigenthümlichen Lehren dieser Sekte zu betrachten hat, ist, was sicselbst für eine schriftmäßigere und vollkommnere Anerkennung der Universalität und der er-kennbaren (sensiblen) Leitung des heiligen Geistes ansehen. Sie glauben, daß das Licht desGeistes Christi einen jeden in die Welt kommenden Menschen theilwcise erleuchtet; daß diesegensvollen Wirkungen des Opfertodes Christi sich eben so weit erstrecken als die Folgen derAdamischen Übertretung, und daß diesem zufolge selbstDiejenigen, welche sich nicht der äußernKenntniß der evangelischen Geschichte erfreuen, wenn sic das ihnen von Gott durch Christumverliehene Maß des Lichts seines, in ihren Herzen wirksamen, Geistes befolgen, des durchChristum errungenen Heils theilhaftig werden können. Im festen Vertrauen auf die steteErfüllung der Verheißung Christi an seine Nachfolger, daß der Geist der Wahrheit „beiihnen bleibe ewiglich", und ihnen „Alles lehren" werde, glauben sie, daß die Leitung desheiligen Geistes von einem jeden gläubigen Christen, sowol in Beziehung auf seine religiösenPflichten als auch auf seinen täglichen Lebenswandel, merkbar empfunden werden könne;von dem Geiste geleitet zu werden, ist bei ihnen daher praktische Anwendung und Ausübungder christlichen Religion. Ferner behaupten sie, daß diese „einem Jeglichen crthcilte Gabedes Geistes zu allgemeinem Nutzen", des Christen einzig wesentliche Befugniß zum Diensteder Kirche und von menschlicher Wahl und Einsetzung gänzlich unabhängig sei. Christusallein habe daher das Recht, durch den heiligen Geist seine Diener zum Predigeramte zu er-wählen und zu befähigen, und daß, sowie in den ersten Zeiten der christlichen Kirche dieserGeist über Knechte und Mägde ergossen wurde, er auch noch jetzt sowolFrauen als Männer,