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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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Quadrupleallianz 615

denen Schritten. Am 22. Apr. 1834 wurde zu London zwischen Frankreich, England undden konstitutionellen Regierungen Portugals und Spaniens eine Quadrupleallianz geschlos-sen, welche die völlige Vertreibung Dom Miguel's und des span. Prätendenten Don Carlosbezweckte. Einen Monat spater war zwar der Bürgerkrieg in Portugal beendet und die Con-siitution Dom Pedro's allenthalben angenommen, dagegen aber gewann in Spanien derBürgerkrieg eine regelmäßige Gestalt, zunml der Prätendent selbst auf dem Schauplatz er-schien. Schon am 10. Aug. 1834 Unterzeichneten darum die verbundenen Cabinete zu Lon-don eine Zusatzacte, in welcher sich Frankreich dem Wortlaute nach verpflichtete, die Pyre-näengrenze dem Verkehr der Carlisten zu verschließen, nöthigenfalls auch die span. Küstendurch eine Seemacht zu decken; Portugal aber sagte Spanien unmittelbaren Beistand zu.Als jedoch die Jnsurrection dessenungeachtet immer mehr Boden gewann, erklärte die Re-gentin Christin« zu Anfänge des I. 1835, daß sie den Kampf ohne kräftige Unterstützungnicht fortsetzen könne, und im Mai foderte sie geradezu das bewaffnete Einschreiten ihrerVerbündeten. Das durch die Noten der östlichen Mächte eingeschüchterte sranz. Cabinetschob die Entscheidung den brit. Ministern zu, die sich aber für eine unmittelbareUnterfiützungebenfalls nicht in günstiger Lage befanden. Man vereinigte sich endlich zu einem Mittelweg,dem man den Namen einer Cooperation beilegte. Nach einer Übereinkunft vom 28. Junil 835 ließ die sranz. Regierung die 5000 M. starke Fremdenlegion aus Algier an die Küstevon Cakalonien übersetzen; auch durften fortan Franzosen mit Einwilligung ihrer Regierungin die Dienste der Regentin treten. Die brit. Regierung erließ einen ähnlichen Aufruf, undder brit. Oberstlieutenant Lacy-Evans, dem man den Rang eines span. Generals verlieh,warb ein 8000 M. starkes Corps, das im Oct. in Spanien landete. Endlich rückte in denletzten Monaten von 1835 ebenfalls ein portug. Hülfscorps in Spanien ein. Trotz dieservereinten Anstrengungen machte indcß die Streitmacht des Don Carlos täglich drohendereFortschritte, sodaß die Regentin in der Mitte des I. > 836 das franz. Cabinet abermals umunmittelbares Einschreiten angehen mußte. Wiewol sich Frankreich dem Wortlaute desTractats gemäß dazu nicht anheischig gemacht hatte, waren doch vom König Ludwig Philippkeine Versprechungen gespart worden, um das Vertrauen und die Hingebung der madriderRegierung zu gewinnen; der Antrag geschah also vollkommen gerechtfertigt. Der MinisterThiers schickte sich demnach auch an, die Zusagen zu halten, und zog zu Pau einFrciwilligen-corps von 25000 M. zusammen, das die Pyrenäen überschreiten sollte. Allein die PolitikLudwig Philipp'- (s. 3 u 5 te milieu) betrachtete die Entfaltung des Liberalismus auf derpyrenäischen Halbinsel schon längst mit größerer Besorgniß, als die Siege des Don Carlos.Nur deshalb war die madrider Regierung so eng als möglich an Frankreich gekettet worden,um dieselbe dem Einflüsse der liberalen Partei zu entreißen. Als außerdem der span. Consti-tutionalismus durch d-e Revolution von Lagranja, am 13. Aug. 1836, zur vollen Herr-schaft gelangte, war Ludwig Philipp zu einer bewaffneten Intervention nicht mehr zu ver-mögen. Thiers, der auf diese Wendung der königlichen Politik nicht einging, mußte demGrafen Mole die Leitung der Geschäfte überlassen. Letzterer erhielt nun die Instruction, sozu verfahren, daß im Ausgangsfalle selbst eine Versöhnung mit Don Carlos möglich wäre.Die Idee, welche der Quadrupleallianz zu Grunde gelegen, war hiermit auf das schmählichsteverletzt. Das brit. Cabinct erkannte auch sogleich den ganzen Umfang des Verraths undsuchte Ludwig Philipp in der Annäherung an die östlichen Mächte zuvorzukommen. Als diemit dem Zorne der sranz. Nation beladene Verwaltung Mole's im März 1839 dem Mini-sterium Soult Platz machte, war ein Einlenkcn Frankreichs zu den Verpflichtungen derAllianz nicht zu verkennen. Die franz. Grenze wurde dem Verkehr mit den Insurgentenaufs strengste verschlösse.«, was mächtig zum Vertrage von Bergara und dem vollen Unter-gänge der carlistischcn Macht mitwirkte. Obschon die Contrahenten noch mehrfach erklärten,daß die Allianz fortbestehe, so trat doch die Entfernung Großbritanniens von Frankreich inder wichtigsten aller Kragen, in der oriental. Angelegenheit, mehr und mehr zu Tage. Mitdem Julivertrage von 1840, durch welchen Frankreich von der Gemeinschaft der europ.Großmächte ausgeschlossen wurde, verlor die Quadrupleallianz ihrem wahren Sinne nachalle Geltung, obschon man dieselbe nicht förmlich auflöste. In dieser Krisis empfand LudwigPhilipp die ganze Gefahr einer Trennung von Großbritannien, und sein Streben ging seit-