Pyrrhos Pythagoras 607
Skepsis Pyrrhonismus zu nennen, da P.'s Ansicht nur eine der ersten Gestalten desSkepticismus (s. d.) war.
Pyrrhos, gewöhnlich Ncoptolemos genannt, war der Sohn des Achilleus undder Deidanua, der Tochter des Lykomedes, oder nach Spätem der Jphigeneia, nach derenOpferung er von seinem Vater nach der Insel Skyros gebracht wurde. Von hier, wo ihnLykomedes auferzog, holte ihn Odysseus nach Troja. Daselbst zeigte er sich sowol im Rathals im Kampfe seines Vaters durchaus würdig, und wurde mit Odysseus abgeschickt, denPhiloktetes (s. d.) von Lemnos zu holen. Bei Eroberung Trojas tödtete er den Pria-mos am Altar des Zeus Herkeios. Bei Vertheilung der Gefangenen erhielt er Hektor'sWitwe Andromache, mit der er den Molossos, Pielos und Pergamos zeugte. Über seineRückkehr und seinen Aufenthalt nach dem Falle von Troja weichen die Sagen voneinanderab. Nach Homer befand er sich in Phthia, und dorthin schickte ihm Menelaos seine TochterHermione, die er ihm schon vor Troja zurGemahlin versprochen hatte. Nach Andern wurdeer bei der Heimkehr, wie die Meisten des Heeres, verschlagen und gelangte an die Küsten vonEpirus nach Ephyra. Hier soll ihm denn auch Andromache den Molossos geboren haben,von dem die Landschaft, welche sein Vater dort gewann, den Namen erhielt und die folgen-den Könige in Epirus ihr Geschlecht ableiteten. Von hier begab er sich nach Delphi, entwe-der um den Tempel zu plündern, oder Rechenschaft wegen seines Vaters Tod zu fodern,denn Achilleus war durch Apollon und Paris erlegt worden, nach Pindar aber, um demApollon Gaben von der Beute zu bringen. Daselbst wurde er erschlagen, im Tempelgcbictebestattet und als Heros verehrt.
Pyrrhus, König von Epiru s (s. d.), um 300 v.Chr., einer der größten Feldherrenseiner Zeit, wurde in eine fast ununterbrochene Reihe von bald glücklichen, bald unglück-lichen Kämpfen verwickelt, zu denen ihn zum Theil Eroberungssucht und ein hoher Gradvon Ehrgeiz verleiteten. Nachdem er nämlich am Hofe des illyr. Königs Glaukus erzogenund von diesem, kaum zwölf Jahre alt, nnt Waffengewalt in den Besitz des Reiches gesetztworden war, empörten sich fünf Jahre daraus während seiner Abwesenheit die Epiroten underhoben den Neoptolemus aus Anstiften des Kassander auf den Thron. Er selbst floh , nunzum Demetrius Poliorketes, kam nach der Schlacht bei Jpsus als Geisel nach Ägyp-ten, vermählte sich dort mit der Antigone, der Tochter der Königin Ber enike (s. d.), undwurde von Ptolemäus in seine Herrschaft zurückgeführt. Hierauf vergrößerte er seine Machtdurch Eroberung Macedoniens, wurde aber durch Lysimachus daraus wieder vertrieben-Ein neuer Schauplatz des Ruhms eröffnete sich ihm, als ihn die Bewohner von Tarent(s. d.) im Kriege gegen die Römer zu Hülfe riefen. P. landete, nachdem er einen Schiff-bruch erlitten, zu Tarent, und siegte zuerst im I. 280 v. Ehr. bei Herakles am Siris, undim folgenden Jahre zum zweiten Male bei Asculum in Apulien über die Römer; allein derletztere Sieg wurde so theuer erkauft, daß er nach der Schlacht in die Worte ausbrach: „Nochein solcher Sieg, und wir sind gänzlich verloren!" Dennoch lehnten die Römer alle Friedens-vorschläge ab und wollten nicht eher mit P. unterhandeln, als bis er Italien verlassen habe.Dazu bot sich ihm bald eine erwünschte Gelegenheit dar, indem er von den Syrakusanern nachSicilien eingeladen wurde, um ihnen gegen die Karthager Beistand zu leisten. Gern folgteP. dieser Einladung, zumal da er als Eidam des Agathokles (s. d.) gewisse Ansprücheans diese Insel zu haben meinte, setzte 278 v.Chr. nach Sicilien über, drängte die Karthagerbis Lilybäum zurück und war schon im Begriff, diese in Afrika selbst anzugrcifen, als inFolge seiner harten und lästigen Behandlung mehre Städte auf Sicilien von ihm wiederabfielen. Deshalb kehrte er nach Italien zurück, um den hart bedrängten Tarentinern aber-mals zu helfen, wurde aber schon unterwegs zur Sec von den Karthagern geschlagen underlitt hierauf auch in Italien im I. 275 v. Chr. bei Beneventum durch Curius Dentatuseine gänzliche Niederlage. (S. Fabricius.) Nach diesen Unfällen sah er sich genöthigt,nach Epirus zurückzugchen, wo er bei der Belagerung von Argos, angeblich von einemWurfspieß getroffen, im I. 272 v. Chr. sein unruhiges Leben endete. Die Römer verdank-ten ihm einen großen Theil ihrer Kriegskunst. Eine Biographie von ihm hat Plutarch geliefert.
Pythagöras, ein Weiser des griech. Alterthums, wurde der Stifter der Pythagori-schen oder italischen Schule. Die Berechnungen über sein Geburtsjahr haben zu verschiede.