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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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604 Pyrenäischer Friede Pyrker

heißen Mittagswindcn und der Sonne ausgcdorrtcn steilen Felswände meist ganz kahl, oderhöchstens mit nieder»! Gestrüpp und magern Weiden bekleidet sind, zeigt der schnec- unddarum qucllenrcicherc, sanfter abfallende Nordabhang eine reichere Vegetation, ist großcnthcilSmit Hochwaldungcn und schönen Bergwcidcn bekleidet und kommt in seiner Natur der derAlpen naher. Den Kern der Pyrenäen bildet Granit, an den sich schieferige Kalk-und Sanb-steinmassen anlehnen; das Gebirge ist darum nicht sehr mctallrcich; dafür zählt cs viele M<neralquellcn, von denen die von Bagnercs de Bigorre und von Barcges die berühmtesten sind.

Pyrenäischer Friede heißt der zwischen Frankreich und Spanien von Mazarin undDon Luis de Haro, auf der Fasancninsel im Bidassoaflussc, der Grenze beider Staaten, am7. Nov. 1659 geschlossene Friede. Auch nach dem westfäl. Frieden dauerte nämlich derKrieg zwischen Frankreich und Spanien fort, welcher l 635 seinen Anfang genommen hatte.Frankreich verband sich 1657 mit England, nachdem Cromwell bereits >655 den Krieg anSpanien erklärt hatte, und eroberte in den span. Niederlanden mehre feste Plähe; zugleicherlitt Spanien zur See und in Amerika Verluste; Portugal war 1630 abgefallen, Catalo-nien im Aufstand, Andalusien zum Abfalle geneigt, und in Italien griff Savoyen die spanLombardei an. Unter diesen Umständen mußte sich König Philipp IV. von Spanien wohl ent- ^schließen, den Frieden einzugehen, obschon derselbe Frankreich ein nur noch größeres Übcrgc- ^wicht verschaffte. Spanien trat nämlich an Frankreich ab Roussillon mit der festen HauptstadlPerpignan, Conflans und einen Theil der Cerdagne, sodaß die Pyrenäen seitdem beide Reichetrennen; in den Niederlanden Artois und Theile von Flandern, Hennegau und Luxemburg,mit den festen Plätzen Arras, Hesdin, Gravelines, Landrecy, le Qucsnoy, Thionville, Mont- imedy, Marienburg und Philippeville. Dagegen versprach Frankreich, Portugal nicht zu 'unterstützen. Der Prinz von Conde und die Herzoge von Lothringen, Savoyen und Modenaund der Fürst von Monaco wurden in den Zustand vor dem Kriege hcrgestellt. I» Folge !dieses Friedens vermählte sich Ludwig XIV. mit Maria Theresia, der ältesten Tochter Phi-lipp's IV., welche 1660 allem Erbrechte auf den span. Thron entsagte. Dennoch machtespäter Ludwig XIV. ein Erbrecht geltend, woraus 1667 der Dcvolutionskrieg und 1701 derspan. Erbfolgekrieg (s. d.) entstanden. (S. UtrechterFriede.)

Pyriphlegethon, s. Phlegethon.

Pyrit (?xrites) hieß bei den Asten sowol der Feuerstein, d. i. jede harte funkengebcndeKieselmasse, als der Schwefelkies. Die ältere Petrefactenlehre hat sich dieses Namens fürgewisse Formen von Kiesel - und Feuersteinmassen bedient, von denen es noch nicht gewiß ist,ob sie wirklich Versteinerungen sind; in die neuere systematische Mineralogie ist der Nanufür den Schwefelkies eingeführt worden.

Pyrker (Joh. Ladislaw), von Felsö-Eör, Erzbischof von Erlau und kaiserlicherWirklicher Geh. Nath, geb. am 2. Nov. 1772 zu Langh in Ungarn, in der stuhlwcißenbur-ger Gespanschaft, besuchte die Schule zu Stuhlweißenburg und die Akademie zu Fünf-kirchen. Nach seiner Rückkehr von der Akademie wendete er sich, um nach dem Willen seiner ^Altern die Beamtenbahn zu betreten, nach Ofen, fand jedoch keine Ausnahme in der Haupt- ikanzlei. Hierauf nahm er die Stelle eines Secretairs bei einem Grafen in Palermo an, kamaber nur bis Neapel, kehrte von da nach Wien zurück und trat 1792 in den Orden der Cistcr- lcienser zu Lilienfeld in Unteröstrcich. Er hörte die Theologie in dem Seminar zu St.-Pölten,wurde Priester, Pfarrer, >818 Bischof zu Zips, 1820 Patriarch von Venedig und >821Wirklicher Geh. Rath und erhielt im Fcbr. 1827 das erledigte Erzbisthum Erlau unddie damit verbundene Erbobergespanwürdc der heveser Gespanschaft. Von der UniversitätzuZena erhielt er 1835 die philosophische Doktorwürde. Unbestritten aber sind die Verdienste,die sich P. in seinem nächsten großen Wirkungskreise um den Unterricht und die Erziehung,um Kirchenzucht und die Entwickelung ausgezeichneter Talente, vorzüglich unter den jungenGeistlichen, erworben hat. Er gab Hanthaler'sUsceiisus clipIoinutico-FenssIngirus sr»cllivi <7umj,ili!iensi8" (2 Bde., Wien 1825, Fol.) heraus. Den größten Ruf aber erwarbenihm seine epischen Dichtungen,Perlen der heiligen Vorzeit" (Wien l823; 2. Aufl.,1826; ital., 2 Bde., Brescia >823; ungar., Ofen >830), dieTunisias" (Wien >826;3.Aufl., >826;ital.von Malipiero,Ven. > 827) und dieNudolfias"(Wien >823; 2.Aufl.,1827), die bei manchen epischen Mängeln doch insgesammt für den hochgebildeten und dich-