602
Pyrenäen
Meinungen über den Zweck derselben. Den meisten Eingang fand die schon von den Eric,chen und Arabern aufgestellte Ansicht, nach welcher diese Pyramiden entweder selbst Be-gräbnisse oder über Begräbnissen errichtet waren, um deren Eingang kenntlich zu erhalten.Nach Herodot betrachteten nämlich die Ägypter die Pyramidenform als ein Sinnbild desmenschlichen Lebens, indem der breite Fuß den Anfang und das Zusammenlaufcn in einenPunkt das Ende unsers Daseins in dem gegenwärtigen Zustande bezeichne, daher die An-wendung derselben zu Begräbnissen sehr nahe liege. Neuere, wie Bohlen, suchen in ihneneine rein religiöse Beziehung und halten sie für mythische Grabmäler des Osiris (s. d.);Andere behaupten, tyrannische Könige hätten durch sie ihre gewaltige Größe bekunden unddie Kraft des Volks brechen wollen; noch Andere meinten in ihnen blose Werke zur Befrie-digung der Eitelkeit der Könige, oder Gebäude zur Feier von Mysterien und zu geheimenZusammenkünften, Einige sogar eine Art Sbnnenzeiger für astronomische Beobachtungen,ja selbst Kornmagazine zu entdecken. Die Zahl der noch vorhandenen ungefähr 46 Pyrami-den theilt man in fünf Gruppen, die sich von Dagschur an bei Sakkarah und Memphisvorbei bis fast zum 36" nördl. Br. in der Länge von 40000 Schritten und geringer aus-breiten. Die merkwürdigste unter ihnen ist die Gruppe von Dschise, nördlich vom altenMemphis, am linken Nilufer, und die größte der Pyramiden in dieser Gruppe, undüberhaupt -die berühmteste, ist die nach dem König Cheops, der sie erbaut haben und in ihr beigesetztworden sein soll, genannte. Sie hatte ehemals eine Höhe von 806 F., während ihre jetzigenur zu 456 berechnet wird, und wurde nach Herodot in 30 Zähren von 106660 Menschenvollendet; ein Kanal aus dem Nil war hineingeleitet und auf einer durch diesen gebildetenInsel soll sich das königliche Grabmal befunden haben. Die zweite Gruppe ist die von Mand-schclmusa, die dritte die von Sakkarah, die vierte die von Akanthus oder Darschur mit einerPyramide, die noch größer ist als die des Cheops, und..die fünfte die von Fayum. Einzelne >Pyramiden sind seit der Expedition Bonaparte's nach Ägypten zu Ende des 18. Jahrh. bis jin die neuesten Zeiten geöffnet und untersucht worden. Außer den Ägyptern hatten auch dieÄthiopier Pyramiden, die wahrscheinlich ebenfalls als Königsgräber dienten und die Vor-bilder der ägyptischen waren. Noch jetzt sind viele dieser äthiop. Pyramiden, mehr oder we-niger wohlerhalten, in Nubien vorhanden, vorzüglich im Gebiet des alten Meroe, die indesvielleicht erst der christlichen Zeitrechnung angehören und meist aus Backsteinen aufgcführtsind. Sonst fanden sich im Alterthume Pyramiden oder pyramidenartige Bauten auch inBabylon und Indien. Vgl. Grobert, „Beschreibung der Pyramiden" (Gera und Lpz.1861); Hirt, „Von den ägypt. Pyramiden" (Berl. 1815), und Gladisch, „Mysterien derPyramiden und Obelisken" (Halle 1846). Zn Nom, wo man besonders seit Hadrian hierund da ägypt. Bauformen nachahmte, ist besonders die Pyramide des Cnejus Cestins be-rühmt, bei der die Protestanten begraben werden. Sie ist das Grabmal des Cestius, erreichteine Höhe von 160 F., nach Andern blos 112 F., und soll schon aus der Augusteischen Pe-riode herrühren. Das ganze Werk ist von außen mit Marmorplatten belegt und der Eingang jbildet eine Thür in einiger Erhöhung. Auch in Mexico findet nian Pyramiden und py-ramidenähnliche Gebäude, Teokallis genannt, meist terrassenförmig gebaut und oben miteiner Plateforme versehen, auf der ein Tempel oder Opferaltar stand. Viele derselben ent-halten merkwürdige hieroglyphenähnliche Bildwerke in halbcrhobener Arbeit. Die berühm-testen sind die beiden Teokallis von San-Juan de Teotihuacan, von denen einer der Sonne, derandere dem Monde geweiht war. Übrigens sind sie genau wie die ägyptischen nach den vierHimmelsgegenden orientirt. Außer diesen gibt es noch ansehnliche Teokallis zu Cholula,Papantla, Mitla und Lochicalco, meist aus Ziegelsteinen und Thon, seltener aus Bruch-steinen gebaut.
Pyrenäen heißt das Frankreich von Spanien trennende Gebirge, das sich in einerLänge von 55 M. und in einer Breite von 7—>5 M., mit den angelagertcn Mittelge-birgen aber von 20 — 25 M-, vom Golf von Rosas im Mittelländischen Meere bis zurSüdostecke des Biscayischen Meerbusens zieht. Die Pyrenäen sind durchaus ein Ketten-gebirge, welches einen Theil des Nordrandes des Plateaus der Pyrcnäischcn Halbinsel bildetund wesentlich diesem angchört, da es durchaus nicht mit den Ccvenncn zusammenhängysondern frei, fast unmittelbar aus den Tiefebenen und Hügcllandschaftcn Südwestftankrcichs