Pydna Pyramiden 601
Pydna, eine Stadt in Macedonien amThermäischen Meerbusen, jetzt Kitros, wurdehistorisch denkwürdig durch die Schlacht, in welcher der röm. Consul Aemilius Paullus imZ. IS8v.Chr. den letzten macedon.König P erseuS(s.d.) gänzlich schlug und der maccdon.Herrschaft ein Ende machte.
Pygmäen, d. i. Fäustlinge, die Vorbilder unserer Lilliputaner, hieß ein fabelhaftesZwergvolk, von dem Homer erzählt, daß es an des Okeanos Fluten im Frühjahr von den dort-hin kommenden Kranichen bekriegt werde. Von Später» werden sie an die Quellen des Nil,nach Indien und in den Norden in die Gegend von Thule versetzt. Man erzählt von ihnen inderselben Weise, wie Gulliver von den Lilliputanern redet. So sollen sie ihre Häuser vonEierschalen gebaut, die einzelnen Getreidehalmen mit Äxten umgehauen und den schlafendenHerakles mit mehren Heeren angegriffen haben, aber von diesem in seine Löwenhaut gewickeltworden sein. Aristoteles nimmt die Erzählungen von ihnen nicht durchaus für Fabel, sondernhält sic für ein Volk Oberägyptens, das verhältnißmäßig kleine Pferde habe und in Höhlen lebe.
Pygmalion, der König von Kypros, Vater der Metharme, der Gemahlin des Kinyras,faßte für das elfenbeinerne Bild einer Jungfrau, welches er selbst gefertigt, eine solche Leiden-schaft, daß er die Venus bat, dasselbe zu beleben. Als dieses geschehen, nahm er die Belebte zurGemahlin und zeugte mit ihr den Paphos. Dieser Mythus gab unter Anderm den Stoff zudem Rousseau'schenDrama. — Ein anderer Pygmalion war derSohn des Belos und Bru-der der Dido (s.d.), deren Gemahl Acerbas er tödtete, um in Besitz seiner Schätze zu kommen.
Pylädes, der Sohn des Strophios und der Anaxibia, der Schwester Agamcmnon's,war der bekannte Freund des Orestes (s. d.), den er in Phocis gastfreundlich aufnahm unddessen Schwester Elektra er heirathete, mit der er den Mcdon und Strophios zeugte.
Pylädes, ein berühmter Pantomim, kam aus Cilicien nach Rom und trat hierunter Augustus mit großem Beifall auf, wurde aber auf dessen Befehl, als er auf einen Zu-schauer, der ihm während des Spiels durch Zischen seine Misbilligung ausdrückte, mit denFingern gezeigt hatte, aus der Stadt und aus Italien verjagt.
Pylas, derSohn des Kteson, König vvnMegara, und Vater derPylia, zog, nachdemer seines Vaters Bruder Bias erschlagen, in den Peloponnes, erbaute daselbst Pylos (s.d.)in Messenien und gab sein Reich Megara seinem Schwiegersohn Pandion.
Pylos, jetzt Palaiokastro, im Gegensatz zu Neokastro, was man Navarino (s. d.)nennt, eine Stadt in Messenien, war zu Homer's Zeiten die Residenz des Nestor und wurdeim Peloponnes. Kriege von den Äthenern durch Demosthenes wieder befestigt. Zu dieser Zeitkam auch der alte Name P. wieder auf; denn die Lakonier nannten vorher die Halbinsel nebstder Gegend umher Koryphasion. Außerdem gibt cs ein Pylos im eigentlichen Elis amLadon (Tscheleby) und im triphylischen Elis, was auch, aber mit Unrecht, für Nestor's Sitzausgegeben wird.
Pyramidalzahlen, s. Figurirte Zahlen.
Pyramide nennt man einen geometrischen Körper, begrenzt von einer ebenen, gerad-linigen Figur, als Grundfläche, und so vielen in einem Punkte zusammenstoßenden Drei-ecken, als die Grundfläche Seiten hat. Die Dreiecke heißen die Seitenflächen, der gedachtePunkt aber die Spitze; ihr Abstand von der Grundfläche heißt die Höhe. Jcnachdem einePyramide 3, -t, 5 u. s. w. Seitenflächen, oder zur Grundfläche ein Drei-, Vier-, Fünfeck u. s. w.hat, heißt sie drei-, vier-, fünfseitig u. s. w. Zu den dreiseitigen Pyramiden gehört auch dasTetraeder (s.d.). Der körperliche Inhalt einer Pyramide ist gleich dem dritten Thcileeines Prisma, das mit ihm gleiche Grundfläche und Höhe hat, und wird daher gefunden,wenn man die Grundfläche mit dem dritten Theile der Höhe multiplicirt.
Pyramiden heißen in der Architektur die uralten großartigen Bauwerke Mittelägyp-tens, welche, in viereckiger Form errichtet, nach oben spitz zulaufen, oft auch in eine platteFläche endigen, meist aus Kalkstein, selten aus Ziegeln oder anderm Material erbaut undäußerlich mit Granit oder Marmor bekleidet sind. Im Innern enthalten sie Gemächer undGänge. Nur an wenigen befinden sich Inschriften. Die Höhe ist verschieden, scheint aberbei den meisten der Länge der Grundfläche entsprochen zu haben. Äuch sollen die Pyramidenmit ihren vier Seiten, von denen zwei in der Regel eine größere Dimension als die beidenandern haben, genau nach den vier Weltgegenden gerichtet sein. Sehr abweichend sind die