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tanik. Zm 1.1782 wurde ihm das Pfarramt zu Wenigenjena übertragen, das er bis zu sei-nem Tode, am7.Sept.l834, bekleidete. Eigene Neigung und die Nähe der UniversitätsstadtJena bestimmten ihn, seine ländliche Muße der höher« Landwirthschaftskunde zu widmen undbesonders der Baum- und Bienenzucht zuzuwenden. Die erste Frucht seiner literarischenStudien und praktischen Thätigkeit war das „Ökonomisch-technologische Handbuch" (2 Bde.,Lpz. 1798—1800), welches ohne seinen Namen erschien. Im I. 1817 habilitirte er sich inJena und las nun überLandwirthschaftskunde, Bienenzucht und ähnliche Gegenstände. InGemeinschaft mit Sturm in Jena gab er die Zeitschrift „Der Landwirth in seinem ganzen Wir-kungskreise" (5 Bde., Jena > 817 —21) heraus, die er nach Sturm's Abgang nach Bonn als„Neue Folge" (6 Bde., Altenb. 1822—2 7) allein fortsetzte. Ein klassisches Werk in seiner Artist sein „Versuch einer Monographie der Kartoffeln", herausgegeben von F. I. Bertrich (Weim.1819, 4 ., mit illum. Kupf.). Mit Schweitzer und Schubarth gab er das „Universalblattfür die gesammte Land- und Hauswirthschaft" heraus. Besonders verdient machte er sich umdie Redaction der „Allgemeinen Encyklopädie der gcsammten Land- und HauswirthschaftderDeutschen"(> 3 Bde., Lpz. >827—31, mitKupf.). Außerdem erwähnen wir noch seinen„Katechismus der Bienenzucht" (Lpz. 1829) und den „Katechismus der Taubenzucht" (Lpz.1830). In der politischen Welt erhielt P. zufällig dadurch einen Namen, daß er in der Nachtvor der Schlacht bei Jena nvthgedrungen die Franzosen durch das Rauhthal auf die Höheführen mußte, was man ihm sehr oft, aber ohne allen Grund, zum bittern Vorwurfgemachthat.
Putschius (Elias van), eigentlich Putschen, gcb. am 6.Nov. 1580 zu Antwerpen,widmete sich zu Leyden, Jena, Leipzig und auf andern deutschen Universitäten mit außer-ordentlichem Eifer den classischen Studien, starb aber schon am 6. März 1606 zu Stade.Ganz besonders machte er sich um das Studium der lat. Sprache verdient durch seine Samm-lung der alten lat. Grammatiker, die unter dem Titel „6rr>mmaticue lat. sutores sntigni"(Hannov. 1605) erschien und noch jetzt ebenso werthvoll als selten ist. Außerdem bearbeiteteer die Werke des Sallustius (Leyd. 1603). Vgl. Rittershusius, „Vita kutscliii" (Hamb.1608) und „Leben des Elias van P." (Hamb. 1726).
Putter (Joh. Steph.), einer der ausgezeichnetsten Staatsrechtslehrer, geb. zu Iserlohnin der Grafschaft Mark am 25. Juni 1725, das jüngste von acht Geschwistern, erhielt, obschonsein Vater bereits >731 starb, unter der Leitung seines ältesten Bruders, der Hvffiscal inIserlohn war, durch Privatlehrer eine treffliche Vorbildung, und machte so reißende Fort-schritte, daß er bereits im 13. Jahre die Universität beziehen konnte. Wie er als Schüler nebenden classischen Sprachen zugleich Hebräisch und Chaldäisch erlernt hatte, so studirte er jetztneben Mathematik und Metaphysik Dogmatik und Moral, Pandekten und Institutionen,Lehnrecht und Staatsrecht. Nachdem er ein Jahr in Marburg studirt hatte, ging er 17 39 nachHalle, 1741 nach Jena, >742 wieder nach Marburg, wo er >743—45 einem jungen daselbststudirenden Burggrafen zu Kirchberg als juristischer Repetitor beigegeben war. Gleichzeitighabilitirte er sich 1744; 1746 folgte er dem Rufe als außerordentlicher Professor der Rechtenach Göttingen, nachdem er zuvor auf königliche Kosten eine Reise nach Wetzlar, Negensburgund Wien gemacht hatte. Von 17 52 an las er regelmäßig Staatsrecht, Reichsgeschichte undNeichsproceß; auch hatte er ein sehr besuchtes Prakticum. Im I. 1755 rückte er in die Fa-kultät^ ein und 1757 wurde er zum Professor des Staatsrechts und zum Hofrath ernannt.Mit königlicher Erlaubniß ging er >762 nach Gotha, um den Erbprinzen von Sachsen-Gothaim Staatsrccht und in der Neichsgeschichte zu unterrichten. Im I. 1764 wurde er der kur-braunschweig. Wahlgesandtschaft in Frankfurt bei Gelegenheit der Ernennung Joseph's II.zum röm. Könige als Rath beigegeben. Er erhielt viele auswärtige Rufe, z.B. 1763zumGeh.Archivar in Dresden, 1766 zum Reichshofrathe und 1769 zum Kanzler der Universität zuGießen; allein seine Anhänglichkeit an Göttingen war zu groß, als daß ihm nur der Gedankein den Sinn hätte kommen können, es zu verlassen. Zum Geh. Justizrath ernannt, war ervon 1797 an erster Professor der Rechte und Ordinarius im Spruchcollegium, ließ sich aber1805 als letzterer emeritiren, und starb am I2.Aug. 1807. Seine „Historische Entwickelungder Verfassung des deutschen Reichs" (3 Bde., Gött.'I786; 3. Auch, 1793) hat selbst nochjetzt Werth, und ebenso kann seine „Literatur des deutschen Staatsrechts" (3 Bde-, Gott.1776—83)noch in vielfacher Beziehung alsMuster eines juristischen Litcraturwerks gelten.