Putbus Putsche 599
k Rothenburg in einem vermauerten Winkel aufgefunden wurde und gegenwärtig in Sonders-s Hausen aufbewahrt wird. Sie ist eine Elle hoch, saßt neun Maß Wasser und gleicht einemdicken bausbäckigcn Zungen mit perückenartigem Haar, der mit dem rechten Fuß kniet, diea linke Hand auf das linke Knie gestützt, die rechte auf den Kopf gelegt. Hesse in seiner „Ge-schichte des Schlosses Rothenburg" (Naumb. 1823) halt die Figur, gewiß mit Recht, für
- ein physikalisches Kunstwerk aus dem 15. oder l 6. Jahrh. Daß sie ein thüring. oder sor-
z bisches Götzenbild sei, ist eine ganz unbegründete Ansicht. Vgl. Bertram, „Nachricht vom
- Püstrich" (Sondersh. 18 lI).
c Pntbus, Fürsten und Grafen, sind eine Nebenlinie der alten Fürsten auf der Jn-
i sel Rügen. Ihr Stammherr ist Borante, der > 239 das Schloß Podebusk oder Putbus, wo-
- nach er sich nannte, nebst 15 Dörfern, die Halbinsel Zasmund (s. d.) und andere ansehn-
c liche Ländereien erhielt. Seine Nachkommen theilten sich seit 1483 in die dän. und die
> rügische Linie, welche letztere 1704 ausstarb; die sie beerbende dän. Linie wurde 1727 in
> den deutschen und 173l in den schweb. Rcichsgrafenstand erhoben. Sie erhielt l 787 das
! erbliche Landmarschallamt in Vorpommern und auf Rügen. Der König von Schweden er-
: hob >807 den Grafen Wilhelm Malte von Putbus und dessen männliche Nachkommen, nach
, dem Rechte der Erstgeburt, unter dem Namen Ma lte in den schweb. Fürstenstand, und der
: König von Preußen bestätigte, nachdem Schwedisch-Pommern > 815 an Preußen gekommen
, war, l 8 l7 nicht nur diese Würde, sondern ertheiltc auch dem Fürsten von Putbus den Titel
> Durchlaucht und später eine Virilstimme im ersten Stande und den Vorsitz auf dem Pro-
: vinziallandtagc von Neuvorpommern. Der gegenwärtige Standesherr ist der erwähnte Fürst
Wilhelm Malte, geb. am l.Aug. >783. — Der Flecken Putbus mit dem prächtigenSchlosse, einer schönen Kapelle, einem Lust- und Thiergarten, ist besonders als Secbade-l anstalr bekannt und sehr besucht. (S. Rügen.)
Puteänus (Erycius), eigentlich Hendrik van der Putten, ein berühmter Alter-thumskcnner und Geschichtsforscher, geb. am 8. Nov. 1374 zu Venlo, erhielt, nachdem erseine Studien zu Köln und Löwen vollendet hatte, l 60 l den Lehrstuhl der Bercdtsamkeit zuMailand und 1606 die Professur der alten Literatur zu Löwen, die er bis an seinen Tod, am> 7. Sept. 1646, mit großem Ruhm begleitete. Er besaß eine umfassende Gelehrsamkeit undbeschäftigte sich namentlich mit Untersuchungen über antiquarische Gegenstände, die sich inden Thesauren von Gronov und Grävius gesammelt finden, und mit Erörterung und Auf-klärung einzelner Theile der Geschichte, wohin sein „Hestruin ln-toric»,» imperatorumriustriae. etc." (Brüss. 1642, Fol.) und die „Historias insiibncss libri VI" (Löwen1630, Fol. und Lpz. > 678, 4.) gehören. Letzteres Werk erschien'auch unter dem verändertenTitel „Uist«rii»6arbsr»<:n"(Antw. 1634). — Nicht minder bekannt istPeter P., eigentlichPierre du Puy, geb. am 27. Nov. >382 zu Agen, gcst. am 16. Der. 1651 als Biblio-thekar zu Paris, der sich durch viele, zu jener Zeit außerordentlich geschätzte Werke ans demGebiete der Geschichte und Rechtswissenschaft, besonders durch seine ,,'I'rsites »les <!r»its etliberte» cko I'e^IWe Asllicsne" (3 Bde., Par. 1630, Fol.) einen bedeutenden Ruf erwarb.
I Vgl. Rigaltius, „Vita kutssiii" (Par. 1672, 4.).
Puteöli, eine Stadt an der Küste von Campanien, das jetzige Pozzuoli (s. d.), hießursprünglich, als die Hafenstadt des gricch. Cumä (s.d.), Dikäarchia und erhielt den lat. Na-men P. durch die Römer, die es zur Colonie machten. Unter ihrer Herrschaft blühte es alsHandelsort, wegen seines vortrefflichen Hafens, den ein großer, jetzt zertrümmerter, Damm,aufgeführt aus Pozzuolanerde, gegen den Andrang der Fluten sicherte. Der tiefe Meerbusen,an dessen östlicher Seite P. Bajä gegenüber lag, hieß früher der Cumanische, dann derPuteolanische. Von dem südwestlichsten Punkte des Busens, wo die Landspitze in dem Vor-gebirge Misenum endigt, lie^ Ealigula einst eine, bald wieder zerstörte, Schiffbrücke schlagen.
Putsche (Karl Wilh. Ernst), ein bekannter landwirthschaftlicher Schriftsteller, geb.! am l.Mai 1765 zu Großkromsdorf bei Weimar, besuchte das Gymnasium zu Weimar undseit 1783 die Universität zu Jena, wo er Theologie studirte. Nach Vollendung seiner Studienwar er sechs Jahre lang Hauslehrer in Bremen, dann in Jena bei dem Professor Lader, dessenUmgang einen bedeutenden Einfluß auf seine geistige Bildung äußerte. Durch ihn gewanner besonders Liebe zu den Naturwissenschaften, hörte naturhistorische Collegien und trieb Bo-