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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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585
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Pngilatus Pulci 585

und faßte, da er hier viel unruhige, zu Ecwaltihätigkeikcn geneigte Gcmüthcr fand, verführtdurch einige Bekannte, die zwischen ihm und dem Kaiser Peter III. einige Ähnlichkeit fanden,den Entschluß, sich für diesen auszugeben. Seine Anhänger verbreiteten das Gerücht, manhabe stattPetcr's UI. einen ihm ähnlichen Soldaten auf demTodtcnbctteausgcsetzt, jener abersei verkleidet entkommen und erscheine nun nach langem Umhcrirrcn in der Mitte seiner ge-treuen Kosackcn, um mit deren Hülfe seine Krone und sein Reich wicdcrzucrobcrn. Der Auf-ruhr brach in der Mitte August >773 aus, wo ein Manifest P.'s im Namen des KaisersPeter UI. verbreitet wurde. Anfangs beachtete man diesen Aufstand um so weniger, alsP.'s Anhang zuerst nur aus wenigen Mäimern bestand und er selbst im Scpt. nach vielenAufstandsversuchen kaum einige hundert Parteigänger zählte. Da wußte P. durch schlaueÜberredungskunst die 500 M. starke Besatzung der Festung Jaizkoi für sich zu gewinnen,und als auch die religiöse Sekte der Noskolniken (s. d.)sich ihm anschloß, da traten vieleseiner Landsleute, die bisher noch an der Echtheit seiner Abstammung gezwcifclt hatten,sowie der größere Theil der Bauern zu ihm über, welche letztere er durch die Verheißung kräfti-gen Schuhes gegen die Adeligen für sich zu gewinnen wußte. So war er im Stande, mehreruss. Festungen und Stanizen am Ural und am Don zu erobern, wobei er furchtbare Grau-samkeiten beging. Sein Heer belief sich bereits auf mehr als I 5000 M., als sich ihmdieMehr-zahl der Baschkiren, sowie der Wotjäkcn, Permjäken und anderer finnischen Völkerschaftenanschloß und auch die eigentlichen Tataren sich ihm unterwarfen. Jetzt schien Rußland ernst-lich in Gefahr, und Katharina II. war in ängstlicherer Verlegenheit als je, da auch der demkühnen Kosackenhäuptling entgegcngeschicktc Feldherr Michelson anfangs nichts gegen ihnausrichten konnte; denn P.'s Art, Krieg zu führen, war eine ganz eigene, und von der ge-regelten Angriffsweise durchaus verschiedene. Brandstiftung, Raub und Zerstörung bezeich-neten stets den Weg, den P. genommen hatte. Sogar die alte Hauptstadt des KönigreichsKasan erlag seinem Angriff. P. zog triumphirend ein und nachdem er die Wolga überschrit-ten und den Krieg nach Europa hinübergespielt hatte, war es sein erster und vorzüglichsterPlan, sich der alten Zarenstadt Moskau zu bemächtigen. Da gelang es, als die Gefahr be-reits am höchsten und Moskau ernstlich bedroht war, den vereinten Anstrengungen Michcl-son's und Suworow's, P. von seinem Hauptheere abzuschneiden und in ihre Gewalt zu bekom-men. P. wurde nun in Fesseln nach Moskau gebracht, wo ein Kriegsgericht das Todesurlheilüber ihn aussprach. Da die Kaiserin dieses Todesurtheil (das einzige, welches unter ihrerNegierung vollzogen worden ist) bestätigte, so wurde P. am IO. Juni 1775 nebst den übri-gen Rädelsführern zu Moskau hingerichtct. Auch über seine andern Anhänger verhängte dieKaiserin ein strenges Gericht. Viele mußten nach Sibirien, die meisten in die Strafcompagnicnwandern. Es hatte aber auch dieser Aufruhr über l 00000 Menschen das Leben gekostet. HätteP. ebenso viel Klugheit als Muth und Entschlossenheit gehabt, so würde er ohne Zweifel einenoch weit furchtbarere Nolle gespielt haben. So mußte er schon vom Schauplatz abtreten,nachdem er kaum zwei Jahre der Held dieses für Rußland so gefährlichen Dramas gewesenwar. Vgl. Puschkin,Geschichte des P.'schen Aufstandes" (a. d. Nuss., Stutlg. 1840).

Pugilatus, s. Faustkampf.

Puläwy, die ehemalige Residenz des Fürsten Adam Czartoryiski (s. d.) an derWeichsel, in der frühem poln. Wojewodschaft Lublin, ist ein Marktflecken mit ungefähr3V»n E. In dem Schlosse befand sich sonst eine'auscrwählte Bibliothek von 60000 Bänden;der engl. Garten war einer der schönsten in Polen, und der darin erbaute Sibyllcntempel ent-hielt eine Sammlung der seltensten poln. und slaw.Alterthümer. Während des poln.Jnsur-rectionskriegs von >83l wurde das Schloß nebst allen seinen herrlichen Anlagen von denRussen gänzlich verwüstet, und später die ganze Besitzung vom Kaiser confiscirt, der sie anruss. Große verschenkt hat. Die Bibliothek wurde nach Petersburg gebracht.

Pulci (Luigi), ital. Dichter, gcb. >431 zu Florenz, stand mit Lorenzo bei Medici undPolizian in vertrauten Verhältnissen, und starb 1487. Sein episches GedichtII Llorgsntemaggiore" (Vcn. l 481, Fol.; vollständigste Ausgabe Flor, oder vielmehr Neapel 1732,4.),worin er die abenteuerlichen Thaten des Ninaldo und des Niesen Morgaute erzählt, soll erauf Antrieb der Mutter Lorenzo's, Lucrctia, verfaßt und die cinwlnen Gesänge zur Üntcr-haltung bei der Tafel vorgelesen haben. Seine Schreibart ist reich an echt toscanischcn Ne-