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beworben hatte, 1658 die Stelle eines Hofmeisters in dem Hause des schweb. Gesandten amdän. Hofe an. Als bald nachher der Krieg zwischen Dänemark und Schweden ausbrach,wurde er in Kopenhagen mit der Familie des schweb. Gesandten verhaftet. Wahrend seinerachtmonatlichen Verhaftung studirte er besonders des Erotius und Hobbes Schriften überRecht und Staat, und als Ergebniß seines philosophischen Nachdenkens erschienen sodannseine ,,LIementnjuris;,ni(Iei>tiae urüversalis" (Haag 1666). Der Kurfürst von der Pfalz,Karl Ludwig, welchem P. diese Schrift zugeeignct hatte, nahm sie mit solchem Beifall ans,daß er für P. >661 zu Heidelberg eine Professur des Natur- und Völkerrechts (die erste inDeutschland) stiftete. Im I. 1676 übernahm er die Professur des Naturrechts auf der neu-crrichteten Universität zu Lund. Hier schrieb er sein Werk „De jure naturae et gentium"(Lund >672), welches sich durch Deutlichkeit, systematische Ordnung und Folgerichtigkeitempfahl, und dann das Compendium „De officio Kommis st civis" (Lund 1673), das un-zählige Ausgaben und Übersetzungen erlebt hat. Da er in diesen Schriften sich von der bis-her beliebten scholastischen Art zu philosophiren noch mehr als Grotius entfernt hatte, sokonnte es ihm an heftigen Gegnern nicht fehlen, die er aber durch sein geistiges Übergewichtund seine Verbindungen überwand. Ihm schwebte noch klarer als Grotius die Idee einerWissenschaft vor, welche, unabhängig von allem Einflüsse des positiven Rechts oderder Theo-logie, die Rechtsverhältnisse blos nach Gesehen der Vernunft bestimmen sollte. Sein Natur-recht war eine philosophische Moral über die rechtlichen Verhältnisse der Menschen gegen-einander, welche von der christlichen Moral immer noch abhängig blieb. Er stellte als Grund-lage des Rechts mit Grotius die Socialität auf, d. h. er betrachtete das Recht, dessen Be-dürfniß er aus der verderbten Natur des Menschen ablcitete, als die Bedingung einer ruhi-gen und geordneten Gemeinschaft und Gcsellung, und war noch weit entfernt, die Nechts-lehre so weit von derMoral zu trennen, wie die Spätcrn. Wie in dem Naturrechte, so machteer nicht minder im deutschen Staatsrechte Epoche. Noch in Heidelberg schrieb er auf Anre-gung des Kurfürsten unter dem Namen Severinusa MonzambanodasberühmteBuch„De statu reipuirlicse german." (1667 und oft.), welches er durch seinenBruder, Esaias fP-, dersich damals alsschwed.GesandterinParis aufhielt, zum Druck befördern ließ. In dem-selben hatte er Deutschland als einen republikanischen Körper dargcstellt, dessenschlecht zusam-mengefügte Theile ein abenteuerliches Ganzes bildeten. Über die darin ausgesprochenen An-sichten erhob sich ein großer Kampf; P. verthcidigte dieselben mit Nachdruck, fand aber dochnicht für rathsam, sich als Verfasser desselben zu nennen, was erst nach seinem Tode mit Ge-wißheit bekannt geworden ist. Außerdem schrieb er mehre andere staats- und kirchenrcchtlicheWerke. Als der Krieg in Schonen ausbrach, begab er sich nach Stockholm, wo er zumStaatslecretair, Hofrath und Historiographen ernannt wurde. In dieser Zeit schrieb er„De rsbus suecicis" (Utr. 1676, 4.) und „De reluis s Osrolo 6ustavo z-estis" (2 Bde.,Nürnb. 1696, Fol.), sowie die „Einleitung zur Geschichte der vornehmsten Reiche und Staa-ten" (3 Bde., Franks. 1682), die später Öhlenschläger fortführte. Im I. 1686 folgte erdem Rufe des Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, als Hofrath, Historiographund Kammergerichtsbeisitzer nach Berlin, wurde > 690 zum Geh. Rath ernannt und 1694von dem Könige Karl Xl. von Schweden in den Freiherrnstand erhoben. Zn Berlin schrieber „De redirs gestis brilierici VVilkelmi Llagiii" (2 Bde., Berl. 1695, Fol.) und „De re-b,is gsstis bnclerici III." (Berl. 1 695, Fol.). Den Antrag, des Kaisers Leopold Leben zuschreiben, lehnte er ungeachtet der großen Versprechungen, die man ihm machte, standhaft ab.
Er starb zu Berlin am 26. Oct. 1694.
Pugäzew oder Pugatschcw (Jemeljan), ein berüchtigter Kosack, der sich für KaiserPeter III. (s. d.) von Rußland ausgab, war der Sohn eines nieder« Kosacken und 1 726 indem Dorfe Simoweisk am Don geboren, wo er sich in der Jugend schon mit Rauben undPlündern beschäftigte und sich zum Anführer einer geregelten Räuberbande emporschwang.
Im Siebenjährigen Kriege diente er erst im preuß., dann im Lstr. Heere, welchem letzter« er auchin den Krieg gegen die Türken folgte. In sein Vaterland zurückgekehrt, suchte er unter seinenLandsleuten den Samen des Aufruhrs auszustreuen, wurde indeß bald wegen seines unru-higen Betragens zu Maikowka an der Wolga eingczogen und nach Kasan ins Gefängniß ge-schickt. Doch wußte er sich wieder in Freiheit zu setzen, ging nun weiter östlich nach Jaizkoi