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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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Pud Pufendorf

Sachsen-Weimar. Besonders zeichnete er sich in den Niederlanden aus. Zum Oberstlieute-nant ernannt, beschäftigte er sich in der nächsten Zeit mit Errichtung eines Jägerregimentsund war zu Brügge Milikair- und Civitgouvecneur. Nach dem Frieden trat er in das Pri-vatleben zurück und besuchte zunächst England, wo er über ein Jahr blieb. In Muskau be-gann er nun nach großartigen Planen seine Parkschöpfungen, deren Werth noch dadurcherhöht wurde, daß mineralische Quellen die Errichtung einer Badeanstalt möglich machten, dieunter dem Namen Hcrmannsbad bekannt ist. Abwechselnd lebte er von Zeit zu Zeit in Dres-den und Berlin. Im I. >81 vermählte er sich mit der Tochter des Staatökanzlers Fürstenvon Hardenberg, der bisherigen Neichsgrästn von Pappenheim, von der er 1 826 geschiedenwurde. Im I. 1822 wurde er von dem Könige von Preußen in den Fürstenstand erhoben.Im I. l 828 unternahm er eine neue Neise nach England und verweilte daselbst und inFrankreich über ein Jahr. Nach seiner Rückkehr betrieb er die Verschönerungen in Muskaumit neuem Eifer nach vergrößertem Maße und gab diesem Werke eine wahrhaft genialeVoll-endung; eine Frucht dieser Thätigkeit war sein großes Werk über Landschastsgärtncrer.Spater machte er mehrjährige Reisen durch Nordaftika und Vorderasien; von da zurück-gekehrt, lebte er wieder inMuskau, bis er 1845 diese Herrschaft verkaufte und sich seitdem anverschiedenen Orten Deutschlands aufhielt. Als Schriftsteller machte sich P. zuerst bekanntdurch dieBriefe eines Verstorbenen" (4 Bde., Münch. >836 und Stuttg. 1831), als de-ren Verfasser er jedoch erst später mit Sicherheit genannt wurde. Sic enthalten ein Tage-buch aus England, Wales, Irland, Frankreich, Deutschland und Holland und tragen aller-dings die Spuren der Flüchtigkeit und Leichtfertigkeit, mit welcher sie ausgezeichnet sind, undder Selbstgefälligkeit des Verfassers; dagegen stellen sic aber auch höchst interessante Sittcn-und Charakterschilderungen auf, und sind insofern höchst wichtig, daß der Verfasser sich in denhöchsten Kreisen bewegte und Liese vorzugsweise schildert, während sie zugleich durch Keckheitder Sprache und Urtheile sich auözcichncn. Zunächst erschienen von ihm dieTutti srutti,aus den Papieren des Verstorbenen" (5 Bde., Stuttg. 1834), in denen jedoch des Unbedeu-! tendcn allzu viel eingemischt ist; nicht höher stehen dieJugendwanderungen" (Stuttg.

1835). Früchte von P.'s spätern Reisen sindSemilasso's vorletzter Weltgang; Traumund Wachen; aus den Papieren des Verstorbenen" (3 Bde., Stuttg. I83.5),Scmilassoin Afrika" (5 Bde., Stuttg. > 836),Der Vorläufer" (Stuttg. l 838),Südöstlicher Bil-, dersaal" (3 Bde., Stuttg. 1846),Aus Mehemed Ali's Reich" (3 Bdei, Stuttg. 1844)undDie Rückkehr" (Bd. I, Berl. 1846). P. ist ein Schriftsteller, der immer mit Anmuthund Gewandtheit schreibt,dadurch aber oft zu unbegründetem Urtheile verführt wird. Ari-stokrat durch Geburt und Überzeugung, hat er sich doch eine eigenthümliche Art von Libera-lismus angcbildct; nicht mit Unrecht wird ihm eine Neigung zu frivolen Schilderungen vor-! geworfen, sowie sein glänzender Stil durch eine angeblich vornehme Mischung von Wörternaus allen Sprachen entstellt wird. Eine ganz wcrthlose Arbeit ist dasLeben des Fürstenvon Pückler-Muskau" von August Jäger (Stuttg. 1843).

Pud ist ein Handelsgewicht in Rußland von 46 russ. Pfunden; zehn Pud machenein Berkowctz oder Schiffspfund. Ein Pud ist gleich 3', prcuß., 26>/< wiener oder 32V«Zvllpfund.

i Pudding, Plum Pudding oder Serviettenkloß ist eine Mehlspeise, die Mehl,Eier und Butter zu ihren Hauptbestandtheilen hat und durch verschiedene Zusätze pikantgemacht wird. Je nach den Znthaten unterscheidet man Schaumpudding, Kirsch-, Sago-,Citronen-, Blumenkohlpudding u. s. w.

, Pnddlingsarbeit, s. F r i sch e n.

Puder, ein aus feiner Stärke bereitetes weißes Pulver, diente seit der Mitte des 16.Jahrh. dazu, Haare und Perücken damit zu bestreuen, welche Sitte aber seit Anfang des 1S.Iahrh. fast ganz aus der Mode gekommen ist.

Puerperalfieber, s. Kindbettfieber.

Pufendorf (Samuel, Freiherr von), einer der ersten und ausgezeichnetsten deut-schen Naturrechtslehrer, geb. am 8. Jan. 1632 im Dorfe Flöhe bei Chemnitz, wo sein VaterPrediger war, besuchte die Fürstenschule zu Grimma, dann die Universitäten zu Leipzig undJena, und nahm, nachdem er sich wiederholt vergebens um eine Stelle in seinem Vaterlande