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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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Paul (Herzog von Würtemberg)

In andern Augenblicken war er mild, wohlwollend, menschenfreundlich, suchte begangenesUnrecht gern zu vergüten, und war ein zärtlicher Baker und Gatte, welches Letztere ihn aberNicht abhielt, seine Neigung auch andern Frauen zu schenken, wie das Beispiel der MadameChevalier zeigt. Man erzählt in Rußland gegenwärtig noch eine Menge Anekdoten vonihm, die das Unnatürliche und Tyrannische wie das Edle und Liebenswürdige, überhauptdas Schwankende und Unstäte seines Charakters genugsam darstellen und wodurch cs klarwird, daß ein wahrhaft tugendreiner und ehrenhafter Name auch stets von seinem Hasse ver-schont blieb, wogegen zweideutige Personen stets seinen Grimm zu fürchten hatten. Werihm im Gefühl seiner Würde und seiner guten Absicht mit Unerschrockenheit gegenübertrat,der war geborgen; wer seinen Blick vor ihm niederschlug, sich nicht in seine unmittelbarsteNähe wagte, der hatte verloren Spiel. Massen hat in seinen geheimen Memoiren überRußland das Leben und die Handlungen P.'s gallsüchtig entstellt. Nach Gcorgel war P.mäßig bei der Tafel und in seinen Vergnügungen, einfach in seiner Kleidung; er besaß, ohneWissenschaften und Künste sehr zu lieben, viele Kenntnisse; er wußte einzelne Menschen rich-tig zu beurtheilen und zeichnete sich in vertrauten Gesellschaften durch eine angenehme Unter-haltung und hinreißende Liebenswürdigkeit aus, Eigenschaften, die seine körperliche Häßlich-keit in solchen Momenten fast ganz in den Schatten stellten. Auch in seinen Briefen sindGeist, Scharfsinn und ein edler Ausdruck nicht zu verkennen. Ein sehr schönes Denkmalließ ihm in Pawlowsk (s. d.) seine Gemahlin Maria Feodorowna errichten. Ein Mauso-leum, dessen Porticus vier schöne Granitsäulen zieren, umschließt das Denkmal. Eine flachePyramide aus Granit mit dem Bildnisse des Kaisers in Marmor, als Medaillon, ruht aufeinem Piedestal von Porphyr, welches zugleich einen Sockel aus weißem Marmor, mit schö-nem Basrelief, die trauernde kaiserliche Familie darstellend, trägt; unter dem Medaillonlehnt sich über eine Urne die Statue einer majestätischen Frau mit Krone und Kaisermantcl.Das vordere Fronton des Mausoleums führt die Inschrift:Dem Gatten und Wohlthäter".Die beiden damals schon verewigten Großfürstinnen Alexandra und Olga sieht man in derGestalt zweier Genien, die erstere gen Himmel emporschwebend und die zweite, von Chcru-bimcn umgeben, ihre Schwester empfangend. Dieses treffliche Denkmal, welches sich in einemKüstern Theile des schönen Parks zu Pawlowsk, wo Kaiser P. gern zu verweilen pflegte,befindet, ist ems d^gelungensten Erzeugnisse des genialen russ. Bildhauers Martos.

Paul (Friedrich Wilhelms ^Aerzog von Würtemberg, bekannt durch seine wissen-schaftlichen Reisen, ist zu Karlsruhe in Schlesien am 27. Juni >797 geboren. Sein Barer,ein Bruder des verstorbenen Königs Friedrich's l., war,der Herzog Eugen von Würtem-berg, der bis 1806 in preuß. Militairdicnsten stand und >822 in Meiningen starb; seineMutter, eine geborene Prinzessin von Stolberg-Gedern, starb >83-1. Der Herzog wurdeam Hofe zu Stuttgart erzogen, wo er hauptsächlich eine militairische Erziehung genoß. Erzeigte nicht gerade hervorragende Talente, die zu großen Hoffnungen berechtigt hätten. Be-reits im I. >806 wurde er Hauptmann der Garde zu Fuß; in gleichem Range trat er > 813in preuß. Dienste. Im I. 1822 machte er seine erste Reise nach Amerika, auf der er bei derRückkehr im I. 1 822 , nachdem er schon viele Fährlichkciten und unsägliche Anstrengungenerduldet, zuletzt noch Schiffbruch erlitt. Er nahm nun seine Entlassung aus preuß. Dien-sten, hielt sich theils in Würtemberg, theils in Schlesien auf und vermählte sich 1827 mitder Prinzessin Sophie von Thurn und Taxis, worauf er die ehemalige Residenz des Hoch -und Deutschmeisters zu Mergentheim zu seinem bleibenden Aufenthalte sich erwählte. Dochsehr bald trennten sich die Neuvermählten wieder; die Herzogin ging wieder nach dem SchlosseTaxis, wo sic 1828 einen Sohn, den Herzog Maximilian, gebar, und hierauf erfolgte diegerichtliche Scheidung. Seitdem machte der Herzog wiederholte Reisen in Europa, nament-lich bereiste er Italien und Sicilien, sowie Spanien. Jm J. >82!) machte er eine zweite Reisenach Amerika, auf der er noch ungleich größere Gefahren zu bestehen hatte, und von der erin der Mitte des I. > 830 zurückkehrte. Ebenso unternahm er > 830 eine Reise nach Ägyp-ten, wo er in seinen Planen, bis zum neunten oder achten Breitegrad vorzudringen, vonMehemed Ali aus das wohlwollendste unterstützt wurde. Aufseinen Reisen hat er vortreff,liche naturhistorischc Sammlungen zusammengrbracht, die in Mergentheim aufgestellt sindund mit großer Liberalität gezeigt werden.