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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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Paul l. (Kaiser von Rußland)

Gebot, auf der Straße vor ihm aus dem Wagen zu steigen und das Knie zu beugen, undandere Beschränkungen mehr. Die Strenge, die er anwcnden zu müssen glaubte, um die zuThronveränderungen so geneigten Großen im Zaume zu halten, und die Verfolgung seinergeheimen Police! gegen scheinbar Verdächtige nahmen in dem Verhältnisse zu, als er aufSchwierigkeiten in der Ausführung seiner Plane stieß. Seine Gereiztheit und Willkürlich-keit kannten zuletzt keine Grenzen; Niemand war seiner Freiheit sicher; das geringste Wortder Misbilligung zog Verbannung nach Sibirien nach sich. So bildete sich denn eine durchdie Macht der Umstände und durch den Drang der Nothwendigkeithcrvorgerufcne Verschwö-rung, die P.'s Untergang zur Folge hatte. Man reizte P. absichtlich gegen seine Söhne,und diese machte mau glauben, daß der Vater sie in eine Festung sperren wolle; es seidaher ihrer Selbstcrhaltung wegen nothwcndig, den bis zum Wahnsinn gemüthskrankenKaiser zu verhaften. Die Hauptvcrschworcnen waren der Kriegsgouverneur von Peters-burg, General Graf Pahlen; der Fürst Plato Subow, Katharina's letzter Günstling; dieGrafen Valerian und Nikolaus Subow; der General Bcnningsen; der >824 verstorbeneGeneral Uwarow und der Garde-Oberstlicutenant Tatischew. Von diesen blieb ValerianSubow am 2S. Mäxz >801 Abends bei dem Kaiser. Die Übrigen, Plato Subow an derSpitze, und durch den Genuß hitziger Getränke zu ihrem Vorhaben befeuert, sowie ange-stachelt durch Privathaß gegen den Kaiser, kamen, während gleichzeitig der General Pahlendie Truppen auf dem Platze vor dem Palast des Kaisers aufstellcn ließ, durch eine verbor-gene Treppe Nachts I > Uhr in das Vorzimmer des Kaisers, der im Michailow'schen Palasieresidirte. Der wachthabende Lcibhusar öffnete, weil man ihm sagte, cs sei Feuer, man wolleden Kaiser wecken; als er die Menge cindringen sah und sich zur Wehr setzte, wurde er nie-dcrgestoßcn. Darauf gelangten die Verschworenen in P.'s Schlafzimmer, welches nur einenAusgang hatte, da der Kaiser, in seinem steten Mistrauen auch Verrath von seiner Gemah-lin fürchtend, die Thür nach den Zimmern der Kaiserin noch kurz zuvor hatte vermauernlassen; sie fanden den Kaiser halb angekleidct hinter einem Schirme aus seinem Lager. Ersprang ihnen wild entgegen, nannte sic Verräther und fragte, mit dem Fuße stampfend,nach ihrem Begehren. Fürst Subow legte ihm eine Acte vor, worin er sich unfähig beken-nen soll«, dicRcgicrung länger zu führen, und sie seinem ältesten Sohne Alexander zu über-geben. Beim Vorlescn derselben rief P.:Ich bin Kaiser und will es bleiben!" Als erhierauf mit gezogenem Degen sich nach dem Fenster Bahn zu brechen suchte, um auf dieStraße hinab nach Hülfe zu rufen, warf der VerwMnste der Verschworenen und zugleichder am meisten von ihm Gekränkte, Nikolaus Subow, im Bewußtsein zugleich der Gefahr,die ihnen drohte, falls es dem Kaiser gelänge, sich Hülfe zu verschaffen, P. nieder und sichmit seinen Knien auf ihn, während die Andern herzusprangen, ihn mit Fäusten schlugen,auf allerlei gräßliche Art ihn mißhandelten und zuletzt mit seiner eigenen Schärpe erdrossel-ten. Der Leichnam des Kaisers soll so verstümmelt gewesen sein, daß man selbst der Gemah-lin und den Großfürsten nicht gestattete, ihn zu sehen. Die Verschworenen öffneten hieraufdas Fenster, welches auf den vorerwähnten Platz führte; auf dieses Zeichen cröffnete derKriegsgouverneur der Residenz den unten in dumpfer Spannung versammelten Truppendie Nachricht von dein Ableben des Kaisers und nahm ihnen den Eid der Treue für den schondamals von allen Russen angebetetcn Kaiser Alexander ab. Als die Gemahlin P.'s, MariaFeodorowna, welche die öffentliche Stimme entschieden von der Theilnahme andemCom-plot gegen den Kaiser freispricht, und die Großfürsten das Geschehene erfuhren, war ihrSchmerz ebenso grenzenlos, als die Freude des Volks ohne Schranken war. Alexander ver-warf anfangs eine Krone, die man seinem Pater so gewaltsam entrissen hatte. Endlich un-terwarf er sich der durch P.'s Widerstand selbst herbeigefuhrten Nothwendigkeit. Pahlenund die meisten Verschworenen nahmen freiwillig ihren Abschied und zogen sich in die Ein-samkeit zurück. Der edle Alexander kannte das Gefühl der Rache nicht. Er übte jedwedeSchonung an den Feinden seines Vaters, und riefDie aus dem Kerker und aus der Verban-nung zurück, die die Laune des Kaisers P. dahin verwiesen hatte. In einem Manifeste wurdedessen Tod einem Schlagflusse zugeschrieben. Was den unglücklichen Monarchen in seinVerderben stürzte, war der vorherrschende Zug seines Charakters, der Jähzorn, wodurch ernicht nur seinen Untergebenen, sondern auch oft seiner eigenen Familie fürchterlich wurde.