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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Irland (Geschichte)

! einem großen katholischen Verein (Outbnlic associstwn) zusammenzutreten, der sich die

! Durchführung der Emancipation zum Zweck setzte. Dieser Verein bildete im Laufe eines

I Jahrzehnds den Mittelpunkt aller irischen Angelegenheiten und erlangte eine unbedingte'Herrschaft über die Gemüther der Katholiken. Die ungemeine Thätigkcit, die er entwickelte,als sich seit 1812 im Parlamente mehrfache Theilnahme an dem Schicksale J.'s zeigte, riefdagegen auch die frühern Orangelogen und die alten Reibungen zwischen Katholiken undProtestanten ins Leben, sodaß die Ruhe der Insel wiederholt gestört wurde. Als 1825die Regierung beide Verbindungen auflöste, gab O'Connell (s. d.) der katholischen As-sociation zwar eine neue Gestalt, doch setzte sie ihre eigentliche Wirksamkeit fort. Erst alsnach Cannin g's (s. d.) Tode, im I. 1827, der Herzog von Wellington (s. d.) dasStaatsruder übernahm, verließ I. seine ruhige Haltung und gerieth in die heftigste Bewe-s gung. Die Association organisirle sich wieder durch alle Grafschaften und übte vornehmlichi ihren Einfluß auf die Wahlen, welche von den kleinen Landwirthen entschieden wurden. Allei Katholiken mußten eine Abgabe zahlen, um die Vereinszwecke zu fördern und die von prote-stantischen Grundherren ausgesetzten Pächter zu unterstützen. Unter dem Namen von Braun-schweigclubs entstanden nun abermals protestantische Gesellschaften und damit so heftigeZwistigkeiten, daß auf der Insel jeden Augenblick ein Bürgerkrieg auszubrechen drohte.Die katholischen Bauern scharten sich zu Tausenden und durchzogen das Land, was hinge-. gen auch bewaffnete Versammlungen der Protestanten veranlaßte. Die Häupter der Asso-ciation, indem sie Alles anwendeten, um einen Ausbruch des Kampfes zu verhindern, zeig-ten damit der Regierung und den Protestanten erst vollständig ihre Gewalt und ihren Ein-fluß. Bei dieser drohenden Haltung der Katholiken beschloß die Negierung, dem Friedcns-bruche durch ein großes Zugeständniß zuvorzukommen. Nachdem die Auflösung der Ver-eine geboten war, brachte Wellington eine Emancipationsbill vor das Parlament, die unterheftigen Parteibewegungen und dem Widerspruche der Hochtories angenommen und am^ 13. Apr. 1829 von Georg IV. (s. d.) bestätigt wurde. Ein neuer Eid, den auch die Ka-

' tholiken leisten konnten, trat an die Stelle des frühern, wodurch denselben endlich die Mög-

lichkeit gegeben war, Sitz im Parlamente zu nehmen. Auch erhielten sie dadurch die Fähig,keit, öffentliche Ämter, doch mit Ausnahme des eines Lordkanzlers von I., zu bekleiden.

Diese Maßregel wurde von den irländ. Katholiken mit großer Freude begrüßt; dennobschon man bald einsah,daß hierdurch das Übel nichtunmittelbaraeheiltwerde,sobesaßmannun doch das Recht, den Druck und das Elend des Landes zur Öffentlichkeit zu bringen,

^ und von diesem Rechte machten die Iren sogleich den ausgedehntesten Gebrauch. Ihr Wort-

führer O'Connell stellte im Parlamente zunächst den Antrag auf Abschaffung des ebensodrückenden, wie gehässigen Kirchcnzchnten. Bei einer Bevölkerung J.s von sieben Mill.betrug die Eesammtzahl der Protestanten nicht viel über eine halbe Million. In vielenGegenden, besonders im südlichen und westlichen Theile der Insel, gab es gar keine Prote-stanten. Dennoch hatte jedes Kirchspiel seinen protestantischen Pfarrer, der von dem ar-men katholischen Bauer den zehnten Theil v'on allem Ertrage des Grundes und Bodenszog. Die blutigen Zwiste, welche dieses Verhältniß fortgesetzt veranlaßte, hatten schon 1815ein Gesetz (Titke composition act) hervorgerufen, nach welchem es beiden Theilen frcistand,sich statt der Naturalleistung über eine bestimmte Geldrente zu vereinigen. Nur wenige! Kirchspiele hatten indcß davon Gebrauch gemacht. Jetzt, nach der Emancipation, erhieltendie Katholiken plötzlich den Muth, die Entrichtung des Zehnten geradezu zu verweigern.Der Widerstand gegen die Abgaben wurde noch allgemeiner, als zu Ende des I. > 830 dieToryverwaltung fiel und die Whigs mit dem Ministerium Grey (s. d.) ans Ruder ge-langten. Die neue Verwaltung, die auf Gewinnung der Volksmaffen zur Durchsetzungder Parlamentsreform bedacht sein mußte, kündigte alsbald im Parlament an, daß sie ei-> nen Gesetzentwurf über die Ablösung des irländ. Zehnten vorlegen werde. Kein katholi-

l scher Irländer wollte mehr den Zehnten geben, und wo die Pfarrer den Beistand der Po»

. licei und der Gerichte anriefen, kam es zu blutigen Auftritten. Ganze Compagnien mußten°st zur Pfändung einiger Stücke Vieh aufgeboten werden, die dann bei der Versteigerung«in Ire kaufte. Endlich trat Lord Stanley, der Staatssecretair für J., in der Sitzung vonl832 mit dem verheißenen Gesetze hervor. Nach demselben sollte die Ablösung durch Geld