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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Zllyrischc Sprache und Literatur Ilmenau 407

slawischen Staat, doch wieder ein einiges Volk zu bilden. In der Thal fehlt es ihnen nichtan großartigen Erinnerungen; sie sind die Stammgenossen der alten Thrazier und bewohn-ten, frühzeitig mit Phöniziern, Griechen, Italienern und Kelten untermischt, im 4. Jahrh.v. Chr. das ganze Küstenland auf der Osiseite des Adriatischcn Meers, die hierzu gehörigenInseln und das westliche Makedonien bis Epirus; doch Philipp, König von Makedonien,entriß ihnen den ganzen Bezirk von Makedonien bis an den Fluß Drinius, jetzt Drino,wor-aufJllyricum oderJllyrica,WiedamalsI.hieß, inIllz'ricu grsecu und bardara einge-theilt wurde. Das erstere, das heutige Albanien (s. d.) wurde Makedonien einverleibt.Hier lagen Dyrrhachium, jetzt Durazzo (s. d.), das frühere Epidamnus, wo sich die Rö-mer gewöhnlich nach Italien einschifften, und Apollonia (s. d.), eine ansehnliche griech.Handelsstadt und Akademie. Ill^riee bsrbara erstreckte sich vom Flusse Arsia, jetzt Arsa, inIstrien bis an den Drinius, war in Zapydia, Liburnia und Dalmatia eingetheilt und er-hielt als das Geburtsland mehrer röm. Kaiser einen glänzenden Namen in der Geschichte.Seeräubern war ein Haupterwerbszweig der Illyrier, deren Könige deshalb mit den-mern schon früh in Streitigkeiten verwickelt wurden, welche endlich die Unterjochung derIllyrier unter ihrer Königin Teuta im I. 228 v. Chr. zur Folge hatten. Zwar suchten sievon Zeit zu Zeit die Fesseln wieder abzuschütteln, allein von Cäsar geschlagen und von Au-gustus, Germanicus und Tiber gänzlich entkräftet, wurde das Land endlich eine röm. Pro-vinz, behauptete aber auch als solche einen bedeutenden Rang im großen Nömerstaate. DerName Illxricum, dem im 4. Jahrh. das Beiwort hinzugefügt wurde, umfaßte jetzt

fast alle gegen Osten gelegene röm. Provinzen. Bei der Theilung des röm. Reichs kam I.zu dem abendländischen Kaiserthume, bei dessen Verfall im I. 476 es an die morgenländi-schen Kaiser fiel. Nachdem die Nationalität durch diese langwierige röm. und die vorüber-gehende goth. Okkupation des Landes sehr entartet war, wurde sie im 6. Jahrh. durch ein-wandernde stammverwandte slawische Völker, Kroaten und Serben, wieder aufgefrischt,denen es sehr bald gelang, sich von der schwachen byzantin. Regierung unabhängig zu ma-chen. Nun wurden zwar die westlichen Provinzen, Kärnten, Krain und Istrien, seit derKarolinger Zeit für immer dem Deutschen Reiche einverleibt, die östlichen dagegen fielennur noch einmal im I. l 020 vorübergehend den morgenländ. Kaisern in die Hände. Seit>000 machten die Venetiancr und Ungarn sich zu Herren kleiner Ländertheile und im I.>>70 entstand dort das ungar.-slaw. Königreich Nascien, aus welchem später sich Bos-niens, d.) und Serbien (s. d.) entwickelten. Dalmatien kam anfangs an Venedig,wurde aber 1270 größtentheils ein Raub der Ungarn, die bis an das Schwarze Meer vor-gedrungen waren. Doch sowol diese als Venedig verloren beinahe Alles an die Türken;letzteres behielt nur einen kleinen Theil von Dalmatien, und Ungarn nur Slawonien undeinen Theil von Kroatien. Der Friede von Campo-Formio im I. >797 brachte das vene-tian. Dalmatien nebst seinen Inseln bis Cattaro unter Ostreichs Herrschaft. Zwölf Jahrespäter trat das alte I. aufs neue in die Gegenwart ein, indem Napoleon am >4.Oct. >80>decretirte:Der Kreis Villach, Krain, das ehemalige vstr. Istrien, Fiume und Triest, dieLänder, welche unter dem Namen Littorale bekannt sind, und Alles, was uns auf dem rech-ten Saveufer überlassen ist, Dalmatien nebst seinen Inseln, sollen künftig den NamenJllyri sch e Provinzen führen." Nachdem I. noch einen Zuwachs von 3> QM. durcheinen Theil des von Baiern abgetretenen ital. Tirols erhalten hatte, wurde durch ein kai-serliches Decret vom 15. Apr. >8! I die Organisation der illyrischen Provinzen in militai-chcher und finanzieller Hinsicht definitiv regulirt. I. blieb nun unter franz. Herrschaft biszum Sturze Napoleon's, worauf es l 8 l 6 als Königreich an Ostreich kam. Seitdem wurde1822 das ungar. Littorale nebst Kroatien davon abgetrennt und wieder zu Ungarn geschla-gen,dagegen 1825 das ganze Kärntnerland demKönigreiche I. einverleibt,welches somitseine jetzige Gestaltung erhielt.

Jllyrische Sprache und Literatur, s. Serbische Sprache und Literatur.

Ilmenau, eine kleine Stadt mit 3800 E. im Großberzogthum Sachsen-Weimar,welche den Titel einer freien Bergstadt führt, an der Ilm, ist der Sitz eines Bergamts undoner mehrseitigen Industrie. Der Bergbau ist beiweitem nicht mehr so bedeutend als frü-