406 Zllustrirte Ausgabe» Zllyrien
Rede sein, welche uns mit denselben oder ähnlichen Empfindungen und Vorstellungen af.ficirt, wie das Wirkliche selbst uns erscheinen würde, obschon wir wissen, daß wir es nur miteiner Nachbildung des Wirklichen zu thun haben. Sie ist demnach nur dann ästhetisch, !wenn sie als Mittel dient, das Schöne darzustellen und das in sich Vollendete zu verkörpern;wenn sie aber die Verwechselung des Scheinbaren mit dem Wirklichen selbst oder eine blosmaterielle Wirkung zur Absicht hat, so artet sie aus einer ästhetischen, sich selbst bewußtenTäuschung in einen groben Betrug aus. Aus demselben Grunde wendet man bei theatra-lischen Vorstellungen nicht wirkliche Bäume, wirkliches Wasser u. s. w. an, sondern künst-liche Mittel, welche in uns die Vorstellung solcher Naturgegenstände erwecken und uns mit-hin in eine ästhetische Illusion versetzen. Je mehr es gelingt, diese Täuschung durch künst-liche Mittel in uns hervorzubringen, in desto höherm Grade wird sich unser ästhetisches Ge-fühl befriedigt fühlen. Ein Hauptgrund dieses Wohlgefallens beruht in der Mitthätigkeik, Iwoxu sich unsere Phantasie aufgesodert fühlt, wie in der Wahrnehmung, welche reiche Mt- !tel der Kunst für die Nachahmung des Naturwirklichen zu Gebote stehen. Die Illusion lhat in allen Künsten einen großen Spielraum, und wenn man bisher behauptete, daß siesich z. B. im Gebiete der Tonkunst nur in den ohnehin verdächtigen Tongemälden äußere,so hat man sie in einem allzu materiellen und beschränkten Sinne aufgefaßt. Man würdesie dann, weiterschließend, auch der Poesie absprechen und sie nur in das Gebiet der dar- 'stellenden Kunst und der bildenden Künste verweisen müssen, bei denen sie freilich erkenn-barer, aber vielleicht nicht einmal so intensiv als in der Tonkunst und namentlich in der Poe-sie sich geltend macht. So werden z. B. die Chöre, Arien und Recitative in einer Oper odereinem Oratorium uns um so mehr afficiren, je mehr sie in uns die Illusion erwecken, alsdrücke sich in ihnen der Empfindungszustand, dem Texte entsprechend, aufs wahrste und le-bendigste aus. Alle Künste beruhen zuletzt auf dem schönen Schein, auf der Illusion, diejedoch nur zum geringsten Theile auf der durch bloS materielle und körperlich sichtbareKunst-mittel bewirkten Sinnentäuschung beruht. ,
Jllustrirtc Ausgaben nennt man die in neuerer Zeit in Aufnahme gekommenenErzeugnisse der Presse mit in den Text eingedruckten Holzschnitten, Kupferstichen, die nichtein wesentlicher Zubehör wie bei den Kupferwerken sind, sondern blos dazu dienen, denText zu veranschaulichen oder dem Druckwerke selbst ein stattliches Ansehen zu geben.Wohl zu unterscheiden sind diese illustrirten Ausgaben von den bei den Bibliophilen beliebtenillustrirten Exemplaren. (S. Bibliomrnie.) Die Sitte der illustrirten Ausgaben kamzuerst in England auf und verbreitete, wie dort, sich auch sehr schnell in Frankreich, woraufsie auch in Deutschland und anderwärts Eingang fand, und hat nicht wenig dazu beigetra-gen, den ganz besonders für sie geeigneten Holzschnitt wieder in die verdiente Aufnahme zubringen. (S. Holzschnitt.)
Jllyrien, ein zur östr. Monarchie gehöriges Königreich, welches nebst dem König-reiche Dalmatien (s. d.) den Grundpfeiler der östr. Seemacht bildet, enthält auf 52l>OM. in 44 Städten, 45 Vorstädten, 73 Marktflecken und 7666 Dörfern l,l 56006 E.,die sich meist zur katholischen Kirche bekennen. Es zerfällt in das Gubernium von Laibach,326 OM. mit 736006, und das von Triest, I S 4 OM. mit 426666 E. Zu erster»! gehö-ren die Herzogthümer Krain (s. d.) und Kärnten (s. d.), und das Gubernium von Triestumfaßt das östr. Friaul (s. d.), die gefürsteten Grafschaften Görz (s. d.) und Gradis-ka (s. d.), das Gebiet von Aquileja und die Halbinsel Istrien (s. d.); die Hauptstadt desganzen Königreichs istLaibach (s. d.). Das Land wird bewässert durch die Save, Drauund den Jsonzo, und hat mehre Seen, z.B. den Czirknitzersee (s.d.); an den Küsten istes flach und sandig, im Innern aber gebirgig durch die Norischen, Karnischen undZulische»Alpen, und daher hier das Klima rauh, wogegen es in den südlichen Thälern Südfrüchtezur Reife bringt. Die wichtigsten Erzeugnisse sind, zumal in Kärnten und Krain, Ehen-und Stahlwaaren, deren Fabrikation jährlich mehr als zwei Mill. Fl. einträgt. DieMehrzahl der Bewohner ist slawischer Abkunst; sie haben in neuester Zeit angefangen, ihre -Sprache zu cultiviren, werden mehr und mehr ihrer Nationalität sich bewußt, ziehen un-willkürlich auch ihre Stammgensssen in Kroatien, Dalmatien, Bosnien und Serbien mihren Kreis hinein und arbeiten so darauf hin, wenn auch nicht einen unabhängigen sud-
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