Hyderabad 875
die Zurückführung der Bourbons auf den Thron dem ersten Csnsul persönlich ans Her;Ui legen, was allerdings großes Aufsehen erregte. Mit andern Royalistischgcsinnten er-richtete er hierauf in Paris eine geheime Gegcnpolieei, welche die Schritte der Negierungund die Gelegenheit für einen neuen Handstreich auskundschaftcn sollte. Einem deshalbgegen ihn ergangenen Vcrhaftsbcfehl wußte er durch die Flucht nach England sich zu ent-ziehen; doch fielen der Negierung seine Papiere in die Hände, die im Mai 1866 unter demTitel „0«rres,><in<lanco k,n<;Iui<e" veröffentlicht wurden. Die Thcilnahme am Attentate vomZ.Nivose (s. Höllenmaschine), deren man auch ihn beschuldigte, wies er I 86, in einer bc-sondcrn Schrift zurück. H. lebte nun mchreJahrc im Verborgenen zu Lyon. Im I. 186.',ginger, nachdem er zuvor die Erlaubniß erhalten hatte, seinePrivatverhältniffc in Frankreichzu ordnen, nach Spanien und schiffte sich mit seiner Familie nach den Vereinigten Staatenein, wo er sich in Neuyork ankaufte. Hier machte er die Bekanntschaft des Generals Mo-reau, den er zur Rückkehr nach Europa und zur Thcilnahme am Kampfe gegen Napoleonbewogen haben soll. Mit des Kaisers Sturze kehrte er >814 nach Frankreich zurück undwurde von Ludwig XVIII. zu diplomatischen Sendungen verwendet. Nach der zweitenRestauration trat er als Dcputirter des Departements Nievre in die Kammer. Den wü-lhendstcn Ultras zugesellt, wurde er von den Gemäßigten mit seinem Anhänge nur spott-weise tiiileux" genannt. (S. tl Ii u m b ro inti-oiivabl«-.) Im I. 1816 erhob ihnder König in den Grafenstand und schickte ihn als Gesandten in die Vereinigten Staaten.Nack seiner Rückkehr wählte ihn das Departement Nievre wieder in die Kammer; aberdas Ministerium entfernte ihn sogleich als Gesandten nach Lissabon. Der Eifer, womit erhier die Sache König Johann's VI. gegen Dom Miguel unterstützte, brachte ihm den Tire!eines Grafen von Bcmvosta ein. Zur Kammersitzung von l 824 erschien er in Paris undzog sich durch seine Opposition gegen das Ministerium Villele und die Verbindung mitChateaubriand das Misfallen der Regierung in dem Grade zu, daß er seinen Gesandr-schaftspostcn verlor. Bei dem Sturze Villele's übernahm er am 4. März > 828 das Marine-ministerium, gab aber, als am 8. Aug. 1829 Polignac an die Spitze der Verwaltung trat,seine Entlassung. Nach der Julirevolution verweigerte er der neuen Dynastie den Eid,legte seine Vollmacht als Dcputirter nieder und trat in das Privatleben. Er erneuerte nunseine Bemühungen für die altern Bourbons und empfing auch 18N2 zu Paris einen heim-lichen Besuch von der Herzogin von Berri. Der Thcilnahme an den legimiristischen Um-trieben verdächtig, wurde er am 16. Juni 1862 mit Fihjames und Chateaubriand ver-haftet, aber bald wieder freigelassen. Nach der Gefangennahme der Herzogin von Berribot er sich zu deren Vcrtheidiger vor Gericht an. Seitdem hat er wenig von sich hören lassenHyderaltZd ist der Name zweier Städte in Ostindien. Nach der einen wird ein derEngl.-ostind. Compagnie unterworfener Vasallenstaat genannt, bekannt unter dem Na-men des Staats des Nizam von Hyderabad, sowie unter dem des Königreichs Dekan, ausdem er eigentlich nur hervorgegangen ist. Derselbe liegt mitten in der vorderind. eigent-lichen Halbinsel und wird von den Flüssen Kistnah und Godavery durchströmt. Er batein Areal von 5 > 36 OM. mit ungefähr 8 Mill. E-, besteht aus den Provinzen Hyderabad,Bceder, Bcrar und Thcilcn von Aurungabad und Bebschapur und wird van dem 9ii.au>oder Subahdar, d. h. Statthalter, unter brit. Oberhoheit, die von einem Residenten ge-handhabt wird, beherrscht. Die Einkünfte bestehen aus 4,276006 Thlrn., wv.wn 6- 6auf die innere Verwaltung und 3,4 30666 als Tribut an die Engländer verwendet wer-den. Die Kriegsmacht des Nizam beläuft sich auf >6506 M., wozu noch I65»«>M. brit.Truppen kommen. Die bedeutendsten Städte des Landes sind Hyderabad, die schlechtbefestigte Haupt- und Residenzstadt des Nizam, am Mussy, mit 266666 E., einigen an-sehnlichen Palästen, Moscheen und Diamantschleifereien;Golkonda (s. d.) in der Nähevon H., früher die Hauptstadt des Reichs gleiches Namens; Boeder, ebenfalls früherdie Hauptstadt eines Reichs und merkwürdig durch prachtvolle Mausoleen, Moscheen undPaläste; Aurungabad (s. d.), Daulatabad (s. d.) und Ellora (s. d.). DieserStaat theiltc im Alterthum und Mittelalter ganz die Geschichte des alten Reichs D e-kanss.d.), zu dem seine verschiedenen Thcile gehörten. Zuletzt gehörten sie dem dekanifchenReiche der Bahmanydynastie an; von diesem rissen sich mehre Theile loS und bildeten