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Heinrich (Herzog von Anhalt-Köthen)
Siebenjährigen Kriege mit ausgebildetem Talent auf den Kampfplatz. Nachdem seinMath und sein fester sicherer Blick viel zur Entscheidung der Schlacht bei Prag beigetra-gen hatten, kämpfte er in der Schlacht bei Roßbach, in welcher er verwundet wurde, underhielt dann den Oberbefehl über die Truppen in der leipziger Gegend. Im 1.17 58 wurdeer an die Spitze der zweiten Armee von 25666 M. gestellt, mit dem Aufträge, Sachsen zudecken und den Angriffen der überlegenen Ncichsarniee zu begegnen. Er wußte hierbeidurch kluge Manoeuvres und kleine Gefechte die Fortschritte der Gegner so zu hemmen,daß Friedrich Zeit zur Erreichung seiner andcrweiten Zwecke gewann, und deckte zuletztseines Bruders Rückzug nach der Niederlage bei Hochkirch. Den glänzenden Feldzug von1759 eröffnete er angriffsweise, drang in Böhmen ein, zerstörte die Magazine der Östrei-cher und wendete sich hierauf gegen die Reichsarmee in Franken, der er ihre Proviantvor-räthe und viele Gefangene abnahm. Sodann in die Mark Brandenburg gerufen, wußteer zuerst nach dem Verluste der Schlacht bei Kay am 23. Juni und noch mehr nach derNiederlage bei Kunersdorf am i 2. Aug. durch täuschende Bewegungen das östr. und ruff.Heer so lange in Unthäligkeit zu erhalten, bis sein Bruder den erlittenen Verlust ersetzthatte. Im I. >760 bot er mit 36666 M. den Russen die Spitze, entsetzte nach mehren ge-schickten Märschen Breslau und zeigte namentlich darin die Überlegenheit seines Talents,daß er seine Zwecke erreichte, ohne eine Entscheidung zu wagen, die ungünstig für ihn hätteausschlagen können. Weniger glänzend war der Feldzug von 1761, in welchem sich H. derSchwäche seines Heers wegen ganz auf die Vertheidigung beschränkt sah. Den Feldzugvon 1762 eröffnete er durch einige wohlberechnete Angriffe, in denen er die Ostreicher zu-rückschlug. Hierauf folgten für ihn mehre Unfälle, da er eine zuweit ausgedehnte Linie zuvkrtheidigen hatte. Durch den Sieg aber, den er in der Schlacht bei Freiberg am 29. Oct.gewann, trug er nicht wenig dazu bei, das Ende des Kriegs herbeizuführen. Friedrich derGroße sprach über ihn das ehrenvolle Urthcil aus: „er sei der einzige General in diesemKriege gewesen, der keinen Fehler gemacht habe." Nach dem Friedensschlüsse ging er wie-der nach Rheinsberg, seinen Freunden und den Musen zu leben; doch verursachte stin zugroßes Vertrauen auf Personen, die dessen unwürdig waren, häusliche Verwirrungen, dieihn sogar veranlaßten, sich von seiner Gemahlin zu trennen. Der Antheil, welchen er wäh-rend seines Aufenthalts in Petersburg im I. 1776 an den Verhandlungen über die Thei-lung Polens nahm, erwarb ihm den Ruf eines Diplomaten. In dem bair. Erbfolgekriegerückte er mit 96666 M. im Geheimen am l.Juli 1778 in Sachsen und, nachdem sich derKurfürst mit ihm vereinigt, in Böhmen ein. Der Mangel an Lebensmitteln nöthigte ihnjedoch zum Rückzüge, noch ehe der bald darauf erfolgende Friede abgeschlossen wurde.Friedrich Wilhelm N. entfernte ihn von den Geschäften, weshalb er damit umging, seinenAufenthalt in Frankreich zu nehmen. Die bereits drohenden Vorzeichen der Revolutionließen ihn aber seinen Entschluß nicht ausführen. An dem Kriege gegen Frankreich, der sei-nen Ansichten entgegen war, nahm er keinen Antheil, vielmehr lebte er fortan nur den Wis-senschaften bis zu seinem Tode am 3. Aug. 1862. Vgl. „Vie jirivee, politi^ue et militsir«kl» prince U. eie krusse" (Par. I 869).
Heinrich, Herzog von Anhalt-Köthen, Senior des GesammthauseS, geb. zu Pleßin Schlesien am 36. Juli >778, ist der dritte Sohn des am 12.Dec. 1797 verstorbenenFriedricb Erdmann von Anhalt-Pleß und dessen Gemahlin Luise Ferdinande, einer Toch-des Grafen Heinrich Ernst von Stolberg-Wernigerode. Nachdem sein älterer BruderFerdinand, welcher dem Vater in der Regierung von Anhalt-Pleß folgte, durch den frühenTod des minderjährigen Herzogs Ludwig im I. 1818 zur Negierung des HerzogthumSAnhalt-Köthen gelangt war, erhielt der Prinz das Fürstenthum Anhalt-Pleß. Als auchder Bruder am 23. Aug. I83V ohne Nachkommen verstarb, folgte er demselben in derRegierung von Anhalt-Köthen und überließ nun das Fürstenthum von Anhalt-Pleß sei-nem jünger« Bruder Ludwig. Obgleich bald darauf in ganz Deutschland unruhige Be-wegungen eintraten, für welche seines im I. 1825 mit seiner Gemahlin zur röm.-katho-lischen Kirche übergetretenen Bruders unbedachtsamer Kampf gegen die öffentliche Mei-nung Empfänglichkeit zu erwecken wol vermocht hätte, so blieb doch das Land, welches mit
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