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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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753
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Gebhard Gebirgskrieg 753

Völkern, namentlich den Griechen und Römern, für religiöse Pflicht angesehen worden.Dem Christen ist es in der heiligen Schrift und durch das Beispiel Christi ausdrücklich ge.boten und darf daher nicht unterlassen werden. Auch ist es eine natürliche Folge des kind-lichen Vertrauens, das wir Gott bezeigen sollen, daß wir ihn um Alles bitten, obgleich wirwissen, daß er uns dasselbe auch ohne unser Bitten gewähren will, und daß wir ihn für dasEmpfangene danken, obgleich wir wissen, daß er es uns nicht um dieses Danks wegen gegebenhat. Das Gebet ist daher eine Pflicht des kindlichen Sinns gegen Gott, als unfern Vater.Es ist aber auch für uns Bedürfniß, denn es erhebt, heiligt, tröstet und stärket die Seele, wenn esinbrünstig und andächtig ist. Nur darf man nicht glauben, daß man Gott eine Ehre erweise,oder ihn zur Erhörung nöthigen könne, wenn man recht viel und anhaltend bete, oder daß er,wie ein Mensch, nachgeben müsse, wenn man ihn mit Bitten bestürme.

Gebhard, Kurfürst und Erzbischof von Köln, aus dem gräflichen Hause der Truch-sesse von Waldburg, geb. am 10. Nov. 1547, wurde bei dem geringen Güterbesitze seinerFamilie zum geistlichen Stande bestimmt und erwarb sich eine gründliche Bildung und guteKenntnisse. Er machte seine Studien zu Ingolstadt, Dillingen, Bourges, Bologna undRom. Schon 1562 wurde er Domherr in Augsburg, 15H7 in Strasburg und 1570 inKöln, 1574 Dechant in Strasburg, 1576 Dompropst in Augsburg und 1577, obschon derHerzog Ernst von Baiern sein Mitbewerber war, zum Erzbischof von Köln erwählt.Arglistige Gegner, denen er schon seiner zum Protestantismus sich hinneigenden Gesinnun-gen wegen verdächtig erschien, brachten ihn sehr bald in übelnRuf, den seine Liebe zur schönenGräfin Agnes von Mansfeld nur vermehre» konnte. Nach vielfachen Kämpfen mit demCapitel kam er zu dem Entschlüsse, zur protestantischen Kirche überzutreten, worauf er sich1582 mit der Gräfin Agnes vermählte. Er suchte nun die protestantische Lehre in seinemLande cinzuführen und dasselbe als weltliches Kurfürstenthum zu behalten, wurde jedoch, dadas Capitel sich deshalb beim päpstlichen Stuhle beschwerte, abgesetzt. Noch hielt er sich, von ei-nigen protestantischen Fürsten unterstützt, eine Zeit lang gegen seinen Nachfolger, den Erzbi-schofErnst vonDiiern. Nachdem er aber 1584 seine letzteFeste, Bonn, hatteräumen müssen,zog er sich nach Holland zurück, wo er am 21. Mai 1601 unbeerbt starb. Seine Lebensge-schichte lieferte Barthold imHistorischen Taschenbuch" (NeueFolge, Jahrg. I, Lpz. 1840).Gebirge, s. Berge.

Gebirgsartillerie nennt man eine solche, welche nur auf den Krieg im hohen Ge-birge eingerichtet ist und deshalb von der gewöhnlichen Feldartillerie bedeutend abweicht.Die Geschütze sind von ganz leichtem Kaliber und bestehen gegenwärtig fast ausschließendin zwölspsündigcn Haubitzen (Berghaubitzen, obusiers äe mootagns). Sie sind zum Aus-einandernehmen eingerichtet und werden dann in ihren einzelnen Theilen auf Maulthierenfvrtgebracht. Da indes der Transport auf Maulthieren stets viele Unbequemlichkeiten hat,so ist jedes Geschütz auch noch mit einer kleinen Protze, mit niedrigen Rädern und Gabel-deichsel versehen, um es auf günstigem Terrain durch dieMaulthiere ziehen lassen zu können.Die franz. Gebirgsartillerie in Afrika hat sich gegen die Araber und Kabylen außerordent-lich nützlich bewiesen, besonders im Anfänge des Kriegs, wo die Eingeborenen mit der Wir-kung der Granaten noch unbekannt waren.

Gebirgskrieg. DerKrieg im Gebirge unterliegt besondern Regeln, weil er mit eigen-thümlichen Umständen und Schwierigkeiten verbunden ist, die beim Kriege in der Ebenenicht Vorkommen. Aus diesem Grunde bedarf er auch eines eigenen sorgfältigen Studiums.Man hat lange Zeit die Meinung gehabt, daß große Gebirge der Vertheidigung eines Lan-des Vorschub leisteten, und daß man sie nur zu besehen brauche, um dem Feinde das Eindrin,gen zu erschweren, bis die neuere Kriegsgeschichte das Falsche einer solchen Theorie dargethanhat. Der Erzherzog Karl von Ostreich war der Erste, dem wir über die Führung des Ge-birgskriegs richtige Grundsätze verdanken. Das wirkliche Gebirge oder das Hochgebirgemacht nicht nur andere strategische Einleitungen nothwendig, sondern verändert auch theil-weise die Taktik und Fechtart der Truppen. Früher hielt man die Besetzung des Hauptrückensund aller über denselben führenden Wege für unerläßlich, wodurch man seine Kräfte zersplit-terte und in den so verderblichen Cordonkrieg gerieth. (S. Cordon.) Gegenwärtig ist manConv. -Lex. Neunte Ausl. V. 48