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mit dieser durch Verfolgung und Unterdrückung, aus dem Verluste des größten Theils ihrerheiligen Bücher (s. Zendavesta) und dem Vergessen ihrer alten Sprache und Traditionenerklärt. Sie dürfen nur Eine Frau, und zwar nur ihres Glaubens, hcirathen und kenne»weder Vielweiberei noch Scheidung. Obgleich ihre Frauen sich nicht verschleiern, so genießendieselben doch des Rufs strenger Keuschheit. Ebenso unterscheiden sie sich von den Musel-männern, daß sie alle Arten geistiger Getränke und Speisen essen dürfen. Ihre Tobten sehensie auf besonders angelegten Todtenäckern, horizontal mit dem Kopf nach Osten auf eigeneGestelle gelegt, so lange der Luft aus, bis sie entweder von den Naben verzehrt oder von derSonne ausgetrocknet sind. Dann erst beerdigen sie die Überreste in einer gemeinschaftlichenGrube. Sonst zeigen sich die Gebern durch ihre Sanftmuth, religiöse Entsagung, Unter-werfung unter die Gesetze des Landes, Wohlthätigkcit und Rechtschaffenheit aus. Überallsprechen sie die Sprache des Landes, und nur bei ihrem Gottesdienst brauchen sie die Zend-sprache, die von ihnen als heilige Sprache verehrt, aber nebst dem Pehlcwi ebenso, wie vonden Juden das Hebräische, von ihre» Priestern erlernt werden muß. Diese, welche ziemlichzahlreich sind, zerfallen in drei Grade, in Hcrbed, Mobed und Destur, von denen die ersinnden niedrigsten, die letzter» den höchsten bilden. Sie sind im Ganzen durchaus nicht fana-tisch, obschon sie sehr empfindlich gegen alle Einmischung in ihren Cultus und noch mehrgegen Proselytenmacherei sind. Vgl. Rhode, „Die heilige Sage der alten Baktricr, Mederund Perser u. s. w." (Franks. 1820 ).
Gebet kann der Wortbedeutung nach eigentlich nur von Bitten, an Gott gerichtet,gebraucht werden. Da aber die Bitten häufig auch mit Dank für schon empfangene Wohl-thaten und mit Preis der Güte Gottes verbunden sind (Lob- und Dank ge bete), so hatder Sprachgebrauch den Begriff erweitert, und man nennt Gebet jede Anrede an Gott,welche Gott um etwas bittet oder ihm für etwas dankt oder seine Güte preist. Es kann in-nerlich in blos gedachten oder auch äußerlich in ausgesprochenen Worten (stilleS und lautesGebet) bestehen, und es kann die Anrede von dem Betende» selbst gebildet sein (HerzenS-gebet), oder nach einer von Andern ausgesprochenen Formel (Formulargebet) gesche-hen. Der Betende, indem er Erhörung, d. i. Gewährung seiner Bitte, hofft, setzt nothwen-dig voraus, das Gott allgegenwärtig, allwissend und allmächtig sei. Da diese Eigenschaftenallen Geschöpfen fehlen, so können und dürfen die Gebete nur an Gott gerichtet werden, undbilden daher einen Theil der Anbetung, die Gott allein zukommt. Aus diesem Grunde undweil uns die heilige Schrift mit unfern Gebeten überall an Gott selbst verweist, halten cs dieProtestanten nicht für erlaubt, zu einem Andern als zu Gott zu beten, während die Katho-liken auch die Engel und die Heiligen anruscn, daß sie bei Gott als Fürsprecher auftretensollen. Das Gebet, wenn es rechter Art sein soll, muß andächtig sein (s. Andacht), wür-digen Inhalts, nämlich daß wir uns von Gott nur erbitten, "was wir glauben, daß eS seinerWeisheit und Güte gemäß sei, und endlich ergeben und bescheiden, d. h. daß wir Gott dieErhörung heimstellen. Abergläubisch wird das Gebct, wenn man der Gebetsformel selbsteine zauberische Wirksamkeit auf Gott, oder der oftmaligen Wiederholung derselben eine bc->sondere Wirkung zuschreibt oder Gott durch das Versprechen gewisser freiwilliger Dienstlei-stungen (s. Gelübde) zur Erhörung bewegen zu können glaubt. Die Erhörung des Ge-bets ist die Gewährung des Gebetenen von Seiten Gottes. Manche haben an der Erhörunggezweifelt und daher alles Bitten zu Gott für überflüssig gehalten. Sie meinten, wie z. B.Rousseau, Gott habe den Weltlauf von Ewigkeit unabänderlich geordnet, daher er ihn umdcrBitte derMenschen willen nicht abändern könne, und es müßte dann derNaturlauf durchein Wunder unterbrochen werden. Doch die ganze Vorstellung von einem geordneten mecha-nischen Naturlaufe ist völlig grundlos. Wäre sie aber auch gegründet, so könnte man immernoch sagen, Gott habe das Gebet von Ewigkeit vorhergesehen und den Naturlauf zu dessenErfüllung eingerichtet. Andere meinten, da Gott unveränderlich und allweise sei, so könnesich sein Wille um unseres Gebets willen nicht ändern, und er könne nur Eins thun, nämlichdas Beste, was er auch thuc, ohne gebeten zu werden. Doch die Vorstellung, daß Gott nurEins thun könne und nur Eins das Beste sei, ist ohne Grund, indem Gottes Wille auf ver-schiedenen, oft selbst entgegengesetzten Wegen zur Vollführung kommt. Gott kann daher Ge-bete erhören ohne dadurch veränderlich zu werden. Das Gebet ist auch von allen gebildeter