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Gauß Gay
Gauß (Karl Friedr.), Hofrath und ordentlicher Professor der Astronomie zu Güttin-gen, einer der größten Mathematiker, geb. am 23. Apr. 1777 in Braunschwelg, gab schonauf der Schule so deutliche Beweise großer Talente, daß er die Aufmerksamkeit des HerzogsKarl Wilh. Ferdinand von Braunschweig auf sich zog, der seine fernere wissenschaftliche Aus-bildung auf alle Weise unterstützte. Nachdem er seit 17 99 zu Braunschweig privatisirt hatte,ward er 1807 zum Professor in Göttingen und 1816 zum Hosrath ernannt. Bereits inseiner Doctordisputation 1799 zeigte er seinen Scharfsinn dadurch, daß er die früher« Be-mühungen, den Hauptsatz der Algebra zu beweisen, einer scharfen Kritik unterwarf und selbsteinen neuen, strengen Beweis desselben lieferte. Noch glänzender entwickelte er feine Kräftein den „Ilisguisiliones aritlnneticae" (Lpz. 1801, 4.), einem Werke voll der feinsten mathe-matischen Speculation, durch welches die höhere Arithmetik mit den schönsten Entdeckungenbereichert worden ist. Als zu Anfänge des 19. Jahrh. die neuen Planeten entdeckt wurden,fand G. neue Methoden zur Berechnung ihrer Bahnen, unter denen namentlich die Methodeder kleinsten Quadratsummen berühmt geworden und einer sehr allgemeinen Anwendungfähig ist. Er veröffentlichte dieselbe in seiner „l'lreoria motus corporum coelestium"(Hamb. 1809, 4.), die viel dazu beigetragen hat, dem um diese Zeit erwachenden Sinne fürgenauere und folgerichtigere Benutzung der astronomischen Beobachtungen die rechte Rich-tung zu geben. Auch seine „l'lieoria combinstionis obserrationum erroribus minimis kib-norias" (Gott. 1823, 3.) war eine wesentliche Bereicherung der Wissenschaft. Seil derVollendung der neuen göttinger Sternwarte widmete er sich auch astronomischen Beobach-tungen. Im Aufträge der Negierung setzte er die dän. Gradmessung im Königreiche Hanno-ver fort, bei welcher Gelegenheit er die Entdeckung machte, die entferntesten Stationen durchreflectirtes Sonnenlicht mittels des von ihm erfundenen Heliotrops (s. d.) sichtbarzumachen. Später war er eifrig mit Beobachtungen über den Erdmagnetismus beschäftigt,und die Regierung hat ihm zu diesem Bchufe ei» kleines Gebäude nahe an der Sternwarteals magnetisches Observatorium erbauen lassen. Durch seine und Wilh. Weber's Arbeitenauf diesem Felde, namentlich durch die von ihm gelieferte Theorie des Erdmagnetismus, istdieser schwierigen Lehre eine ganz neue Gestalt gegeben und alles früher Geleistete ganz inden Schatten gestellt worden. Dieselben sind enthalten in den von beiden Forschern seit 1837jährlich herausgegebenen „Resultaten aus den Beobachtungen des magnetischen Vereins",sowie in dem „Atlas des Erdmagnetismus" (Lpz. > 830). Gegenwärtig beschäftigt sich G.vorzugsweise mit der Theorie der Geodäsie, über welche er eine Reihe einzelner Abhandlun-gen zu liefern gedenkt, deren erste er bereits im J. 1833 in der göttinger Societät der Wissen-schaften vorgelescn hat, wie denn die Commentarien dieser Societät eine große Zahl tiefsin-niger Abhandlungen von G. enthalten, die eine wahre Zierde derselben bilden und auch insprachlicher Hinsicht als Muster aufgestellt werden können.
Gavotte hieß ein altes, zum Tanz angewandtes Tonstück von munterm Charakter,das seinen Namen von einem franz. Gebirgsvölkchen, den Gavots, erhalten hat. Es be-stand aus zwei Reprisen, fing im Auftakt an und stand im Allabrevctakt. Die Gavottenwaren ehemals gleich der Menuett auch in Sonaten, Suiten u. s. w. eingeführt, da man sichnicht genau an die äußere Form band, die sie als Tanzstücke hatten.
Gay (John), geb. 1688 zu Barnstaple in Devonshire und in der Schule seiner Hei-mat gebildet, machte seinen ersten dichterischen Versuch in „Rural Sports" (Lond. >711),einer anziehenden Schilderung ländlicher Ergötzlichkeitcn und einer seiner besten Leistungen,die ihm Pope's Freundschaft erwarb. Im I. 1712 trat er als Secretair in die Dienste derHerzogin von Montmouth, und 1713 begleitete er den Grafen von Clarendon als Gesandt-schastssecretair nach Hannover. Er starb in London am 3. Dec. 17 32 und wurde in derWestminsterabtei begraben, wo der Herzog von Queensberry ihm ein Denkmal setzen ließ,zu welchem Pope die Aufschrift fertigte. Sein zweites literarisches Product war die Posse„Drivia »r ttie art <>t' rvallcinA tke Streets ok I^onelon" (Lond. 1712). Seine Parodie derIdyllen vom Ambrose Philips in „Dbe slieplrerü's rveek" (Lond. 1713) ist ebenso reich anWitz als an naturtreuen ländlichen Schilderungen, die er jedoch absichtlich bis zur Plattheitgetrieben hat. Auch seine ,,'lHvn eclogues" sind Parodien. Die beiden dramatischen Ver-suche„1Vtiat <j'z e call >t?" und „Hirse cla) s alter marriage" (171-7) blieben ohne Beifall?