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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Gau

Hülfswissenschaften, namentlich der Genealogie, Heraldik, Diplomatik und Chronologie,hellte theils das Ganze, theils einzelne Theile derselben durch wichtige Werke und Abhand-lungen auf und führte in das Studium der allgemeinen Weltgeschichte und in die akademi-schen Borträge derselben die bessere Methode ein, welche die Erzählung nach der Zcitfolgemit Synchronismus verbindet. Vor Allem hatte sich die alte Geschichte der wichtigsten Auf-klärungen durch seinen Fleiß, seine gründliche Gelehrsamkeit und seinen historischen For-schungsgeist zu erfreuen. Zu beklagen ist cs, daß viele seiner Werke unvollendet gebliebensind. Die königliche Societät der Wissenschaften in Göttingen hatte an ihm eins ihrer thä-tigsten Mitglieder; er selbst stiftete 176-1 das historische Institut, dessen Director er seit1 767 war. Außer seinen theils einzeln erschienenen, theils in Journalen abgedrucklen histo-rischen Abhandlungen sind besonders zu erwähnen seineWeltgeschichte in ihrem ganzenUmfange" (Bd. I und 2, Gött. 178587),Versuch einer allgemeinen Weltgeschichte biszur Entdeckung von Amerika" (Nürnb. 1792),bllsmsnta artis «liplomaticae univer-alis"(Gült. 1765),Abriß derDiplomatik" (Gött. 1798),Praktische Diplomatik" (Gött. 1799),Handbuch der neuesten Genealogie und Heraldik" (Nürnb. 176172),Abriß der Ge-nealogie" (Gött. 1788),Abriß der Heraldik" (Nürnb. 177-1; 2. Ausl., Gött. 1792),Praktische Heraldik" (Nürnb. 179l),Abriß der Chronologie" (Gott. 1775),Ab-riß der Geographie" (Gött. 1775) undKurzer Begriff der Geographie" (Gött. 1788;2. Auss, 1793). Auch gab er dieAllgemeine historische Bibliothek" (16 Bde., Halle >7677i)und dasHistorische Journal"(l 6 Bde., Gött. 17728I)heraus. Seine Tochter,MagdalcnePhilippineG.,geb. zu Göttingen am 2. Oct. 1756, die Gattin des 1818verstorbenen Geh. Rath und Director des Kriegscollegiums zu Kassel, Joh. Phil. Engel-hard, machte sich als lyrische Dichterin vortheilhaft bekannt und starb zu Blankenburg am28. Sept. 1831. Der ersten Sammlung ihrerGedichte" (Gött. 1778) folgten außer meh-ren Gclegenheitspoesien eine zweite Sammlung (Gött. 1782) und eine dritte (Nürnb. 1821). Ihr Bruder, Christoph Will). Jak. G., geb. am 2. Dec. 1759, wurde >787 Pro-fessor der Kameralwissenschaftcn und Technologie zu Heidelberg, >795 auch Professor derDiplomatik, 1895 zum Oberforstrath ernanist, und starb am 11. Sept. 1838. Er schriebunter Anderm eineAnleitung, den Harz und andere Bergwerke zu bereisen" (3 Bde-, Gött.178599), der sich dieBeschreibung des Harzes" (2 Bde., Nürnb. 179293)alsFort-sttzung anschließt, setzte W. G. von Moser sForstarchiv" unter dem TitelNeues Forst-archiv" (l I Bde-, Ulm 1796 1891) fort, gab mit Laurop dieAnnalen der Forst - undJagdwisscnschaft" (Bd. 1, Darmst. >811) heraus und lieferte zuletzt eineLiteratur deSWeinbaus aller Nationen" (Heidclb. >832).

Gau, entstanden aus dem altdeutschen Gowc oder Go, im Lateinischen gewöhnlichauch > egiu oder provincm genannt, war der von den Franken auch nach Deutschlandund in die unterworfenen slaw. Länder übergegangene Name für die Bezirke, in welche dasLand der Verwaltung, Rechtspflege und Kriegsverfassung wegen gctheilt war. Die Gau-verfassung kam bei den Franken bereits im 7. Jahrh. auf. Meist hatten die Gaue natürlicheGrenzen, gebildet durch Gebirge, Thälcr, Flüsse und Wälder; erst in späterer Zeit machtesich auch bei Bestimmung ihrer Grenzen, namentlich in Deutschland, die Politik geltend.Die Negierung in den Gauen war im Namen des Königs einem oder mehren Grafen über-rragcn, die darnach Gaugrafen hießen, im Lateinischen überhaupt co,»',t«8 genannt, da-her nun auch wieder der Gau cowitatus, d. i. Grafschaft, genannt wurde. Schon im > 2.Jahrh., als die königlichen Lchnsträger und Beamten ihre Ämter zu erblichen gemacht hatten,kan, die Gauverfassung wieder außer Brauch, und es hat deshalb die Bestimmung der Lageund der Grenzen vieler Gauen gegenwärtig große Schwierigkeiten, zumal da in den größer«Gaue» auch wieder kleinere Vorkommen. Nur in den Namen einiger Gegenden, wie Brcis-gau, Rheingau, Sundgau, Algan, Aargau, Wasgau u. s. w. hat sich eine Erinnerungan sie bis aus unsere Zeit erhalten; auch erinnern daran die Endungen einiger Orte. Vgl.,außer den altern Schriften von Sagittarius, Meibom, Juncker u. A., Leutsch,Mark-graf Gero, nebst einer Gaugevgraphie" (Lpz. 1828, nebst zwciKarten), Werscbe,Beschrei-bung der Gaue zwischen Elbe, Saale, Unstrut, Weser und Werra im II. und 12. Jahrh."Hann. 1829, ä., nebst Karte), Ritter von Lang,Baierns Gaue nach den drei Aolksstam-