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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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Gastmähler 743

ten, oder es begann auch ein Tanz von Jünglingen in Waffenfchmuck und von Mädchen.Solche Gastmähler wurden aber nicht blos von einzelnen Personen häufig gegeben, sondernman ordnete auch nicht selten durch gemeinschaftliche Beiträge der Theilnehmenden ein Gelag(Eranos) an. In der folgenden Zeit wurden bei den Alten mit der Ausdehnung der Tafel«frcuden auch die dabei stattfindcndcn Gebräuche mehr und mehr erweitert und festgesetzt.Die wirklichen Gäste wurden durch Diener oder Sklaven feierlich cingeladcn; die Gäste,welche ohne Wissen des Gastgebers mitgebracht wurden, nannte man bei den Griechen undRömern Schatten fee-««/, uinkrae); außerdem aber gesellten sich ungeladen hinzu allerhandLustigmachcc oder Parasiten. Bei den Griechen erschienen beim Gastmahle nur Männer,bei den Römern auch Frauen. Die Zahl der Gäste war unbestimmt; ehe sie zu Tische sichbegaben, wurden ihnen die Füße gewaschen und gesalbt. In der ältesten Zeit säß man beiTische, in der spätem Zeit nahm man während des Essens eine schräge Lage an, auf folgendeWeise. Um die Tafel waren mehre Ruhepolster gestellt, die häufig aus Cedernholz verfer-tigt, mit Elfenbein ausgelegt, mit Gold und Silber verziert und mit kostbaren Decken belegtwaren. Der Liegende hatte den obmn Thcil des Körpers auf den linken Ellbogen gestützt,den Unterleib gerade ausgcstrcckt oder etwas gebogen, im Rücken lagen zu größerer Bequem-lichkeit bisweilen noch kleine Kissen. Der Erste am ober» Thcile des Ruhepolstcrs streckteseine Füße hinter dem Rücken des neben ihm Liegenden aus, der Zweite lag mit dem Kopfenahe an dem Schoost des Erstem und streckte seine Füße hinter dem Rücken des Dritten wie-der aus u. s. w. Daß unter den Plätzen ein gewisser Rang beobachtet wurde, liegt außerZweifel, obwol die Rangordnung selbst sich nicht näher Nachweisen läßt. Die Tische wurdennicht, wie gegenwärtig, mit Tüchern bedeckt, sondern nach jedem Gange der Reinlichkeit we-gen mit Schwämmen abgcwischt und so auch jedesmal für die Gäste Wasser zum Waschender Hände umhcrgegebcn. Ein Handtuch brachte jeder Gast mit. Da man sich nicht derMesser, Gabel und Löffel bediente, so wurden die Speisen von eigens dazu bestellten Vor-schneidern in kleine Stücke zerlegt und zum sofortigen Genüsse aufgetragen. Drei Gängefanden bei feierlichen Mahlzeiten in der Regel statt, das Vormahl, wobei man blos solcheSpeisen auftrug, die zur Eßlust reizten, dann das Hauplmahl, welches aus mehren und sei-ner zubereiteten Speisen bestand, endlich der Nachtisch mit Näschereien. Während des Mahlstrugen die Gäste häufig weiße Gewänder, schmückten sich mit Kränzen und salbten Haupt undBart mit duftenden Ölen. Das Speisezimmer selbst wurde ebenfalls mit Kränzen geziert,und die Rosen, die als Sinnbild des Schweigens über dem Tische aufgehängt waren, habendas noch jetzt übliche Sprüchwort veranlaßt: Einem etwas suk rosa, d. h. unter der Rose,mitthcilcn. Der Symposiarch oder Tafclfürst, entweder der Wirth selbst oder eine von ihmdazu ernannte Persoy, sorgte für alles zum Gastmahle Nöthigc; ein Anderer, der Schmaus-könig, führte die Aufsicht über das Trinken; der Austhciler theiltc Jedem seine Portion zu,und Wcinschcnkcn, meist schöne Knaben, reichten die gefüllten Becher dar. Den Wein trankman stets mit Wasser vermischt. Das eigens für diese» Zweck bestimmte Mischgcfäß hießKrater, aus welchem mit einem Schöpfkrüglein (o^atlius) in die Trinkbecher (pooila), dieoft aus kostbaren Stoffen bereitet, prachtvoll verziert und bekränzt waren, cingeschenkt wurde.Gewöhnlich brachte man einen Becher dem rettenden Zeus (Soter), einen der Göttin derGesundheit (Hygiea) und den letzten dem guten Schutzgeistc oder Genius. Nur die Mäßigenaber begnügten sich mit dieser Zahl, Andere gingen weil über dieselbe hinaus, denn mantrank nicht blos in die Runde (Encykloposic), sondern auch auf das Wohl abwesender Freundeund Geliebten, und dann so viele Becher, als der Name Buchstaben enthielt, ja man stellteförmliche Trinkkämpfe mit ausgesctztcn Preisen an. Außer der Unterhaltung durch Gespräche,die oft, wie wir aus Platon's und Plutarch'S Symposien sehen, sehr ernst und philosophischwar, öfter aber im Scherz und Witz sich erging, wobei die Näthsel und Griphcn (s. Logo«griph) eine große Rolle spielten, hatte man noch die durch Gesang, und dasSkolion stimmtebald zu heiterer Freude, bald zu erhabenem Ernst. (S. Deipnon, Symposion undSkolicn.) Nach beendigtem Mahle erschienen zur Belustigung der Gäste häufig Flöten-spieler, Sängerinnen, Tänzerinnen und Possenreißer aller Art, oder die Gäste trieben selbstallerhand Spiele, unter denen derKottabos (s. d.) das beliebteste war. Bei feierlichen undprächtigen Gastmahlen thcilte der Wirth wol auch noch Geschenke an seine Gäste ans, welche