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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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740
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74st Gaßuer Gastrin

Lehrer der Rhetorik zu Digne angcstellt. Nachdem er dieses Amt wieder aufgegeben und zuAix Theologie studirt hatte, wurde er Propst des Kapitels zu Avignon und schon 1613 Pro-fessor der Theologie zu Aix. Abgeneigt der damals allein gültigen Aristotelischen Philosophie,beschäftigte er sich neben der Philosophie der Allen, namentlich des Epikur, zugleich mit denNaturwissenschaften, vorzüglich mit Astronomie und Anatomie. Jm J. 1623 entsagte erseinem theologischen Lohramte und kehrte nach Digne zurück, wo er ein Kanonikat besaß, umsich ungestört seinen Studien widmen zu können. Hier schrieb er unter Andern, dieL»er-eitatinnes parmloxicss sckversus Xristotelem" (Grenoble 162-1), welche ihm ebenso vieleFreunde als Feinde erwarben; doch versuchten Letztere vergebens, seine Rechtgläubigkeit zu ver-dächtigen. Auf Empfehlung des Erzbischofs von Lyon, eines Bruders des Cardinals Riche-lieu, erhielt er sodann die Professur der Mathematik am College rozsl clvkrsnce zu Paris,wo er an, > 4. Oct. 1655 starb. Als Philosoph hatte er sich für Epikur entschieden, dessenLehrsätze mit seinen naturwissenschaftlichen Kenntnissen am leichtesten in Übereinstimmungzu bringen waren. Seine Philosophie erlangte einen solchen Ruf, daß sich die Philosophendamaliger Zeit in Cartesianer und Gassendisten theiltcn. Kepler und Galilei waren seineFreunde; Moliere sein Schüler. In seinem HauptwerkeHe vits, moribus et ckoetrinsLpicuri" (Lyon 1617 ; Amst. 1681, 1.), wozu das8)-nti,gma z,b>lo8oz»bise Cpidiri"(Lyon 16-19, Fol.; Haag 1656,1.) gehört, stellte er Epikur's System vollständig dar undwürdigte es mit musterhafter Unbefangenheit. SeineInstitutio sstronomics" stellt dendamaligen Zustand der Wissenschaft klar und bündig dar; in dem WerkeTxelioms 8rs-tiaei, Coziernici, ?e»rb»ckii et Regiomontani vitse" (Par. 1651) hat er nicht nur das Le-ben dieser Männer meisterhaft beschrieben, sondern eine vollständige Geschichte der Astrono-mie bis auf seine Zeit geliefert; ebenso sind seine Schriften zur Logik klar und werthvoll.Seine sämmtlichen Werke wurden gesammelt von Montmort und Sorbiere (6 Bde., Lyon1658, Fol.) und von Averrani (6 Bde., Flor. 1728, Fol.). Zu seiner Familie gehörteJean Jacq. Basilicn Graf G., geb. am 18. Dec. 1718. Er war beim Ausbruch derRevolution Artillerieoffizier und wohnte dann allen Feldzügen der Republik bei. Im I.1806 wurde er von Bouaparte zum Commandanten de§ bei Dijon versammelten Artillerie-rescrveparks und 1805 zum Divisionschef im KricgSministerium ernannt, bald daraufStaatsrath und Reichsgraf und 1813 Senator. Ludwig XVIII. verlieh ihm die Pairs-würdc und Frankreich schätzte ihn als einen aufgeklärte» Patrioten. Er starb am l l. Dec.1828 zu Nuits im Departement Cöte d'Or. Geschätzt ist seinVi<Ie-!>sömoir«, L I'nsageckes ottlciers cl'srtilleris cke bVsnce" (Metz 1789; 5. Aust., 2 Bde., Par. 1819).

Gaßner (Joh. Jos.), der im 18. Jahrh. als Teufelsbanner Aufsehen machte, geb.am 20. Äug. 1727 zu Bratz bei Pludenz in Tirol, war katholischer Pfarrer zu Klösterle imBisthum Chur, als er durch die Erzählungen von den Besessenen in der Bibel und durchsein Forschen in den Schriften berühmter Magiker die Überzeugung gewann, daß die meistenKrankheiten von bösen Geistern hcrrührten, deren Macht blos durch Scgensprechungen undGebete vertilgt werden könnte. Er sing an, einige seiner Pfarrkinder zu heilen, und erreichtewenigstens so viel, daß er Aufsehen machte. Der Bischof von Konstanz berief ihn in seineResidenz, überzeugte sich aber sehr bald von der Charlakanerie G.'s und rieth ihm, nach sei-ner Pfarre zurückzukehren. Allein G. begab sich zu andern Reichsprälaten, deren mehrein ihm einen Wunderkhäter zu erkennen glaubten, und erhielt sogar 1771 einen Ruf vondem Bischof zu Negensburg nach Ellwangen, wo er angeblich Lahme und Blinde, vorzüg-lich aber mit Krämpfen und Epilepsie behaftete Personen, welche alle vom Teufel besessensein sollten, durch den bloßen Machtspruch: cesget! (fahr aus!) heilte. Obscho» ein Beam-ter über seine Euren ein fortlaufendes Protokoll führte, in welchem die außerordentlichste»Dinge bezeugt werden, so fand cs sich doch nur zu bald, daß G. gesunde Personen sehr oft dieRolle Kranker spielen ließ, und daß seine Euren bei wirklich Leidenden nur so lange anschlu-geu, als deren Einbildungskraft von den Überredungen des Beschwörers erhitzt blieb. Auf-geklärte Männer erhoben ihre Stimme gegen ihn, und G. hatte sei» ganzes Ansehen verlo-ren, als er im März 1779 starb. Einige Jahre vorher hatte ihn der Bischof zu Negensburg,sein beständiger Gönner, in den Besitz der einträglichen Dechanei Benndorf gesetzt.

Gastrin oder Wildbad Gastein, einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands,