Gascogne Gassendi 739
von welchem aus dann die Verlheilung stattsindet. Wenig praktisch sind alle jene Apparate,in welchen das Gas mit Hülfe seiner eigenen Flamme im Zimmer verfertigt werden soll.
Gascogne (Vusconis), eine ehemalige franz. Landschaft, erhielt ihren Namen vonden Basken (s. d.), welche in der Mitte desti.Jahrh. von denWcstgothen aus ihren Wohn-sitzen am Südabhange der Pyrenäen verdrängt, sich in dem früheren röm. District Novem-populania, zwischen dem Atlantischen Ocean, der Garonne und den Wcstpyrenäen, nieder-ließen. Sie begriff im ethnographischen Sinne nur die armen, größtenteils sandigen undsumpfigen LLndchen Tursan, Chaloffe, Marsan, Albret, Landes und das eigentliche Basken-land, nebst Navarra und Bearn, im dynastischen Sinne aber auch die theils gebirgigen,theils ebenen und fruchtbaren Landschaften Bigorre, Comminges, Conserans, Armagnac,Condomois und Gavardan, also ungefähr die alte Erzdiöcese von Auch, oder die heutigenDepartements Landes, Ober-Pyrenäen, Gers, sowie den südlichen Thcil vonOber-Garonne,Tarn und Garonne und Lot und Garonne. Im I. 602 unterwarfen sich die Gascogncrnach hartnäckiger Gegenwehr den Franken und wurden unter Aufsicht der Herzoge vonAquitanien gestellt, die jedoch bald sich unabhängig von der Krone zu machen wußten, bissie durch König Pipin und später durch Karl den Großen besiegt wurden. Letzterer gab inWelf l. und dessen Nachfolgern der Gascogne eigene, von dem karolingischen TheilreicheAquitanien abhängige -Herzoge, welche, den stets wieder auflebenden baskischen Freiheits-sinn zu ihrem Vortheil benutzend, wiederholte Versuche machten, das frank. Joch abzuschüt-teln. Durch das Aussterbcn dieses volksthümlichcn Herrschergeschlechts verwaist, kamendie Gascogncr I 053 wiederum an Guyen ne (s. d.) und mit diesemLande in der Folge fürimmer an Frankreich. Unter den Herzogen bestand das Land aus der denselben unmittelbarzugehörigen Grafschaft Gascogne, welche die Bisthümer Aire, Lescar, Oleron, Dax undBayonne, oder das eigentliche Gascogncrland umfaßte, und deren Hauptpunkt Saint-Sc'verwar, das daher auch Cap de Gascogne genannt wurde, und aus mehren mittelbaren Graf-schaften; nachher aber wurde es in verschiedene dynastische Territorien, z. B. die der Herzoge,Grafen und Herren von Albret, Armagnac, Bigorre, Bearn und Navarra, zersplittert,welche nach und nach der franz. Krone ansielen, oder derselben mittelbar untergeben wurden,und vor der Revolution, mit Ausnahme der beiden letztgenannten, zu dem GouvernementGuyenne gehörten. Trotz dieser, für ihre Nationalität so ungünstigen, politischen Verhält-nisse haben doch die Gascogncr, gegenwärtig über l Mill. Köpfe stark, zu keiner Zeit in ihreräußern Erscheinung, in Sprache und Sitte» ihre interessante Volksthümlichkeit und ihre»gutmüthigen Charakter bewahrt. Wegen der Dürftigkeit des Bodens ihrer Heimat häufiggenothigt, in fremden Heeren zu dienen, wußten sie sich glcichwol das Ansehen zu geben, alsthäten sie dies bloS um des Ruhms willen, und da sie nebenbei gewöhnlich viel von ihrenangeblichen Gütern und Besitztümern sprachen, so wurde allmälig Gasconade die Be-zeichnung für eine harmlose, unschädliche Aufschneiderei.
Gasmesser und Gasometer, s. Gasbeleuchtung.
Gaspäri (Adam Christian), ein zu seiner Zeit verdienter Geograph, geb. zu Schleu-singen am >8. Nov. 1752, studirte in Jena, wo er auch, nachdem er zu Hamburg, Erfurt,Weimar privatisirt hatte, 1795 außerordentlicher Professor wurde. Im I. 1797 erhielt ereine Anstellung am Gymnasium zu Oldenburg, die er aber 1799 wieder aufgab, um inWandsbeck bei Hamburg zu privatisiren, und >893 folgte er dem Rufe als Professor derGeschichte, Geographie und Statistik nach Dorpat. Im I. 181V übernahm er dieselbe Pro-fessur an der Universität zu Königsberg, wo er am 27. Mai 1830 starb. Von seinen geogra-phischen Werken sind besonders bekannt das „Lehrbuch der Erdbeschreibung" (I. Cursiis,1792; 19. Aust., Wenn. 18-10; 2. Cursus, 1793; II. Ausl., 1826), das „Handbuch derneuesten Erdbeschreibung" (3 Bde., Weim. 1797—1805) und das mit Cannabich u. A.herausgegebene „Vollständige Handbuch der neuesten Erdbeschreibung" (Weim. 1819 fg.).
Gassendi (Petrus), eigentlich Pierre Gassend, einer der ausgezeichnetem franz.Physiker, Mathematiker und Philosophen, geb. am 22. Jan. 1592 zu Chantersier,,einemDorfe bei Digne im Departement der Niederalpen, von armen, gottesfürchtigen Altern,entwickelte seine ungewöhnliche Geisteskraft sehr früh und wurde schon im 16. Jahre als
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