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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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732
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732 Garten

Lauben, Statuen und Gebäuden. Erst im 3. Jahrh. v. Ehr. singen sie an, auch Blumenzu cultiviren. Selbst die Beschreibungen der Gärten bei den spätem griech- Romanschrift-stellern verrathen noch nichts von schöner Gartenkunst. Die gepriesenen Gärten des Alci-nous waren doch nichts Anderes als gut angelegte, angenehme Obst- und Weinpflanzungenmit einigen Blumen. Romantischer mag allerdings die Grotte der Kalypso gewesen sein,aber wol nur als Natur-, nicht als Kunstanlage gedacht. Daß es den Römern an schönenGärten mangelte, beweisen mehre Stellen ihrer Schriftsteller und die Nachrichten, die unsvon ihren Gärten selbst übrig sind. Denn wenn auch dieselben, an schwelgerischen Luxusgewöhnt, dahin strebten, sich voreinander auszuzcichnen und deshalb keine Kosten scheuten,die seltensten Obstarten aus dem Orient einzuführen und in ihren Gärten zu bauen, und ob-schon Lucullus, durch die Pracht der Gärten Asiens verführt, diese neue Gattung von Luxusin sein Vaterland cinzuführen beschloß und jene berühmten Gärten anlegen ließ, welchePlinius beschrieben hat, so bezieht sich doch alles Lob, welches denselben gespendet wird, ledig-lich auf die Gebäude, nicht auf die Gärten, die mit ihren Legionen von Buchsfiguren und inder ganzen Behandlung geschmacklos waren. Die Zeiten, welche dem Untergange des west-röm. Reichs folgten, waren nun vollends nicht geeignet, der Gartenkunst einen Platz in derReihe der schönen Künste zu verschaffen. Karl der Große richtete zwar seine Aufmerksamkeitauch auf den Gartenbau; seine Anordnungen erstreckten sich aber nicht über einen Nutzgartcn-hinaus. Am wenigsten war die Gartenkunst in Spanien ausgebildet. Blumen kannte mandaselbst erst seit dem 8. Jahrh., wo sie von den Arabern dahin verpflanzt wurden. In Kon-stantinopel zierten nur die Vornehmen die Gärten ihrer Serails mit Blumen. Bei den Gal-liern lag der Gartenbau gänzlich darnieder. Erst im l 3. Jahrh. schenkte man in Europadem Gartenbau größere Aufmerksamkeit; doch fand er in diesen kriegerischen Zeiten nur inden Klöstern eine freundliche Aufnahme. Die Troubadours im Mittelalter sprechen aller-dings schon von symmetrischen Gärten. In Italien fing man zur Zeit der Wiederherstellungder Künste und Wissenschaften auch wieder an, Lustgärten anzulegen. König Ferdinand I.von Neapel zog herrliche Früchte in seinen Gärten, und auch Herzog Ludwig von Mailandunterhielt sehr schöne Fruchtgärten. Zu Anfänge des 16. Jahrh. wurden in Italien, Hol-land, Deutschland und Frankreich auch größere Gärten angelegt, aber ssreilich noch keineKunstgärten. Besonders war es die Blumenliebhaberei, derman huldigte; gleichzeitig nahmdie Tulpen - und Hyacinthenmanie der Holländer ihren Anfang. Erst in der Mitte des >6.Jahrh. bildete sich in Frankreich ein neuer Geschmack in Gartenanlagen. Die Symmetrieaufs äußerste getrieben, wurde nebst den nach der Schnur beschnittenen Heckengängen undBaumpflanzungen Mode, selbst in der Anlegung der Blumenbeete herrschte dies: Rücksicht.Andre Lenötre (s. d.) wurde der Schöpfer der franz. Gartenkunst, welche seine Nachfolgernoch mehr verunzierten. Die Holländer ahmten die Franzosen nach, gingen aber in der ge-schmacklosen Ausstattung ihrer Gärten mit verschnittenen Bäumen und bemalten hölzerne»Figuren noch weiter. In holländ. Gärten sah man gar Gartenbeete mit farbigen Steinenund Muscheln in höchst symmetrischen Formen ausgelegt, statt mit Blumen besetzt. InEngland hatte nach der Restauration unter Karl II. die franz. Gartenkunst Eingang gefun-den; seit Wilhelm III. wurde der holländ. Geschmack vorherrschend. Während Addison indemSpectiltor" seinen berühmten Versuch über die Gartenkunst mittheilte, Pope in seinenkritischen Briefen unter Andern auch die Schnörkelwerke der herrschenden Gartenkunst lä-cherlich machte, und der geistreiche Horace Walpvle in seinerGeschichte der neuen Garten-kunst" neue Ansichten verbreitete, eilte die Praxis der Theorie voraus. Will. Kent (s. d.)war der Erste, der in seinen Gartcnanlagen der herrschenden Ausartung entgcgentrat. Diealten Ziergärten verschwanden und Lustanlagen (pleasure grouncks) kamen auf. Aber ob-gleich Kent von der Idee ausging, im Garten die Landschaft nachzubilden, so kam er doch der-selben in der Ausführung nicht nach.' Sein Stil war nicht Einfachheit sondern Geziertheit,die einfach zu scheinen sich bemühte. Die Lustanlagen wurden mit Tempeln, Obelisken,Ruinen und andern Ungehörigkeiten überladen. Dies war besonders der Fall, seit man mitder oriental-, eigentlich chines. Gartenkunst durch Chambers (Über die oriental. Garten-kunst"; deutsch von Ewald, Gotha 1775) bekannt geworden war. Browne folgte Kent'sFußtapfen, doch waren seine Ideen großartiger, wie man besonders aus seinen Anlagen in