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und noch mehr durch die Schweden im Dreißigjährigen Kriege wurde cs befestigt; KurfürstFriedrich Wilhelm von Brandenburg ließ 1638 die Festungswerke schleifen.
Garden, anfangs mehr zur Eerechtigkeitspflege als zur Sicherheit des Fürsten be-stimmt, machten später einen Theil des höfischen Gepränges aus und sind als der Anfang derstehenden Heere zu betrachten. Im Frieden wie im Kriege umgaben sie die Person des Herr-schers, und in der Schlacht fochten sie an seiner Seite. So hatte Alexander der Große56 junge Männer, Söhne der vornehmsten Macedonier, die ihm bei Tische auswarteten,ihn auf der Jagd begleiteten, ihm im Treffen die Pferde verführten und den Eingang seinesZeltes bewachten. Diese Garde war die Pflanzschule der künftigen Heerführer und Statt- ^Halter. Über ihr standen sieben besondere Leibwächter, die aus den vorzüglichsten Anführerngewählt waren. Die pcrs. Könige hatten weit zahlreichere Leibwachen. Als Lerxes überden Hellespont ging, bestand, nach Herodot, seine Garde aus 12666 Reitern und 16006Fußkncchten, in prächtigen Rüstungen und mit Lanzen, deren Spitzen mit goldenen undsilbernen Granatäpfeln verziert waren. In der röm. Re p ublik hatte die cokors prseto-r'm die Person des Feldherrn zu schützen; hieraus entstand unter Augustus die kaiser-licheLeibwache (prsetori-ioi), die in neun Cohorten, etwa 5006 M., getheilt war; außer-dem gab es eine Stadtwache von 1665 M. Die Prätorianer wohnten in dem prsetoriumaußerhalb der Stadt und standen unter zwei praekectis ziraetorio. Oft hatten sie großen Ein-fluß auf Besetzung des Throns und die Regierung. Unter KonstanMr hießen jene Cohorten8cl>ol»e tlomesticormn oder protertorum. Die europ. Regenten hatten bis zum 16. Jahrh.herab mit Hellebarten bewaffnete Trabanten, nach dem Muster der Schweizer, zu Bewachungihrer Personen und ihrer Schlösser. Ludwig XI. von Frankreich hielt schot. Armbrustschützen(s.Armbrust), die unter Heinrich IV. zu Lbevitiix le^ers tle la g-lrüe wurden. Franzi.hatteneben ihnen zugleich eine Compagnie Eardcs du Corps, anfangs blos Lancicrs, seit 1535 aberschon wenigstens zum Theil mit Feuergewchren bewaffnet. Heinrich IV. gab ihnen I5S8Pistolen und leichte Spieße; dann erhielten sie 1666 Streitkolben, später aber, wie dieganze Reiterei, Carabiner, Degen und Pistolen. Ludwig XIll. mehrte diese reitenden Gar-den um drei Compagnien, zu denen Ludwig XIV. 1676 noch eine fügte, und es bilden nundiese reitenden Garden das in der Geschichte dieses prachtliebenden und kriegslustigen Königsbekannte Königliche Haus (iVlsison 6» r»i). Dieses bestand aus vier Compagnien Gar-des du Corps, einer Compagnie Gensdarmcs, deren Capitain der König war, einer Com-pagnie Chevauxlegers und zwei Compagnien adeliger Mousquetiers. Hierzu kamen nochdie schweizer und franz. Garden. Die Schweizer-Garden, 1493 von Karl VIII., 100 M.stark, als Schloßwache errichtet und mit Hellebarken bewehrt, wuchsen in der Folge zu einemRegimente von zwölf Compagnien, die Ludwig XIV. in das Feld begleiteten und sich imTreffen, wie nachher bei dem Ausbruche der Revolution, durch unerschütterlichen Muth undTreue auszeichneten, während die 1563 errichteten franz. Garden sogleich zur Partei desVolks übertraten. Der ungeheure Aufwand, welchen das Königliche Haus herbeiführte,wurde in der Folge Ursache, daß es bei der Umformung des Heers durch den Grafen vonSaint-Germain, mit Ausnahme der Gardes du Corps und der Fußgarde, aufgehoben wurde.
Indem andere Fürsten jener Zeit Frankreich nicht nachstehen wollten, umgaben sie sichebenfalls mit prächtig gekleideten und ausgerüsteten Garde», die entweder blos Schloß- undLeibwache waren oder unter kriegerischen Fürsten gleich andern Truppen mit in der Liniefochten. So namentlich Preußen. Stets wurden die Garden als Kerntruppcn und letzte §Reserven betrachtet. So z. B. focht die Weiße Garde des Markgrafen von Baden in derSchlacht bei Wimpfen am 7. Mai 1622 mit dem größten Heldenmuth und wurde gänzlichaufgerieben. Der nachmalige König Friedrich I. von Preußen hatte 1680 bei der Belage- ^rung von Bonn drei Compagnien Trabantengarde und vier Compagnien Grandmousque- ^taire zu Pferde und 26 Compagnien Leibgarde zu Fuß. Später, 1692, kommen auch zweiCompagnien Gensdarmes und ebenso viel Grenadiere zu Pferde vor. Außerdem gab eszwei Bgtaillons kurmärkischer Garde und ein Bataillon preuß. Garde am Rhein. KönigFriedrich Wilhclm's I. sogenannte Potsdamer Garde, welche sich durch die ungeheure Größeder Leute auszeichnete, sodaß ein Mann, der sich lange als ein Riese hatte sehen lassen, dervierte vom rechten Flügel wurde, erlangte allgemeine Berühmtheit. Friedrich der Große