Garcilaso de la Bega Gardelegen 723
wo fic so lebhafte Sensation erregte, daß sie, vielfachen Auffoderungen und Anerbietungennachgebend, ihren Entschluß, Concertsängerin ;u bleiben, aufgab und zuerst als Desdemona^ die Bühne betrat. Der Erfolg war der entschiedenste. Seitdem gehört ihr Name den erstender heutigen italien. Oper zu, und ihre neuesten Erfolge in Petersburg erinnern an die glän-zendsten Zeiten ihrer Schwester. — Ein älterer Bruder, Manuel G-, geb. 18 l 3 zu Nea-pel, machte sich gleich dem Pater als, Sänger und Gesanglehrer in Paris bekannt.Garcilaso de la Bega, s. Vega.
Gard, einer der rechten Nebenflüsse der Rhone, gibt dem Departement desGard den Namen, das aus den früher« obcrlanguedocschcn Landschaften Nemosez, Alaizund Usagais gebildet, im Westen durch die Departements des He'rault und Aveyron, imNorden durch die Departements des Lozere und Ardeche, im Osten durch die Rhone und im. Süden durch die Departements der Rhonemündungen und durch das Mittelmeer begrenztwird. Es zählt auf 109 lUM. gegen 370000 E., darunter fast ein Drittheil Reformirte.Es ist im Nordwesten durch einen Zweig der Cevennen, Gevaudan genannt, gebirgig; ge-gen die Rhone hin abgedacht, im Süden aber niedrig und morastig; im Allgemeinen reichan Producten, besonders Wein (Tavel), Oliven, Kastanien und Seide. Auch der schon zuden Zeiten der Römer vortheilhast ausgezeichnete Gcwerbfleiß der Bewohner hat sich nachden Verwüstungen, welche hier die Einfälle der Germanen, der Sarazenen und Normännerund später die Religionskriege der Albigenser und Hugenotten anrichtetcn, wieder gehoben;den Handelsverkehr fördert die hier alljährlich in den letzten Tagen des Juli abgehaltcneMesse zu Deaucaire (s. d.). Die Hauptstadt ist Nim cs (s. d.). Das Land gehörte zudem alten narbonnesischen Gallien, in welchem das Nömerthum am frühesten Eingang fandund am meisten sich befestigte. Eins der großartigsten Römerwerke ist der vier Stunden nord-östlich von Nimcs entfernte sogenannte Pont du Gard. Dieser Riesenbau bildet einen^ Theil jener röm. Wasserleitung, welche dazu bestimmt war, die Quellen aus dem Thale vonUzes, neun Stunden weit, über das wilde, enge, geklüftete Thal des Gard nach Nimes zuleiten. Er besteht aus drei übereinandcrgesehten Reihen von Pfeilerbogen, von denen dieoberste die eigentliche Wasserleitung trägt. Die erste Reihe, unter welcher der Fluß durch-geht, hat sechs Bogen von 58 F. Durchmesser, die mittlere elf Bogen von 56 F. Durchmes-ser und 67 F. Höhe, und zwar sind hier die Pfeiler dergestalt kunstvoll durchbrochen, daßdiese Reihe zugleich zur Passage für Fußgänger und Reiter eingerichtet war; die dritte end-lich zählt 35 Bogen von 17 F. Durchmesser. Das Ganze ist 580'/r F. lang, 182 F. hochund 23 F. dick. Die Barbaren zerstörten einen Theil der Wasserleitung, ohne sich jedoch andem Riesenwerk selbst zu vergreifen; in den Hugcnottenkriegen aber ließ ein Rohan, umseine Artillerie hinüberzuschaffen, mehre Pfeiler der Mittlern Galerie aushanen, sodaß demGanzen ein baldiger Einsturz drohte. Die Stände von Languedoc sorgten indeß für dieWiederherstellung des Schadens, und 1743 wurde in gleicher Höhe mit der ersten Pfeiler-reihe und in gleichem Stile eine Brücke angebaut, die, obschon ein großartiger Bau, doch ge-gen daS röm. Riesenwerk schwindet.
Gardasee (I-ago üi 6urds), bei den Römern I,acus Henacus, einer der merkwür-diger« Alpenseen in der lombard.-venetian. Delegation Verona, acht M. lang und einebis drei M. breit, hat seinen gegenwärtigen Namen von dem an der Ostseite desselben ge-legenen Städtchen Garda. Die auf demselben periodisch herrschenden Winde, Sover und> Ora, begünstigen die Schiffahrt, und regelmäßig wird er jetzt mit Dampfbooten befahren.
. Unterirdische Schwefelquellen hinderten schon früher die Fischerei, die durch Einführung der! Dampfboote auf demselben noch mehr gestört wurde. Die Ufer des Sees bei den Städtchen! Desenzrno und Salo sind reizend. Vgl. Volta, „vescririone 6e1 di.6." fl 828).
! Gardelegen, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Magdeburg, an der Milde, mit5000 E. und einem Schullehrerscminar, soll im Alterthume Isenburg (Ostellum lsidis)geheißen.haben, nach der Isis, die hier verehrt wurde, und durch die Franken nebst dem Hei-ligthume der Göttin zerstört worden sein. Vom König Heinrich neubegründct, war es dannbis in das letzte Vierkheil de« 15. Zahrh. eine freie Stadt. Seit der Mitte des 18. Zahrh.
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