Gamba (Pietro, Graf von) Ganerben 717
Aufl-, Ven. 1818), ein Werk, das dem Literarhistoriker wie dem Sprachforscher unentbehr-lich ist. Daran reihen sich die „8erie <1ex;Ii scritti impressi »ei cliulett» venemono" (Ven.>832), der „(7at»Iogo lielle pi» importsnti eüirioni e clegli illustratori «lellii llivinu 6om-nieNis (lali'snno 1472 »I 1832" (Padua 1833) und die „kililiogralm Nelle Novelle ita-liime in Prosa" (2. Aufl., Flor. 1835). Auch lieferte er viele biographische Aufsätze, wie die„XarrnLione Ns'ljasssnesi illnstri, con un cstaloAO Negli scrittori >Ii kossano Nel see.XVIII" (Bassano 1807); im Verein mit Ncgri und Zendrini die „6<,llerm Ne! Iciterati e<I»rtisti illnstri Nells provincis venets Nel sec. X Vlll" (Ven. >821); ferner „b.Iogi N'illnstriItiNiani" (Ven. 1829), sowie einzelne Biographien, z. B. des Fco Bclcari, Gio. Boccaccio,Guido BenNvoglio, L. Cornaro, Gasp. Gozzi, G. A. Molin, Costanzo Tavcrna, ApostoloZeno u. A. theils einzeln, theils in größer» Werken.
Gamba (Pietro, Graf von), geb. zu Navenna 1801, der Bruder der durch ihre Ver-bindung mit Lord Byron bekannten Gräfin Guiccioli, folgte Letzterm nach Griechenland undwurde hier von einem türk. Kaper gefangen, jedoch nachher freigcgebcn, weil er unter engl.-iouischer Flagge gesegelt war. In Miffolunghi von Byron für seine Legion zum Offizier er-nannt, pflegt.' er den kranken Freund bis zum Tode und reiste dann nach London, wo er „Xnariotive of kor«I Kreons Isstjouraex to 6reece" (1825) herausgab. Bald darauf kehrteer nach Griechenland zurück, wo er nun unter Fabvier als Freiwilliger diente und durchMuth und Beharrlichkeit sich auszeichnete, bis er gegen Ende des I. 1826 den Beschwerdendes Kl cph tenkriegs erlag und von allen Philhellenen schmerzlich bedauert im Dorfe Dara starb.
Gambe, ital. Viola <lit dsmdii, franz. Kasse cke Viole, auch Kniegeige, Beingeige ge-nannt, war ein Saiteninstrument, das in Bauart und Behandlung mit dem VioloncellÄhnlichkeit, jedoch 5—7 Saiten und einen magern, sanft streichenden Ton hatte. Es kamzuerst in England auf, fand aber auch in Italien, Frankreich und Deutschland viele Lieb-haber und Virtuosen. In Folge der Vervollkommnung des Violoncclls wurde cs endlichganz verdrängt- Als letzter Gambist wird Karl Friedr. Abel, geb. zu Köthen 1725, gest. zuLondon >787, genannt. — Auch ein Orgelregister führt den Namen Gambe. — EinTasteninstrument unter dem Namen Gamben werk oder Geigenclavicymbel wurde um1600 von Hans Hayde in Nürnberg erfunden.
Gambia, einer der größten Ströme Westafrikas, entspringt in Senegambicn, bewäs-sert Tenda, Bondu, Jani, Salum, Badibu und Barra und fällt nach einem Laufe, der ingerader Linie gegen >00, mit seinen Krümmungen aber fast 180 M. beträgt, fast zwei Gradsüdlich vom Grünen Vorgebirge beim Cap St.-Mary in mehren Armen ins AtlantischeMeer. Er bildet mehre Inseln und Wasserfälle, welche die Schiffahrt aufihm sehr erschweren.
Gamma wurde das alte Guidonische Tonsystem genannt, weil es mit G, im griech.Gamma, anfing, und noch gegenwärtig heißt in der franz. Musik die Tonleiter 6umme.
Gandersheim, eine ehemalige reichsfürstliche Abtei im jetzigen Herzogthum Braun-schweig, wurde in der zweiten Hälfte des 9. Jahrh. von Herzog Ludolf von Sachsen gegrün-det und zu einem Damenstift für die kurz zuvor in das nahe, aber allzu beschränkte KlosterBrunshausen eingezogenen Nonnen bestimmt. Sie erwarb nach und nach durch mächtigeGönner, besonders in der Zeit der Ottonen, viele Güter, Einkünfte, Freiheiten und Privile-gien und behauptete kraft derselben in der Folge ihre Reichsunmittelbarkeit. Auch nachdem1568 die Abtei protestantisch geworden, blieb sie ein Reichsfürstcnthum; zu Äbtissinnenwurden meist Prinzessinnen aus angesehenen deutschen Fürstenhäusern berufen. Die Äbtis-sin hatte Sitz und Stimme auf der rheinischen Prälatenbank, einen bedeutenden Hofstaatmit eigenen Erbämtern und einen großen Lehnhof, an welchen selbst der Kurfürst von Han-nover wegen des Amts Elbingerode, der König von Preußen wegen der Herrschaft Dern-burg und viele andere Fürsten und Edelleute gewiesen waren. Vgl. Harenberg, „üistoriaecclesiiie (rMitlerslieiinens. lliploinutica" (Hann. >734). Im I. 1803 zog der Herzog vonBraunschweig, als Landesherr, das Fürstenthum ein, welches seitdem einenDistrict desHer-zogthums bildet. Die altehrwürdige Stadt G. an der Gande, einem Ncbenflüßchen derLeine, hat 2300 E. und ein nunmehr landesherrliches Schloß.
Ganerben, abgeleitet von dem alten Worte Gan, d. i. gemein, und Erben, d. i. Her-ren, hießen in dem Mittlern Zeitalter, besonders in den Zeiten des Faustrechts, diejenigen Fa-