716 Gamaliel Gamba (Bartol.) )
schlusse und zu Entschädigungen. Hatte dieser mit Entschlossenheit und Klugheit durchgc- iführte Act der Rache oder doch der Bestrafung Furcht vor der Macht der Portugiesen ein-geflößt, so wurde sie auf der andern Seite durch manche mit einheimischen Fürsten vortheil-hast geschlossene Bündnisse befestigt. So schnell war G. zu Werke gegangen, daß er schonam 20. Dec. l 503 mit l 3 reichbcladenen Schiffen wieder in Portugal eintraf. WährendG- in seinem Vaterlands die wohlverdiente Ruhe genoß, regierten nach und »ach fünf Vice-könige über die portug. Besitzungen in Indien. Der letzte derselben, Eduard de Menezes,halte so viel Unglück, daß der König Johann lll. sich entschloß, G. nach dem Schauplatze ^seiner frühem Heldenthaten abzusenden. Bereitwillig übernahm der edle Greis das Amt 1eines Vicekönigs; er segelte mit 14 Schissen >524 ab, entwickelte die gewohnte Festigkeit >und Klugheit und stellte das portug. Ansehen in Indien wieder her; aber mitten in diesen !großen Erfolgen wurde er am 24. Dec. >524 zu Cochin vom Tode ereilt. Seine Reste wur- ^den nach Portugal gebracht und dort unter dem Anthcile eines ganzen Volks, dem er einenWclttheil geschenkt hatte, auf das feierlichste bestattet. Im Charakter G.'s fanden sich Ent-schlossenheit mit Vorsicht und großer Geistesgegenwart gepaart. Durch Gerechtigkeit, Treue,Ehrenhaftigkeit und echte Religiosität ragt er über die Mehrzahl der großen Entdecker undEroberer hervor, an welche» seine Zeit so reich war. Seine Entdeckung eines Seewegs nachIndien steht der fast gleichzeitigen Auffindung der Neuen Welt durch Colombo an Wich-tigkeit nicht nach und übertrifft diese vielleicht sogar durch ihr politisches Gewicht.
Gamaliel, ein Pharisäer zur Zeit Jesu und Mitglied des Synedriums, ein Mannvon mildem, besonnenem Geiste, war der Lehrer des Paulus und bewirkte durch seine weisenGegenvorstellungen, daß der jüdische Hoherath von einem blutigen Entschlüsse gegen dieApostel zurückkam. Nach einer nicht unwahrscheinlichen Annahme ist er Derselbe, welcher imTalmud als der Enkel Hillel's und SvhnSimevn's angeführt und hochgcfeiert wird. Wenndie spätere Sage ihn zu einem geheimen Christen macht und nebst seinem Sohne und Niko-demus von Johannes und Petrus getauft werden läßt, so ist dies ebenso willkürlich als dieBehauptung Neuerer, daß G. entweder nur aus Parteiinteresse gegen die Sadducäer oder,um die Christen für seine selbstsüchtigen Zwecke zu gewinne», für die Apostel gesprochen habe.
Gamba (Ritter von), bekannt durch seine Reisen in Rußland, stammt aus jeneralten Familie, mit deren Haupte, dem Grafen Pct. von Gamba (s. d.), Lord Byron wäh-rend seines Aufenthalts in Italien und in Griechenland innig verbunden war. Nachdem erin denI. >8 >7 und 1818 verschiedene Provinzen Südrußlands durchforscht hatte, veranlaß»ihn der General Aermolow, dem er vom Herzoge von Richelieu empfohlen war, sein beson-deres Augenmerk auf Georgien zu richten, das dieser einsichtsvolle Staatsmann zu einemHauptpunkte des europ. - asiat. Binnenhandels zu erheben beabsichtigte. G. bereiste diesesGebiet nach allen Richtungen, begab sich hierauf nach Paris, kehrte indessen bald nach Geor-.gien zurück und ließ sich dann, nachdem er die transkaukasischen Provinzen, die Uferländerdes Schwarzen und Kaspischen Meers durchforscht und sich ein Jahr in Petersburg aufge-halten hatte, in Tiflis nieder, wo ihm der Posten eines franz. Consuls von Georgien über-tragen wurde. Im I. 1824 berief ihn die franz. Regierung auf einige Zeit nach Paris, woer Aufschluß geben mußte über Handelsverbindungen, die man mit Georgien anzuknüpfcnbeabsichtigte. Außerdem benutzte er diesen Aufenthalt in Europa zur Herausgabe seiner„VozraAv cisun ln liussie mernlionsie et psrtieulierement clnns los jirovinces situses auUelü <Iu Ocmesse, kalt <Ie,»ns 1820 jnsgn'en 1824" (2 Bde., Par. 1826).
Gamba (Bartolommeo), Bibliograph, geb. am >6. Mai >706 zu Bassano, kamzehn Jahre alt als Gehülfe in die Buch- und Kupfcrdruckerei des Grafen Remondini, wo erGelegenheit und Muße fand, sich zu bilden und besonders bibliographische Studien zu trei-ben. Nachdem er der Filialhandlung dieses HauseS in Venedig bis zum Tode Ncmondini'Svorgestanden, errichtete er eine Buchhandlung in Padua. Jm J. >8>I, wo er Censor fürdie adriatischen Provinzen wurde, erwarb er die von Mocenigo gegründete Buchdruckcrei diAlvisopoli in Venedig, und wurde wenige Jahre nachher Vicebibliothekar an der Bibliothekvon San-Marco daselbst. Er starb während eines Vortrags in Athenäum vom Schlage ge-troffen, am 3. Mai 181 l. Snir erstes Werk von Bedeutung war die „Serie clei testi ü>liogus. urati a stsmpa uel vocsbulariv ,teils crnsca" (Bassanv 1805, 4.; neu umgrarbeitetk