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zurückkehrcnd, demselben als ein vorzüglicher Günstling zur Seite stand. — Der UrenkelMichail's, WassiliG-, gehörte, nachdem der falsche Demetrius umgekvmmcn war, zu denvier ruff. Kronprätendenten. Im I. 161» nach Polen entsendet, um dem poln. PrinzenWladyslaw seine Erhebung zum Zar zu verkünden, wurde er durch Kabalen, des Verrakhsbei der Belagerung von Smolensk durch die Polen überwiesen, zurückgchalten und schmach-tete bis an seinen Tod neun Jahre lang im Kerker. — Des Letztem Ucgroßncffe, WassiliG-, mit dem Beinamen der große Galyzin, war Rathgeber und.Günstling der ZarinSophia (s. d.), der ränkesüchtige» Schwester Peter's I. Wie Peter des Großen Sinn aufdie Civilisativn seines noch uncultivirtcn, in tiefe Barbarei versunkenen Volks war, so hatteauch Wassili G. sein Streben dahin gerichtet, sein Vaterland in Berührung mit dem WestenEuropas zu bringen, wo der einzige Sitz der Cultur war, und Wissenschaften und Künste indie heimischen Schulen und an den Hof selbst zu verpflanzen. Als seine Absicht, sich mit derZarin Sophia zu verheirathc» und den russ.Thron zu theilen, mißglückte und PeterseineSchwester in ein Kloster brachte, wurde G- nach dem Eismeere verbannt, wo er an Eiststarb. — Von des Letzter» Vettern war der eine, Boris G., Peter's Lehrer und einer derNeichsverweser während Peter's erster Reise ins Ausland; der andere, Dmitri G., einausgezeichneter Staatsmann, Gesandter in Konstantinopcl, dann Direktor der Finanzen desReichs und zuletzt Haupt der Partei der Galyzin's und Do lg oruki's (s. d.), die bei demTode Peter's II. der kaiserlichen Macht Schranken setzen wollte. Vgl. Peter Dolgoruki,„IXotice rur les prinoizrsles tamilles <Ie 1a Riissie" (Brüss. l 813). Dmitri's Plan schlugaber fehl; beide Familien wurden verbannt, und er selbst endete im Kerker zu Schlüsselburg.— Sein Bruder, Michail G., einer der vorzüglichsten Feldherren Rußlands, ausgezeich-net durch Muth und Tapferkeit, war Peter's unzertrennlicher Gefährte auf allen seinen Feld-zügen. Vornehmlich zeichnete er sich in der Schlacht bei Narwa, wo er das Scmenow'scheRegiment rettete, sowie in der Schlacht bei dem Dorfe Ljcsnaja, wo ec den General Löwen-haupt schlug und Peter ihn auf dem Schlachtfeld umarmte, und bei Pultawa aus. Am be-rühmtesten jedoch wurde er 1711 durch die Eroberung von Finnland. Er starb als Feld-marschall des Reichs 1736. — Sein Bruder, ebenfalls Michail G-, war unter Peter I.Gesandter in Persien,' dann Großadmiral. — Von des älter» Michail G.'s Sühnen zeich-nete sich der eine, der Feldmarschall Alexander G. durch die Eroberung von Choczim i»der Moldau im I. 1769 aus; der andere, Dmitri G-, ein ausgezeichneter Diplomat,war russ. Gesandter in Paris zur Zeit Ludwig's XV. und dann bei Joseph II. zu Wien, woer starb und auf dem nach ihm benannten Galyzinsberge beerdigt wurde. — Von AlexanderG's Söhnen war der eine, Alexander G., Vicekanzlcr während der ersten Jahre der Ne-gierung der Kaiserin Katharina; ein anderer, Peter G., zeichnete sich durch seine militai-rischcn Talente aus; ihr Vetter, Dmitri G., war Minister im Haag unter Katharina II.und starb 1863. —Des Letzter» Gemahlin, Amalie Fürstin G-, eine durch ihre Gei-stesbildung, ihre Anmuth, ihre Verbindungen mit Gelehrten und Dichtern, vor Allem aberdurch ihren Hang zum Pietismus bekannte Frau, war die Tochter des prcuß. Generals Gra-fen von Schmettau und verlebte einen Theil ihrer Jugend an dem Hofe der Gemahlin deSPrinzen Ferdinand von Preußen, des Bruders Fricdrich's II. In Münster, ihrem gewöhn-lichen Aufenthaltsorte, versammelte sie einen Kreis der ausgezeichnetsten Gelehrten um sich,hier waren von Fürstenberg, Goethe, Jacobi u. A. auf längere oder kürzere Zeit ihre Gesell-schafter, Hemsterhuis und Hamann aber ihre treuesten Freunde. Sie ist die Diotima, anwelche Hemsterhuis unter dem Namen Dioklas seine „l,ettre snr I'-ttüeismo" (.1785) rich-tete; Hamann starb in ihrem Hause und fand seine Ruhestätte in ihrem Garten zu Mün-ster. Ihr Einfluß und der ihrer nächsten Umgebung veranlaßte hauptsächlich den Über-tritt Stolberg's und dessen Familie zum Katholicismus und rief jene Schwelgerei in reli-giösen Gefühlen hervor, die in manchen Kreisen eine Zeit lang sich lebendig erhielt und dieVofi in seiner Schrift „Wie ward Fritz Stolberg ein Unfreier" so scharf beurtheilte. DieFürstin starb >866 zu Angelmode bei Münster. Ihre Kinder erzog sie nach dem Rousseau -scheu Natürlichkeitssystem. Ihren Sohn Dmitri G. bewog sie, als katholischer Missionarnach den Vereinigten Staaten von Nordamerika zu gehen, wo er 181-6 starb. Vgl. Kater-kamp, „Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Fürstin Amalie von G." (Münst. 1828). —