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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
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Galvanometer Galyzin 713

von Platten. Bedeckt man nämlich eine Kupscrplattc mit Ähgrund, gravirt in denselben dieZeichnung und macht die Platte zum positiven Pol, so wird umgekehrt das Kupfer ausden Strichen aufgelöst und diese dadurch geätzt. Man nennt aber auch so dieKobell'scheMc-thode, auf Platten mit einer etwas körperlichen und erhaben stehenden Farbe zu malen unddann die Platte galvanoplastisch zu copiren, wodurch man eine Platte erhält, welche dieZeichnung vertieft enthält, also weiter abgedruckt werden kann. Vgl. Werner,Die Galva-noplastik in ihrer technischen Anwendung" (Petersb. >844 mit 12 Kupftaf.).

Galvanometer heißt ein Instrument zu Messung der Stärke eines galvanischenStroms. Dasselbe beruht auf der Ablenkung, welche eine Magnetnadel durch einen überoder unter ihr weggchenden Strom erfährt, und besteht daher aus einer Art von Compaß,welcher in die Kette eingeschaltet wird.

Galvanoplastik nennt man die Benutzung der Eigenschaft galvanischer Ströme,welche durch constante Elemente oder Batterien erzeugt sind (s. Galvanismu §) und auchder durch die magnetoclektrische Rotationsmaschine hcrvorgebrachten, Metallsalzlösungendergestalt zu zersetzen, daß sich das Metall an dem negativen Pole oder einer damit verbunde-nen leitenden Fläche fest und zusammenhängend absctzt, zu technischen Zwecken. Dian kanndabei entweder die Absicht haben, das abgcsetzte Metall wieder abzulösen und dadurch einenAbdruck oder eine umgekehrte Nachbildung des mit dem negativen Pole verbundenen Origi-nals zu erhalten, oder man läßt den Metallüberzug auf der Unterlage. Jenes gibt die eigent-liche Galvanoplastik, dieses die galvanische Vergoldung, Versilberung u. s. w. Die eigcnt-liche Galvanoplastik wurde um 1836 von Jak. Jacobi (s. d.) erfunden und ist schon zuoiner bedeutenden Ausbildung gelangt. Man wendet bei ihr stets Kupfervitriol an, da sichdas Kupfer am besten in größern zusammenhängenden Massen niederschlägt. Man verschafftsich auf diese Weise theils von metallenen Gegenständen, wie Kupfcrstichplatten, Medaillen,Münzen, Schriftstempel u. s. w., theils von nichtmetaUischcn Modellen und Formen ausGyps, Wachs, Stearin u. s. w., deren Oberfläche man aber durch Einrciben von feinemGraphitpulvcr leitend macht, Copicn oder Abgüsse, die aber, wofern nicht die als Unterlagegebrauchte Form schon selbst ein Abguß des Originals war, stets nochmals copirt werdenmüssen, um das Original treu wiederzugcben, da bei der Ablagerung den Erhöhungen Ver-tiefungen und umgekehrt entsprechen. Zuweilen, wie bei Verfertigung der Matrizen überSchriftstempel, soll aber der galvanoplastische Abguß unmittelbar als Form für weitere Ver-viclfältigung dienen. Bei gehöriger Ausführung sind die Copicn den Originalen absolutgleich. Bei der Ausführung wird entweder das Original unmittelbar in Kupfcrvitriollösunggebracht, von dieser durch eine poröse Scheidewand im Raum getrennt, welcher Zink und ver-dünnte Schwefelsäure enthält und dann Zink und Original leitend verbunden. Man hat soein Daniell'sches Clement, in welchem aber das Original selbst die Kupferplatte vorstellt;oder, was für Ausführung im Großen besser ist, man hat eine besondere constante Batterieoder eine magnetoelektrische Maschine, mit deren Polen man einerseits das Original, anderer-seits eine Kupferplatte verbindet, die dann einander gegenüber in Kupfervitriolauflösunggestellt werden. Nach einigen Tagen ist in der Regel der Kupferüberzug dick genug, um ab-gelöst werden zu können. Bei der galvanischen Vergoldung, Versilberung u. s. w. ist Allesim Wesentlichen ebenso cinzurichten, aber die zu vergoldenden und zu versilbernden Gegen-stände werden nicht von Kupfervitriol sondern von einer Gold- oder Silbcrauflösung um-geben. Diese Auflösung muß das edle Metall in einer möglichst leicht zersetzbaren Verbindungerhalten. Gegenwärtig wendet man stets die Cyanverbindungen dieser Metalle an. Auchdieser Zweig hat bereits eine große und allgemeine Anwendung gefunden und die Feuerver-goldung größtentheils verdrängt.

Galyzin oder auch Golyzin, eine der ausgebreitetstcn fürstlichen Familien in Ruß-land und eine der ausgezeichnetsten in der Geschichte der nordischen Reiche überhaupt, leitetihren Ursprung von dem lithauischen Fürsten Gedimin, dem Stammvater der Jagel-lonen ss.d.) ab. Die Fürsten Michail und Dmitri G. waren russ. Heerführer unterdem Großfürsten von Warschau Wassili IV. und wurden von den Polen in der großenSchlacht bei Orscha 1514 gefangen genommen; Dmitri starb in der Gefangenschaft, Mi-chail wurde erst nach 38jähriger Haft freigegeben, woraus er, an den Hof seines Monarchen