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dieRaubzügc der S achsen (s. d.) an den Küsten beginnen, trafen zwar nur die Grenzenund noch gelang es, eine geraume Zeit sie zurückzuweisen, dagegen stiegen die Verwirrungund das Elend durch die innern Kämpfe in der Zeit der sogenannten dreißig Tyrannen, de-ren einer Tctricus im I. 27-1 durch Aurelianus (s.d.) in G. besiegt wurde. Durch dieEmpörung des Bonosus und Proculus, die Probus (s. d.) im I. 28l unterwarf, sowiedurch den Druck der Statthalter und die jetzt über alles Maß vergrößerte Steuerlast, durchwelche die Städte verarmten, das Land verödete und zur Zeit Diocletian's den Bund der Ba-gauda, indem sichdie niedere und verarmteMassedesVolks zum Aufstand vereinte, hervor-rief, der durch Maximian's grausame Härte nicht vertilgt werden konnte und noch im S.Zahrh.gewaltsam hervortrat. Im-1. Jahrh. war Julianus (s.d.), den Konstantius 355 alsCäsar nach G. schickte, bemüht, den Zustand des Landes zu verbessern; auch gegen die Fran-ken und Alemannen kämpfte er glücklich, und die letzter» wurden nach ihm noch von Valen-tinian l. 366 und von Gratia» 377 geschlagen, aber durch die immer wiederholten Einbrüchebeider Völker wurde doch das Land am Rhein verheert, und noch im Laufe desJahrhundcrksnahmen die Franken im Norden, die Alenmnnen im Osten (bis zu den Vogesen) Besitz vonröm.-gall. Boden. Unter HonoriuS wurde G. zu Ende des I. 366 von den Scharen derDa ndalen (s. d.), Sueven (s. d.), Alancn (s. d.) überschwemmt, nur Neste von ihnen,namentlich Alanen, blieben zurück, der größere Theil drang nach Spanien (306). Dagegenfaßten die Burgunder festen Fuß, breiteten sich von den ihnen am obern Rhein cingeräuntte»Sitzen weiter bis zur Rhone und Durance aus und gründeten dort das Burgundische Reich.(S. Burgund.) Auch denWestgothen(s. Gothen), dieaufihrem Zuge nach Spanierin 3das südliche G. verheerten, wurde noch diesseit der Pyrenäen ein Theil Aquitaniens überlas-sen, wo ihr König Ataulf zu Tolosa seinem Sitz nahm. Mit ihrer Hülfe überwand Aetius,Valcntinian's >l>. Feldherr, der noch einmal kräftig für die röm. Herrschaft in G. wirkte unddie Empörung von Armorica unterdrückte, im I. 35 l den Attila (s.d.), durch welchen eingroßer Theil des Landes verwüstet worden war, auf den Catalau irischen Feldern (s.d.).Valentinian, der ihn 353 tödten ließ, wurde selbst 355 ermordet; bei der Verwirrung, indie nun das Reich gerieth, machte sich der Arverncr Avitus in G. zum Kaiser, wurde aberschon 356 durch Ricimer abgesctzt. Majorianus, den dieser erhob, beruhigte noch einmal G.;nach seinem Sturze im I. 361 wurde das Neich derWestgothenan der Küste bis zurRhone und bald darauf nördlich bis zur Loire erweitert; die westlichste Spitze G.s erhieltvon Britannien her Zuwachs keltischer Bevölkerung und war unabhängig ((.Bretagne);den schwachen Überrest röm. Herrschaft endlich, der zwischen der Somme und Loire das west-röm. Reich unter Syagrius »och stberdauertc, vernichtete im I. 386 der Franke Chlodwig.Durch ihn rurd seine Nachfolger wurde aus G. ein Reich der Franken (s. d^. — Vgl.Vglckenaer, „keogrupliie Üe8 6k»,Ies cisulpine et trunsulpine" und Thierry, „Uistttire lleI» 6-riiIe 8VN5 IHmiuigtration romaiiie" (3 Bde., Par, 1828).
Gallienils (Publ. Licinius), röm. Kaiser vom I. 259, wo sein Vater Valerianus,der ihn schon vorher zum Mitregenten ernannt hatte, in pers. Gefangenschaft gerieth, bis, zum I. 268 n. Chr. Er war fast blos auf Italien beschränkt, da in den Provinzen die Le-gionen ihre Anführer zu Kaisern erhoben (die Zeit der sogenannten 30 Tyrannen); im Orienternannte er selbst den Odenathus zum Casar und überließ ihm und seiner Gemahlin Zeno-bi a (s. d.) den Krieg gegen die Perser, die hier das Reich bedrohten, während im Occidentgerman. Völkerschaften sein? Grenzen angriffen. Gegen Postumius in Gallien und gegenAureolns in Jllyricum zog er selbst zu Felde, ohne entscheidenden Erfolg; als der Letztere inItalien einbrach, belagerte ihn G. in Mediolanum, siclaberselbst durch eine Verschwörung sei-ner Offiziere. Claudius (s.d.) und nach ihm Aurelianus (s.d.) waren seine Nachfolger.
Gallimathias, worunter man jedes unverständliche, verworrene Geschwätz, jedensinnlosen Vortrag versteht, soll seinen Namen daher haben, daß in Frankreich einst ein Sach-walter bei dem Rechtsstreite über einen Hahn, der einem gewissen Matthias gehörte, vor Ge-richt, wo man sich nach damaliger Sitte der lat. Sprache bediente, zu wiederholten Malendie Worte gallii« Uuttlüue, d. h. der Hahn des Matthias, in gulli Illattlüas, d. h. der Mat-thias des Hahns, verdrehte.
Gallo (Marzio Mastrizzi, Marquis von), ein gewandter ital. Staatsmann, der