Gallien
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3)6al!!a Belgien, zu welchem die Sequancr und Helvetier geschlagen wurden. Diealte Provinz, jetzt gewöhnlich 6 ulI > n i^nrbonensis genannt, wurde im I. 22 der Ver-waltung des Senats zurückgegeben. Am Rhein wurde der von den Germanen bewohnteStrich seit Tiberius als cisrhcnanisches Germanien in zwei Theilen (Oermsnin Ioder siljierior und ll oder inl'erior), zwischen denen die Mosel die Scheide bildete, von Gallienabgesondert betrachtet, ohne eine eigene Provinz zu bilden; acht Legionen lagen hier gegendas jenseitige Germanien vertheilt in festen Orten und Lagern, aus denen selbst Ortschaftenwurden, wie ^rgentorutum (Strasburg), ülogontincum (Mainz), (lonüuentes (Koblenz),L»nns (Bonn), 6,»Io»ia Hgrij>;»irm (Köln), im Lande der Ubier Lasten Vetra (Lauten).Z,n 3. Jahrh. n. Chr. wurde jede einzelne Provinz in mehre Theile getheilt, sodaß gegenEnde des 4. Jahrh. 17 Provinzen in G. bestanden; aus der Narb onen fischen Pro-vinz wurden: I) I>lgrtinnsnsis I, mit dcrHauptstadt Narbo, unter den Westgothen erweitert,8cptiinnnin mit l'olosa, 2) ^lurbonensis ll mit ^<juse Lextine, 3) VIpss Naritiinae mitLbrolluiium (Embrun), ^l) Brovinciu Vieniiensis mit Vienn-i (Vienne) und dazu 5) VIpes6rchae und Benninns (Wallis und das nordöstliche Savoyen); aus Vtjuitsllin: 6) l^ovem-jiopulana zwischen Pyrenäen und Garonne mit Livitns ^uscorum (Auch), 7) ^cziiitnnii» I mitLivitus Kiturigum (Bourgcs), der östliche, und 8) ^mtsina II mit Lurckigals, der west-liche Theil des Landes zwischen Garonne und Loire; 6»IIin Bugllunensis zerfiel in vierTheile: 9)l5ugclunensislmitl.iigclnnum, I0) I.ugllunensis>l mit kotomsgiis, 11 )I.„g<Iii-nensis III mit Livitns 1'uronum (Tours), 12) I.ugduuensis IV oder Keuouis mit Livirss8enon»m (Sens); Llallin Belgier» in fünf: 13) Belgien I mit Livitns T'rsvirorum(Trier), 14) Belgien II mit Livitss Remorum (Rheims), >5) Lermnnin I mit (,'oloiiin^giippina, 16) Oermsnis ll mit iVlogontincum und I7)i>lnxims8ec>usnorum mit Vesontiu(Besancon). Unter Konstantin bildete Gallien eineDiöces (s. d.) der Brnelecturn Lnllisrum.
Unruhen, die in Folge der von Augustus geregelten Steuereinrichtung im I. 13 v.Chr. in Gallien ausbrachen, wurden durch des Drusuö Klugheitund Milde schnell unter-drückt; auch der Aufstand des Trevirer Julius Florus und des Äduer Sacrovir unter Ti-berius 21 n. Chr. hatte keinen Erfolg, und als zur Zeit des Streits zwischen Vitellins undVespafian im I. 69 Claudius Civilis mit seinen Batavern und andern Germanen die Waf-fen am»untern Rhein siegreich gegen die Römer erhob, schlossen sich ihm fast allein die Tre-virer unter Classicus und Tutor und die Lingoner unter Julius Sabinus an, die übrigenGallier vereinten sich auf einer von den Remern gehaltenen Versammlung, in der Treue ge-gen Rom zu verharren; Civilis aber mußte 70 n. Chr. dem Römer Pctilius Corialis wei-chen. Das röm. Bürgerrecht war durch die Kaiser Claudius, Galba und Otho den Gallierngegeben worden, die öffentliche Übung des Druidencultus wurde durch Claudius aufgehoben,röm. Bildung fand auch außer der alten Provinz, besonders in dem südlichsrn Theile desLandes, Eingang ; namentlich Massilia, Nemausus, Arelate, Vienna waren in jener, Lug-dunum, Augustodunum, Burdigala in diesem ebenso Sitze des Handels wie der geistigenCultur, für die hier auch Lehranstalten entstanden. Die röm. Sprache verbreitete sich vonden Städten aus, die unter den Römern ansehnlicher, zum Theil neu gegründet wurden, undgestaltete sich zu einer eigenen provinzialen Sprachweise (lingnn romunn rusticn), durchwelche jedoch, wie historische Zeugnisse beweisen, das Keltische noch im 3.—5. Jahrh. nichtganz verdrängt war. Das Christenthuin faßte zuerst in der Mitte des 2.Jahrh'. Wurzel undgedieh; zu Anfang des i. Jahrh. waren Bischöfe zu Bordeaux,.Rouen, Rheims, Köln. Bisgegen das Ende des 2. Jahrh. war die Lage des Volks unter der röm. Herrschaft bei geord-neten und damals noch mäßigen Steuern leichter, als sie es früher unter dem Druck des hei-mischen Adels gewesen war, und der Zustand des an Salz und Eisen, an Getreide, Wiesenund Wald, an Pferden, Schafen und Rindern reichen Landes, in welchem durch die Römerder Wein- und Obstbau sowie der Ölbaum weit verbreitet und die Betriebsamkeit der Ein-wohner geweckt worden waren, bei ungestörtem Frieden ein blühender. Mit dem Kampfedes Septimius Severus (s. d.) gegen Albinus, der in G. ausgefochten wurde, beginnt derVerfall, der schon im 3. Jahrh. rasch und gewaltig zunahm. Die Einfälle der Alcmanänen(s.d.)undFrankenfs. d.), die in der ersten Halste dieses Jahrh., sowie gegen dessen Ende
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