706 Gallien
Druiden (s. d.) einen großen Einfluß den sie bei den Galliern mit dem Stand der Nit- *
ter, dem Adel, aus welchem sich einzelne Häuptlinge häufig erhoben, thcilte, sodaß die übrigeMasse des Volks unter ihrer ziemlich drückenden Herrschaft stand, während bei den Bel-gen das Volk seine Freiheit besser bewahrt hatte und die Verfassung einen mehr demokra-tischen Charakter trug. Auch hielten die Belgen gegen den gemeinsamen Feind besser zusam-men, während die gall. Staaten sich nur selten fest vereinigten, meist vereinzelt handelten, zumTheil sich feindselig gegcnüberstanden und so dem Römer die Besiegung erleichterten.
Das keltische Gallien (tteltics) reichte von der Garonne über die Loire (läge)bis zur Seine (8e<j,iaoa) und Marne (Alntrons). Unter den Völkern, die cs bewohnten, sind ^mit den zum Theil erst später gegründeten Städten namentlich bemerkenswerth: ») zwischenSeine und Loire, am Meere der Bund der Armoriker, unter denen vornehmlich die Veneterund Uneller, im westlichen Theile der heutigen Bretagne und Normandie, östlich von ihnen ^die ^ulerei-Oenowgni (Maine) und kllmrovices (Evreux) mit der Stadt Neelioluimm, dieI^nnnetes mit dem kortus l^nnnstum (Nantes), die .4ml«-s (Anjou) mit äulimm,g»8 (An-gers), die Osrnutes mit Oensbum, später civitns ^»relinnnrnm (Orleans), und(Chartres), dieParisier mit Imtetis (Paris), die Senoncn um ^genckicnm (Sens) und!lle-lotlunuin (Melun); b) zwischen Loire und Garonnc die Pictoner (Poitou), die Santoner(Saintonge), Turoner (Touraine), die Bituriger (Berry) mit ^vnricum (Bourgcs), dieLemovicer (Limousin), diePetrocorier am Vuramu8 (Dordogne) mit Vesumm (Perigueux),die Litnriges-Vibisci, noch über der Garonne, mit Bnrckigala (Bordeaux), die tirxlurci mitvivona (Lahors), die Arverner (Auvergne) mit Oergovia (Clermont), die Rutencr mit 8e-Zockunum (Rhodez); c) im Osten die Segusianer an der obern Loire mitlmgcknmun (Lyon),die Äduer zwischen Saone (^.rsr oder 8aucomm) und Loire mit Bibrscte, später ^ugnsto-ckunum (Autun), und Kovioliiimim (Revers), die Mandubier mit Riesin (Alise), die Lingo-ner mit ^oclematunum (Langres), die Sequaner, znoischen der Saone und dem Jura bis indie Vogesen, mit Vesontio (Besanyon) am Dubio (Doubs), die Helvetier, in vier Gauen,unter denen an der Aar der tigurinische, mit ^venticnm (Avenches, Wifflisburg), Lbma-«luoum (Jfferten), Vinclonissa (Windisch), vom Jura bis zum Rhein, an dessen Biegung ^die Rauraker Nlit Augusts Rsuracorum (Augst bei Basel).
Das belgischeGallien (Belgien) erstreckte sich von der Seine und Marne bis zumRhein, jenseit dessen Mündungen das german. Volk der Batav er (s. d.). Mit dem NamenBelgierin bezeichnet Cäsar nur einen Theil dieses Landes im Südwcsten, wo die Bellova-ken um Beauvais ((lasssromsguo) zwischen Seine und Somme (8<-,mur<>), die Ambianer(8-rmsrolrriva jetzt Amiens) in der Picardie, die Atrebaten IN Artois, die Vclocasser umRouen (Rotomsgus) wohnten; an der Küste nördlich von der Seine die Caleten und dieMoriner mit dem Itiu» kortus (Boulogne); zwischen 8ubis (Sanrbre), 8cukli8 (Schelde),I-ego (Lys) bis ans Meer die Nervier; südlich von ihnen die Veromanduer (um St.-Qucn-tin); weiter die Suefsioner mit ^oviockunum, später ^ug„8t» 8nes8ionum (Soissous), dieNemer mit Durocorturum sRheims), die Leuker mit 1'n!I»u, (Toul) und Mcdiomatrikermit vivockurnm, später Nettis (Metz), in Lothringen an der obern Maas (klosii) und Mo-sel (Fossils), und an dem weitern Lauf der letzterer die Trevirer (ängu-t:, 'l'reviro, um, jetztTrier); nördlich von dem Arduennischen Walde, mit welchem Namen man außer den Ar-dennen auch die Veen und Eifel bezeichnete, die Eburonen zwischen Rhein und Maas, vonCäsar vertilgt, an deren Stelle später die 1'nngri (Tongern), die Aduatikerwestlich derMaasund die Menapier zwischen der untern Maas, Schelde und Rhein traten. Germanischen ^Stainms waren vielleicht die Tribokker, Nemeter und Vangionen (mit Borbetomagiis, jetztWorms), die am Rhein im untern Elsaß und nördlich bis Bingen (Bing,,,,,,) wohnten,auch weiter hinab wurden unter Augustus Germanen angesicdelt; die Ubier und ein Theilder Sigambern, der unter dem Namen Guberner nördlich von jenen wohnte.
Cäsar hatte den besiegten Galliern Tribut auferlegt und Besatzung zurückgelassen; dieeigentliche Provinzialform erhielt das Land aber erst durch Augustus' im I. 27, der es indrei Provinzen unter kaiserlichen Statthaltern theilte: I) ^ <,'» itsnia, das über den alten iUmfang hinaus vergrößert nun alles Land-zwischenPyrenäen, Loire und Cevenne» umfaßte;
2) kalliu L>ng<1unen»i5, zwischen Loire, Seine, Marne, Saone bis Lugdunum, und