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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Gallien 705

blühenden Zustand des Gewerbes, namentlich in Wollen- und Linnenweberei, des Handelsund des durch Fruchtbarkeit des Bodens begünstigten Ackerbaus, sowie durch dichte Bevöl-kerung zeichnete sich das Land damals vor dem übrigen Italien aus.

Die Grenze des transalpinischen Galliens gegen Italien bildeten die Alpenund zunächst gegen Ligurien der kleine Fluß Varus (Var), der von den Seealpen her beiMc»e» (jetzt Nizza) in das Mittelmeer fließt. An der Küste dieses Meers gründeten um dasZ. 600 die griech. Phokäer, die vor Krösus aus Kleinasten flohen, Nassili» (Marseille), des-sen Handel bald emporblühtc und das ein Sitz griech. Cultur in dieser Gegend war. Den1 Römern schon früh befreundet, wurde es von ihnen im I. 151 gegen ligurische Völker, dievon den Secalpen her ihre Pflanzstädtc 4ntchol,s und Kic»s» angegriffen, unterstützt. Dieeigentlichen Eroberungen der Römer aber im transalpinischen Gallien begannen durch die Un-terwerfung der keltisch-ligurischen Salyer oder Salluvier, gegen welche M. Fulvius (s.d.)den Massiliern im I. >25 zu Hülfe gesandt wurde und in deren Land C. Sextius 123ä-pme Sextiae (jetzt Aix), die erste räm. Colonie im transalpinischen Gallien, gründete. DieUnterwerfung der Allobroger (s. d.) folgte 122 und 121 durch Cn. Domitius und Q-Fa-bius. Das Land wurde zur röm. Provinz und trug vorzugsweise den Namen krovinoi» r»-! wuna (Provence); im Gegensatz gegen die (--»Ilia togst» wurde es auch, vondenlangen, weitenHosen (brsccae), welche die galt. Bewohner trugen, 6»I!>» brsecsts, und dann das übrigetransalpinische Gallien von der Sitte der Gallier, das Haupthaar (eows) lang am Scheitelzusammengebunden zu tragen, 6»l!i» comsta genannt. Die Grenzen der Provinz reichtennördlich über die Durance (vruentis), in deren Thal eine Straße über den Mont-Genevreführte, und die Jsere (ls»r») bis zur Rhone (Uliockanus) und dem Genfersee (D»cus De-wanus); nach Westen wurden sie bald über die Rhone, an deren östlichem Ufer die Ca-vares um Arles (dreiste) und Avignon (^venio) und nördlich von ihnen die Vocontier

> wohnten, erweitert bis zu den Cevennen (8ebenns), deren Abhang dke Helvier inne hatten,und weiter südlich, wo durch die Volcä Arecomici um Nimes (I>iemsusus) und durch die Volcä

! Tectosages um Carcassonne (6src»so), Toulouse (Dolos») und Roussillon (Ruscino) die frü-

> Hern iberischen Bewohner verdrängt worden waren, bis zu den Pyrenäen und der Garonne(6»rumns). Hier gründete im I. 118 Q. Marcius Rex die röm. Colonie Idlsrbo Nsrtius(Narbonne). Nachdem der Sturm der Ci mb ern (s. d.) und Teuton en (s.d.) durch Ma-rius glücklich bestanden war, hatten die Römer ruhigen Besitz. Im Laufe von acht Jahren

, (5851) unterwarf Julius Cäsar (s. d.) das ganze übrige transalpinische Gallien, d. h.das Land, das im Süden von den penninischen Alpen und der Provinz und den Pyrenäen,im Westen durch den Occan begrenzt, im Osten durch die breite Alpenkette des obernNhein-thals von Rhätien, dann durch den Rhein und den Vodensce (DacusDri^Äntinns) von Vin-delicien, weiterhin durch den Rhein bis zu seinen Mündungen von den Germanen geschie-den wurde. Nach den drei durch Sprache, Sitten und Einrichtungen verschiedenen Völ-kermafsen, die Cäsar in diesem Lande vorfand, scheidet er dasselbe in seinenCommenta-rien über den gall. Krieg" in drei Theile. Der südlichste, Aquitanien (s. d.), zwischen Py-renäen und Garonne, war von mehr als 20 kleinen Völkerschaften bewohnt, die dem Volks-stamm der Iberer (s.d.) angehorten, gänzlich verschieden von dem der Kelten (s.d.).Dem letztem, in dem Sinne, in welchem wir das Wort brauchen, gehörte die Bewohnerschaft, der beiden übrigen Theile an: die eigentlichen Gallier oder, wie sie nach Cäsar sich selbstmit einem nur der Form nach verschiedenen Namen nannten, Kelten, desselben Stammswie die Gallier der Provinz und des cisalpinischen Gallien, und die Beigen (I3elg»e), ih-neu stammverwandt, aber doch mit hinlänglicher Eigenheit, auch der Sprache, um von demRömer von jenen abgesondert zu werden. Die Beigen sowol als die eigentlichen Gallier zer-fielen in viele Völkerschaften, die ebenso viele Staaten bildeten, nur daß häufig kleinere unterder Schutzherrschaft eines größer« standen. Gallier und Belgen waren groß und stark, vonHeller Farbe und blondem Haar, beide tapfer, diese noch mehr als jene; Fußvolk und Rei-! terei, die trefflich war, kämpften häufig untermischt; auch Streitwagen (essockae) hatten sie imGebrauch. Aufgeweckten Geistes und rührig werden sie zugleich als stolz, veränderlich undimmer zu Neuerungen geneigt geschildert. Bei beiden Stämmen übte die Priesterschaft derConv.-Lex. NeunteÄufl. V. 45