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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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704
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704 Gallien

Ligurer, im Osten Etrusker (s. Etrurien) und Umbrer verdrängt wurden, soll der Sage 'nach schon zur Zeit des altern Tarquinius, um 600 v. Ehr., durch die Jnsubrer, welche Bel-lovesus, der Sohn eines Königs der Biturigcr, aus dem Stammlande geführt habe, begon-nen und erst nach dem Verlauf von zwei Jahrhunderten durch die Scnonen geschloffen wor-den sein. Historisch richtiger scheint, daß sie in rascher Folge überhaupt erst um das I. IWv. Ehr. geschah. Die spätesten Einwanderer, die Senoncn, drangen am weitesten südlich vor;im I. 396 zerstörten sie die umbrische Stadt Melpum, zogen dann über den Apennin vordas etruscische Clusium, und von dessen Belagerung, 70000 Mann stark, unter Brenn us(s- d.) gegen Nom, das sie nach der Niederlage der Römer an der Allia (-lies ^Iliensis, >8.Juli) im I. 390 bis auf das Capitol einnahmen und verbrannten. M. Furius Camillus(s. d.) schlug eine ihrer Scharen und vertrieb das Hauptheer mit Gewalt aus Rom, wo essechs Monate gelagert haben soll; nach andern Nachrichten zogen die Gallier mit dem Golde,das sie für die Aufhebung der Belagerung deS Capitols erhalten hatten, ungestört ab, undgewiß wurden sie zunächst mehr durch innere Kriege als durch des Camillus Sieg von der ,Erneuerung ihrer Züge abgehalten. Im 1.367 erst sollen wieder Gallier in Latium erschie-nen und von dem greisen Camillus geschlagen worden sein; in denJ. 361 (s.Manlius),360 und 358 griffen sie Rom mit solcher Gewalt an, daß sich dieses nur durch die äußersten ^Anstrengungen ihrer erwehren konnte, bis im I. 3-19 (s. Valerius) der Sieg des L. Fu-riers Camillus, des Sohns, welchem Vertrag und Friede folgte, ihren Zügen, die nicht blosgegen Nom sondern auch in das südlichere Italien gerichtet waren, ein Ende machte. AlsBundesgenossen der Samnitcn standen die cispadanischen Gallier wieder gegen die Römerim dritten samnitischen Kriege, wo die Niederlage bei Sentinum (s. Fabius und Decius)im I. 295 auch sie traf. Die Senonen unterwarf hieraus 283, da sie den Etruskern Hülfegeleistet, der Konsul Dolabella; im südlichsten Theile ihres Landes wurde die Colonie Sem(jetzt Sinigaglia) angelegt; die Bojer, die im selben Jahre mit den Etruskern am Vadimo- §irischen See besiegt wurden, erlangten Frieden. Ein neuer, vorzugsweise sogenannter G al- ,lischer Krieg brach im I. 225 aus; durch die Vertheilung scnonischen Landes an Römer(s. Flaminius) gereizt, fielen die Bojer und Jnsubrer, durch Gäsaten (Krieger, von Epp,der Speer) aus dem transalpinischen Gallien verstärkt in Etrurien ein; Rom bot seine ganzeMacht gegen sie auf und der Schlacht am Vorgebirge Telamvn im 1.225, in welcher lovuuGallier fielen, folgte 22-1 die Unterwerfung der Bojer, und 223 und 222 die der Jnsubrer.Kaum waren die Colonien Cremona und Placentia (jetzt Piacenza), welche die Ruhe sichernsollten, im I. 219 angelegt, als Hannibal in Italien erschien. Zu ihm fielen nach der ^Schlacht an der Trebia im I. 218 die Gallier ab, und auch nach dem zweiten punischenKriege leisteten sie den Römern noch eine Zeit lang Widerstand, der endlich durch die Besie-gung und theilweise Vertreibung der Bojer im I. 191 gebrochen wurde. Namentlich durchAnsiedelung von Colonien zu Bononia, Parma und Mutina wurde der cispadanische Theil inun bald völlig romanisirt und daher nach der röm. Tracht der Toga mit dem Namen 6al- !lia togsts belegt, welcher dann auch auf den transpadanischen Theil überging. In diesem ^wurden zuletzt die Salasser im 1.113 zu einer doch nur scheinbaren Unterwerfung gebracht;ihre Räubereien beunruhigten dieStraße, die über den Kleinen Bernhard ins transalpinischeGallien nach dem Thal der Jsere (Isars) führte; daher ließ sie Augustus im I. 25 fast ver-nichten und in ihrem Gebiet die Militaircolonie Augusta Prätoria (jetzt Aosta) anlegemAuch die Völker der nördlichen Grenzalpen, über welche von Comum eine Straße ins rhä-lische Rheinthal führte, wurden unter Augustus im I. 15 unterworfen. Den Cispadanernwar schon im I. 89 röm. Bürgerrecht, den Transpadanern lat. Recht gegeben und dies im1.19 durch Julius Cäsar in Bürgerrecht verwandelt worden; dennoch blieb das cisalpinischeGallien mit Ligurien und Venetien röm. Provinz und als solche von einem Proconsul ver-waltet. Erst unter den Triumvirn hörte dies auf im 1.13, und nun wurde das Land auchim politischen Sinne zu Italien, dessen Name schon vorher auf dasselbe ausgedehnt wardgerechnet, und die Rechtspflege darin durch ein uns zum Theil erhaltenes Gesetz (>ex L»- >Irris tlo 6s!1is cisslpüt») geregelt. Als Augustus Italien in elf Regionen theiltc, wurdeLas Gebiet der Cenomanen zur zehnten, Venetia, geschlagen, das übrige transpadanischeGallien bildete die elfte, das cispadanische die achte, Ligurien die neunte Region Durch