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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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703
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Gallieismus Gallien 702

zu erzwingen, wa§er vorher nicht erreicht hatte. Pius Vll. aber weigerte sich beharrlich, dievom Kaiser ernannten Bischöfe kanonisch einzusetzen, und so sah sich derselbe genöthigt, seit1809 die franz. Geistlichkeit zu Berathungen zu versammeln. Da diese die Bestätigung derBischöfe durch den Papst für unerläßlich erklärten, wurden neue Unterhandlungen mit demPapste eingeleitet, der im Drange der Umstände 18 ll die vom Kaiser eingesetzten Bischöfebestätigte und 1813 zu Fontainebleau ein Concordat mit Napoleon abschloß, das er jedoch,sobald er 1814 nach Rom zurückgekehrt war, als abgedrungen für nichtig erklärte. AM derRückkehr der Bourbons kamen auch die vertriebenen Bischöfe zurück, woraufLudwig lli.j mit Papst Pius Vll. 1817 ein neues Concordat abschloß, welches in mehren Beziehungendie Misbilligung des Volks fand. (S. Con cordat.) Als die Jesuiten, welche immer mehrum sich griffen, die Freiheiten der gallicanischen Kirche vollends zu untergraben suchten, ent-standen unruhige Bewegungen im Volke. Diesen zu begegnen, ließ die Regierung im I.1824 alle Obern und Professoren der bischöflichen Seminarien und 1826 alle Bischöfe feier-lich erklären, daß sie an den Satzungen von >682 festhielten. Die Julirevolution von >839stürzte den Jesuitismus in Frankreich, und die modificirte tüimrts eooslitutionnellk vom 7.Aug. 1836 gewährte Freiheit des Cultus:Omcuil prol'esse sa religston uvec uns egsloliberte, et obtieut ponr soll eilte In memo protection." Nur vorübergehenden Abbruchlhaten der gallicanischen Kirche der Saint - Simonismus (s. d.) und Chatel's Fran-zösisch-katholische Kirche (s. d.). Dagegen hat in neuerer Zeit der hohe Klerus, derzum größten Theil ultramontanen Tendenzen huldigt, den gallicanischen Kirchenfreiheiteuoffenen Krieg erklärt, die er dadurch zu vernichten gedenkt, daß er der Universität die Oberlei-tung des Unterrichtswesens zu entwinden und sich anzueignen strebt.

Gallieismus nennt man die in einer fremden Sprache fehlerhafte Nachbildung vonsolchen Ausdrücken, Wortstellungen und Wortfügungen, welche nur der franz. Sprache ei-genthümlich sind. Namentlich hat die spätere Latinität viele dergleichen Eallicismen ausge-nommen, wie scientiue, d. i. Wissenschaften, nach dem franz. los Sciences u. s. w.

Gallien (6»IIis) nannten die Römer sowol das Land zwischen den Pyrenäen und^ dem Rhein, das Stammland der Gallier (6uI1i), von Rom aus jenseit der Alpen gelegen,daher 6ulliu trsnsulpinu, als auch den nördlichen Theil von Italien, Gallien diesseit derAlpen, 6slliu cisslpina. Mit dem letzternNamen wurde zunächst nur der Strich, in welchemeingewanderte Gallier sich niedergelassen hatten, bezeichnet, und hiernach erstreckte sich das ei-gentliche Cisalpinische Gallien von den Cottischen und Grajischen Alpen im Westen biszur Etsch (^tkesis) gegen Osten, die es von dem illyrischen Volke, der Veneter trennte; imNorden begrenzten es diePenninischen und Rhätischen Alpen, im Süden bildete gegen die li-gurischen Ananen der Po (kuckus) die Grenze etwa bis dahin, wo er die Trebia aufnimmt;von da aus reichte Gallien südlich über den Po bis zu dem Kamm der Apenninen gegen! Etrurien, und am Adriatischen Meere gegen Umbrien anfangs bis zum Flusse Aesis bei An-, cona, später nur bis zum Rubico zwischen Ravenna und Ariminum (jetzt Rimini). Alsaber Ligurien, Venetien und Istrien mit dem cisalpinischen Gallien zusammen Eine röm.Provinz bildeten, wurde der Name des lehtern zur Bezeichnung derselben gebraucht und soauf ganz Oberitalien ausgedehnt. In den angegebenen Grenzen des eigentlichen cisalpini-^ schen Galliens wohnten jenseit des Po, in der Oluiliu ti uuspsdunu, am weitesten nachNordwest die Salasscr, wo Eporedia (jetzt Jvrea), ungefähr vom Fluß Sessitcs (jetzt Sesia)bis Brixia (jetzt Brescia) die Jnsubrer, welche Mediolanum (jetzt Mailand) gegründet hat-ten, und südlich vom Mens Lenucus (jetzt Gardasee) die Cenomanen, wo die alten StädteVerona und Mantua; neben diesen gallischen Stämmen hatten sich am obern Po noch ligu-rische, namentlich die Tauriner in der Gegend des jetzigen Turin (^uAustu Dsurinoruw)erhalten; in der nördlichen Alpenkette saßen keltische und rhätische Völkerschaften, wie dieLepontier nordwestlich vom I-ucus Vertmnns (jetzt I-sgo iVluMore), Camuner nordöstlich vomI-ucus I.uiäus (Comersee), und am I-ucus 8el>imis (Jseosee) die Eugancer. Diesseit des Po,^ in der 6ulliu cispackunu, hatten die Bojcr, denen auch jenseit der Strich an der un-tern Addua (jetzt Adda) gehörte, im heutigen Parma und Modena bis über Bologna (ö<>-iwmu) hinaus, nordöstlich von ihnen an der Pomündung die Lingoner, südöstlich die Scno-nen Sitze gefunden. Die allmälige Einwanderung dieser Stämme, durch welche im Westen