Gallegos Galletti 701
Fernandina und den Tod der Königin Jsabella, welche letztere 1819 zu Madrid im Druckerschien. Nächstdem übersetzte er aus dem Französischen des Arnault die Tragödie „OscarKijo >lc Osisn" (Madr. 1818), die in Madrid zur Aufführung kam. Beim Ausbruche derRevolution im I. 1820 erlangte auch er seine Freiheit wieder und wurde zum Kanonicusder Metropolitankirche von Sevilla ernannt. Im I. 1830 schrieb er eine Elegie aus denTod der Herzogin von Frias, die in der ihrem Andenken geweihten Sammlung „Ooronaluilebre" abgedruckt ist; sein letztes größeres Gedicht ist eine Ode auf die Geburt der Köni-gin JsabellaII. Gegenwärtig ist er königlicherRath, Mitglied der Generaldirection der Stu-dien und beständiger Secretair der königlichen Akademie. Seine vorzüglichsten Gedichtefinden sich in Wolfs „klarest-e cle rimas wockernas csstellanas". Alle seine Gedichte zeich-nen sich durch reine, gefeilte Sprache, harmonischen Versbau und männlich vollen Stil aus.Gallegos, s. Galicien.
Gallen heißen auf Äckern die sandigen (Sandgallen) und nassen Stellen (Naß-gallcn). Bei den Pferden nennt man Gallen kleine Geschwülste oder Blasen, die ent-weder als Folge einer Erkältung, oder durch Mishandlung, zu große Anstrengung oderschlechte Behandlung beim Reiten oder Fahren an verschiedenen Stellen der Extremitätenentstehen und eine in ihrer ganzen Ausdehnung weiche, meist nicht schmerzhafte Geschwulstbilden. Sowol die über dem Fcsselgelenk befindlichen sogenannten Flußgallen, wie dieKniegallen verursachen Hinken.
Gallenfkeber (kcbris bilwsa) ist eine fieberhafte Krankheit, die hauptsächlich in ver-mehrter Absonderung einer krankhaft veränderten G alle (s. d.) besteht. Ursachen derselbensind Congesiionen des Bluts nach der Leber oder der gallige Zustand (status biliosus, p«I> -cliolis), ein krankhaftes Übergewicht der Galle im Körper, welches bei gehöriger Lebensartauch lange mit relativer Gesundheit bestehen kann. Bei dem Gallenfieber treten zuerst aller-lei Verdauungsstörungen mit Zeichen der G elbsucht (s. d.) ein, denen sich bald deutlicheZeichen eines nachlassenden Fiebers (s. d.) zugesellen. Verläuft die Krankheit regelmäßig,so wird die fehlerhafte Galle früher oder später durch Erbrechen oder durch kritische Stühleausgelcert, worauf auch das Fieber unter den kritischen Erscheinungen im Urin, Schweißu. s. w. sich verliert. Nicht selten aber nimmt das Fieber den entzündlichen oder fauligenCharakter an oder geht in Gehirn- oder Leberentzündung über. Am meisten kommt dasGallenficber vor bei Menschen von cholerischem Temperamente, endemisch in heißen Küsten-ländern und epidemisch nach heißen und zugleich feuchten Sommern. Es ist stets eine nichtunbedeutende Krankheit, die auch in der Behandlung manche Schwierigkeiten darbietet undmanchmal theils beschwerliche, theils gefährliche Nachkrankheiten hinterläßt, z. B. Leberver-härtungen, Verdauungsbcschwerden, Gelbsucht, Wassersucht, Durchfälle u. s. w.
Gallert, ftanz. gelee, heißt die aus Muskeln, Sehnen, Knorpeln, Haut, Knochen,Hirschgeweihen u.s.w. ausgezogene, durchsichtige, zähe, geschmack- und geruchlose, in Wasserlösliche Flüssigkeit. Früher gewann man sie durch Zermalmen und Auskochen der Sub-stanzen; besser aber ist das von D'Arcet (s. d.) angegebene Verfahren, nach welchem durchverdünnte Schwefelsäure der phosphorsaure Kalk ausgezogen und die Substanz erst kurzeZeit in heißes und dann in kaltes Wasser gebracht wird. Erkaltet erhält diese Masse auchden Namen Sülze. Wird aber das Einkochen oder Abdunsten der geklärten Gallert beigelinder Wärme bis zur rechten Consistenz fortgesetzt, so erhält man beim Erkalten getrockneteGallert, die in Tafeln geformt unter dem Namen Suppen- oder Bouillontafeln zum Verkaufkommt und sich, wenn ihr Gewürz zugesetzt wird, vortrefflich zur Bereitung von Fleischbrüheneignet, auch, statt der Hausenblase, zum Klären des Weins und Kaffees, zum Schlicht derWeber u. s. w. dient und gegenwärtig zu einem solchen Grade der Vollkommenheit gelangt ist,daß sie ausschließend zur Abklärung der geistigen Getränke angcwendet wird. Gelee nenntman übrigens auch den mit Zucker eingekochten Saft mehrcr Früchte. (S. Marmelade.)
Galletti (Joh. Georg Aug.), ein bekannter deutscher Geschichtschreiber, geb. zu Al-tenburg am 19. Aug. 17SO, studirte seit >705 zu Göttingen unter Pütter und Schlözer dieRechte und Geschichte. Als Hauslehrer des nachmaligen Geheimcnraths und Kammerprä-sidenten von Schlotheim zu Gotha schrieb er für seinen Zögling mehre kleine Handbücher,die er mittels einer Handpresse selbst druckte. Im 1. 1772 wurde er Collaborator, 1783