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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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696
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696 GalmthiaS Galizien

mend; Früchte davon waren zwei wichtige Werke über die Gesetze der Bewegung. Zu-gleich bemühte er sich, die Jupiterstrabantcn zu Längcnbcstimmungen zu benutzen, und wie-wol er damit nicht zu Stande kam, so war er doch der Erste, der systematisch über ein solchesMittel zur Bestimmung der geographischen Länge nachdachte. In seinen letzten Jahrenwurden seine Augen vom Staar befallen; schon war das eine völlig blind und das anderefast unbrauchbar, als er noch 1637 die sogenannte Vibration des Mondes entdeckte. Blind-heit, Taubheit, Schlaflosigkeit und Gliederschmerzen vereinigten sich, dem großen Manneseine letzten Lebensjahre zu verbittern; doch brachte er sie nicht müßig zu, und die Gesellschaftzahlreicher Schüler und Freunde erheiterte ihn. Er starb am 8. Jan. 1642 in den Armenseines jüngsten und dankbarsten Schülers, Vincenzo Viviani. Sein Körper wurde in derKirche Santa-Croce zu Florenz bcigcsctzt und ihm hier l737 neben Michel Angelo ein präch-tiges Denkmal errichtet. G. war klein von Gestalt, sein Körper aber gesund und fest; seineGesichtsbildung war einnehmend und sein Umgang munter. Er liebte die Künste, nament-lich Musik, Zeichenkunst und Poesie; den Ariosto konnte er auswendig; in seinen6<,us>-äersrioni gl l'asso", die erst 1793 in Druck erschienen, zeigte er die Vorzüge desselben vorTassd, den er oft mit Bitterkeit tadelt. Er besaß wenig Bücher und erklärte die Natur fürdas beste Buch. Sein Stil ist bündig, natürlich und fließend. Die vollständigste Ausgabeseiner Werke erschien zu Mailand (l 3 Bde., 1868).

Galinthias oder Galanthias, eine Tochter des Prötus, die Dienerin und Freun-din der Alkmene. Als sie die Parcen und Lucina oder die Juno mit verschränkten Händenvor der Wohnung der Alkmene sitzen sah, um die Entbindung derselben vom Hercules zuverhindern, täuschte sie dieselben durch die Meldung, daß Alkmene soeben von einem Knabenentbunden worden sei, worauf jene vor Schreck die Hände auseinanderschlugen, in dessenFolge die Niederkunst glücklich von statten ging. Zur Strafe für diesen Betrug wurde siein eine Katze oder in ein Wiesel verwandelt. Hercules aber errichtete ihr aus Dankbarkeiteinen Tempel, und die Thebaner begingen ihr zu Ehren ein Fest, Ealinthiadia genannt,welches, stets dem des Hercules »oranging.

Galizien, ein zur östr. Monarchie gehöriges Königreich, im Westen vom östr. Schle-sien, im Norden und Osten von Polen und im Süden von Ungarn begrenzt, zählt auf >576IHM. gegen 4,600600 E. Das Land ist, trotz vieler sandiger und morastiger Gegenden, imGanzen genommen sehr fruchtbar und liefert zur Ausfuhr Getreide, obschon der Feldbaunoch nicht zweckmäßig genug betrieben wird. Der Obstbau fängt erst an, sich zu heben.Wilde und zahme Bienen geben Honig und Wachs als Gegenstände des Handels. Rind-vieh wird in Menge gezogen und in andere Gegenden verhandelt. Die galizischen Pferdezeichnen sich durch ihre Leichtigkeit und Abhärtung aus und sind namentlich in der Buko-wina von vorzüglicher Schönheit. An wilden Thieren findet man Wölfe, von denen in neue-ster Zeit jährlich im Durchschnitte 1500 erlegt wurden, Bären und Wildpret aller Act, vor-züglich viele Hasen; auch ist der Biber, doch nur in geringer Anzahl, einheimisch und lebtnomadisch in der Gegend von Grudeck und am Bugflusse. Eine Art Schildläuse liefert diesogenannte polnische zum Scharlachfärben benutzte Cochenille. Unter den Mineralien ist dasSalz von großer Wichtigkeit, welches, durch alle bergige Theile des Landes verbreitet, alsSteinsalz gegraben, oder auch aus Quellen ohne Gradirhäuser versotten wird. Berühmtsind besonders die Salzwerke von Bochnia und Wieliczka (s. d.). Eisen findet sich in de»meisten Gebirgen, das Erz ist aber nicht sehr ergiebig; Gold wäscht man aus der Bistriza;Flintensteine von vorzüglicher Güte werden besonders im bochnianer und stanisiawowerKreise gebrochen. Auch gibt es viele Alaunschieferbrüche, die aber wenig benutzt werden.Bei einigen mineralischen Quellen sind Badeanstalten errichtet. Die Einwohner sind Polen(2,300000), Rußniaken (1,800000), Machen (300000), Juden, Deutsche und in cinzel-nen südlich gelegenen Theilen Armenier; Zigeuner trifft man häufig nomadisirend. Dasganze Königreich ist in 19 Kreise getheilt; die Regierung wird von der galizischen Hofkanzlciin Wien geleitet; in der Hauptstadt Lem berg (s. d.) aber ist der Sitz des Laudesguber-niums, welches alle Landesangelegenheiten besorgt, und des Appellationsgerichts, das dieJustiz verwaltet. G. hat, die Bukowina (s. d.) ausgenommen, seit >776 gemeinsameLandstände, aus dem Herrendem Rittersiand und den wichtigsten Städten gebildet; die