Galiläa Galilei
und einer schonen Brücke über den Minho, Pontevedra mit 3606 E., einem Hafen und einerBrücke über den Lerez, Tuy mit 4999 E. und einer starken Citadelle, Mondonedo mit 5999 E.und Vigo mit 2500 E. und einem Hafen.
Galiläa, d. i. eigentlich Kreis, Landstrich, hieß anfangs ein kleiner District im jüd.Stamme Naphtali, in welchem sich viele Heiden angesiedelt hatten, dann aber die gesammteProvinz im Norden Palästinas, welche gegen Osten von dem Jordan, gegen Süden vonSamaria, gegen Westen von dem Mittelländischen Meere und Phönizien und gegen Nordenvon Syrien und dem Gebirge Libanon begrenzt und meist von armen Fischern bewohntwurde. Als die Wiege des Christenthums hat dies kleine Land allgemeines Interesse. Merk-würdig sind besonders die Städte Nazareth, Kana, Kapernaum am See Liberias und Nain,der Fluß Jordan und der Berg Tabor. Die Bewohner G.s unterschieden sich von denen Ju-däas durch ihre breite ungebildete Aussprache und waren wegen ihres freiem Sinnes, der sichvielleicht aus ihrem Verkehr mit Heiden erklären läßt, und wegen des mehrfachen Kriegsun-glücks, das sie als Grenznachbärn der Syrer traf, von den Judäcrn verachtet. Daher wurdenauch die Christen, deren Religion von G. ausgegangen war, von den Juden spottwcise Ga-liläer genannt, und später wollte Kaiser Julian diese Bezeichnung der Christen sogar gesetz-lich einführen. Gegenwärtig gehört G. zum Paschalik von Damask in der türk. Provinz Sy.rien oder Soristan, und nur wenige Christen haben daselbst ihren Aufenthalt.
Galilei (Galileo), ein um die Naturlehre durch seine Entdeckungen unsterblich ver-dienter Mann, wurde am l 8. Febr. 15 6 4 zu Pisa geboren. Sein Vater, VincenzoG.,ein florentin. Edelmann, ließ ihn in den alten Sprachen, im Zeichnen und in der Musik un-terrichten, wobei er schon früh eine lebhafte Neigung zu mechanischen Arbeiten zeigte. Seit1581 besuchte er die Universität zu Pisa, um die Arzneiwissenschaft und die AristotelischePhilosophie zu studiren. Letztere, durch den Wust der Scholastik entstellt, erregte schon da-mals in ihm den Widerwillen, der ihn später zu ihrem erklärtesten Widersacher machte. Frühentwickelte erjenenseltencnBcobachtungsgeist, der ihn auszeichnete; kaum lSJahre alt, leite-ten ihn die Schwingungen einer im Dom zu Pisa vom Gewölbe herabhängendcn Lampe aufdie Gesetze des Pendels (s. d.), die er zuerst bestimmte und zur Abmessung der Zeit benutzte,wiewol die Idee von dieser Anwendung des Pendels von ihm nur unvollkommen gefaßt underst später von seinem Sohne V in een zo G. und besonders von Huyghens (s. d.) vervoll-kommnet wurde. Hierauf studirte er unter Ostilio Ricci die Mathematik, erschöpfte bald denEuklides und Archimedes und wurde durch Letztem l 586 auf die Erfindung der hydrostati-schen Wage oder des Aräometers (s. d.) geführt. Im I. I58S wurde er Professor derMathematik zu Pisa, doch die Verfolgungen der Aristoteliker, deren Haß er durch seine Letz-ren erregt hatte, veranlaßten ihn, nach zwei Jahren sein Lehramt niederzulegen, worauf ihnder Senat von Venedig >592 als Lehrer der Mathematik nach Padua berief. Hier las ermit außerordentlichem Beifall, und aus den entferntesten Gegenden Europas strömten ihmSchüler zu. Er hielt seine Vorträge in ital. Sprache, die er zuerst für die Philosophie bil-dete. Jm J. 1597 erfand er den Proportionalcirkel (s. Cirkel); doch von ungleich größe-rer Wichtigkeit waren die physikalischen Entdeckungen, die er seit >602 machte, z.B. daß dieRäume, durch welche sich ein fallender Körper in gleichen Zeittheilen bewegt, wie die ungera-den Zahlen l, 3, 5, 7.. wachsen, sodaß Verfallende Körper, nachdem er in der erstenSecunde15 Fuß durchlaufen hat, in der zweiten 45, in der dritten 75 u.s. w. zurücklegt. Ob wir ihmdie Erfindung des Thermometers (s. d.) zu verdanken haben, ist schwer zu bestimmen;vielleicht hat er dasselbe nur zweckmäßiger eingerichtet. Das Fernrohr (s. d.), das in Hol-land nicht blos unvollkommen sondern auch unfruchtbar blieb, wendete er gen Himmel undmachte damit in kurzer Zeit eine Reihe der wichtigsten Entdeckungen. Er fand, daß derMond, wie die Erde, eine unebene Oberfläche habe, und lehrte die Höhen seiner Berge ausihren Schatten messen. Den Nebelfleck, welcher die Krippe heißt, löste er in seine einzelnenSterne auf und ahnete, daß sich die ganze Milchstraße mit schärfern Fernröhrcn ebenso werdeauflösen lassen. Am merkwürdigsten aber war seine Entdeckung der Jupiterstrabanten, am7. Jan. 1619. Auch das Dasein des Rings des Saturn bemerkte er, ohne jedoch von dem-selben eine richtige Vorstellung zu fassen. Die Sonnenflecken sah er etwas später und schloßgus ihrem gemeinschaftlichen Fortrücken von Osten gegen Westen aus eine Rotation des