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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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692
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692 Galenus Galeote

stärkte er durch einen Theil seiner Truppen das kaiserliche Heer am Rhein und an der Mosel,einen andern schickte er nach Ostfriesland in die Winterquartiere. Im I. 1677 stellte er zu«folge Vertrags 90«»» M. dem Könige von Spanien gegen Frankreich und 50«»» M. demKönige von Dänemark gegen Schweden. Auch gerieth er mit Ostfriesland in Krieg, das ernur gegen bedeutende Geldzahlungen 1678 wieder räumte. Während der Friedcnsunler-handlungen zu Nimwegen, an denen er durch zwei Gesandte Theil nahm, erkrankte er zuAhaus, wo er, um dem Schauplatz der Verhandlungen näher zu sein, seinen Aufenthalt ge-nommen hatte, und starb daselbst am I9. Sept. 1678. Sein Leichnam wurde zuerst nachKösfeld gebracht und dann im Dom zu Münster beigesetzt, wo ein prächtiges Denkmal seineThaten verkündet. Seinen allzu militairischen und politischen Eifer suchte er dadurch zu ver-decken, daß er jeder Zeit auch den Angelegenheiten der Kirche große Aufmerksamkeit wid-mete, und, wenn er daheim war, seine bischöflichen Functionen sorgfältig verrichtete unddurch kirchliche Stiftungen ebenso sehr wie durch Kriegsthaten für seines Namens Gedächt-niß besorgt war. Obschon er für einen gelehrten Fürsten galt, so fanden doch Wissenschaftenund Künste, wenn man davon absieht, daß er Jesuiten begünstigte, wenig Unterstützung.

Galenus (Claudius), nach Hippokrates der berühmteste Arzt des Alterthums, geb.131 n. CH. zu Pergamus, war der Sohn des Nikon, eines Architekten, welcher auf seine Er-ziehung große Sorgfalt verwendete. Nachdem G. die Philosophie in ihrem ganzen Umfange,besonders aber die Aristotelische, studirt hatte, wendete er sich in seinem 17. Lebensjahre derHeilkunde zu, in der er in seiner Vaterstadt, in Smyrna und Korinth von verschiedenen be-rühmten Ärzten unterrichtet wurde. Hierauf reiste er, um seine Kenntnisse zu erweitern, nachLycien und Palästina und hielt sich dann längere Zeit in Alexandrien auf, um in diesem Cen-tralpunkte der damaligen gelehrten Well sich in der Anatomie zu vervollkommnen. Im 28.Lebensjahre nach PergamuS zurückgekehrt, wurde er als Arzt der Gladiatoren angestellt, inFolge eines Aufruhrs aber wendete er sich 164 nach Rom, wo er durch glückliche Euren undphysiologische Vorlesungen sich bald großen Ruhm erwarb; mit seinen Standesgenossen da-gegen, wie es scheint, nicht ohne eigene Schuld, in keinem guten Vernehmen stand. Als imI. 169 eine Pest in Rom ausbrach, kehrte er eiligst nach Pergamus zurück. Schon im fol-genden Jahre wurde er indeß von den Kaisern Marcus Äurelius und Lucius Verus nachAquileja gerufen und nach dem Tode des letzter» vom erstem ausgefodert, ihn nach Germa-nien zu begleiten, was er jedoch ausschlug, um in Noin als Leibarzt des Commodus zu leben.Hier benutzte er seine Muße zur Ausarbeitung zahlreicher Schriften, von denen viele durchden Brand des Friedenstempels verloren gingen. Noch unter den Kaisern Pertinax undSeptimius Severus lebte er in Rom und starb ums 1.200, ob in Nom oder in Pergamus,ist ungewiß. Nur der kleinere Theil seiner Schriften ist auf die Nachwelt gekommen; vonden bis setzt in Druck erschienenen und ihm zugeschriebenen sind 10» unzweifelhaft echt;gegen 8«> noch ungcdruckt in den Bibliotheken zerstreut. Sein Hauptverdienst besteht in derBearbeitung der Anatomie und Physiologie, wodurch er einen sichern Grund für die Patho-logie gewann und so mächtig auf die nachfolgende Zeit wirkte, daß er bis auf Paracelsusals unantastbare Äutorität für alle medicinische Schulen galt. Die erste Ausgabe seinergesammelten Schriften erschien in Venedig bei Aldus (5 Bde., 1525, Fol.), eine andere zuBasel (5 Bde., 1538, Fol.); mit einer lat. Übersetzung gab seine Werke zuerst heraus Char-tier (zugleich mit dem Hippokrates, 13 Bde., Par. 1679, Fol.) und nachher Kühn (20 Bde-,Lpz. > 82130). Deutscheübersetzungen einzelner Schriften lieferten Sprengel und Nöldecke.

Galenisten, die Anhänger des Galenus (s.d.); auch eine Partei der Taufge-sinnlen (s. d.), so genannt nach Galenus de Haen.

Galeöne oder Gallone hießen sonst bei den Spaniern und Portugiesen großeKriegsschiffe mit drei Masten und drei bis vier Verdecke übereinander. Sie dienten beson-ders zur Überfahrt der Schätze aus Amerika und waren zum Schutze gegen die Seeräuber,mit schwerem Geschütz und Soldaten ausgerüstet. In weiterer Bedeutung verstand man un-ter Galeone jedes Schiff, welches nach Amerika ging, und daher unter Galeonisten dieKaufleute, welche mit Amerika Handel trieben.

Galeote oder G alio te nannte man eigentlich die kleinern Galeeren mit 1620Rudern, deren jedes aber nur von einem Ruderknechle in Bewegung gesetzt wurde. Später