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Mallingkrott und die Stadt Münster Veranlassung gaben, nicht wenig beunruhigt. Al« erindeß sich anschickte, die Stadt förmlich einzuschließen, schickte dieselbe Gesandte ab, mit denenauch G. >655 einen Vergleich abschloß; der Dechant Mallingkrott aber wurde nach einge-holtem auswärtigen Erkenntnisse seiner Würde im Capitel völlig verlustig, und als er späterbei den Streitigkeiten der Stadt mit dem Bischöfe wegen ihrer Reichsfreiheit in das Stiftzurückgekehrt war, gefangen genommen und nach Ottenstein abgeführt, wo er 1664 starbDie Erbitterung der Stadt gegen den Bischof steigerte sich indeß so sehr, daß der Agent derStadt, van Aitzema (s. d.), im Haag in Gegenwart des kaiserlichen Residenten ausrief: „DieStadt wolle lieber den Türken, ja dem Teufel, als dem Bischöfe unterworfen sein, und dieReligion bekümmere sie dabei nicht." Holland unterstützte die Stadt mit einer Anleihe von25006 Fl.; der Kaiser bedrohte sie 1660 mit der Reichsacht und ließ 1200 M. Reiter indas Stift einrücken. Doch erst am 25. März 1661 kam der Vertrag wegen Übergabe derStadt zu Stande, deren Besitz sich nun G. für immer durch kräftige Niederhaltung des un-ruhigen Geistes der Bürger zu sichern suchte, zu welchem Zwecke er namentlich auch eineCitadelle anlegen ließ. Nachdem er 1662 von dem Convente des Stifts Korvci zum Admi-nistrator der Abtei erwählt worden war, wurde er 1664 auf dem Reichstage zu Regensburgnebst dem Markgrafen Friedrich von Baden zum Director des Kriegswesens der rhein. Al-lianz ernannt, stellte nun sofort den größten Theil seiner Truppen mit gegen die Türken undeilte sodann selbst auf den Kriegsschauplatz. Nach seiner baldigen Rückkehr suchte er sich anden Vereinigten Niederlanden, von denen er kurz vorher empfindliche Beleidigungen noth-gezwungen hatte erdulden müssen, zu rächen. Hierzu bot sich ihm die Gelegenheit in demzwischen König Karl II. von England mit der niederländ. Republik ausgebrochenen Kriege.Er schloß mit England 1665 einen Vertrag, in welchem er sich verpflichtete, gegen ansehn-liche Subsidiengelder sein Heer auf 15000 M. zu erhöhen und griff nun die Niederlandezu Lande an, während England dieselben zur See bekriegte. In dem durch Ludwig XIV.am 18. Apr. 1666 vermittelten Frieden versprachen zwar die Generalstaaten alle im Gebietedes Bischofs noch besetzte Orte zu räumen; allein in der Herrschaft Borkelo mußte der Bi-schof dem Hoheitsrechte entsagen, und so hatte er doch seine Absicht nicht völlig erreicht.Nachdem er einen Streit mit dem Hause Braunschweig in Betreff der Abtei Korvei im Z.1671 glücklich beendet, trat er 1672 dem stanz. Bündnisse gegen die ihm verhaßten Nie-derlande bei. Er hatte bereits in denselben mit bedeutendem Erfolge gekämpft, als erdurch die Überrumpelung in Coevorden am 20. Dec. 1672, wo er großen Verlust er-litt, und durch das Bündniß zwischen dem Kaiser und Kurbrandenburg, das sein eigenesLand bedrohte, sich zur Rückkehr nach Westfalen genöthigt sah, wo er sogleich die Offensiveergriff und in die Mark Brandenburg eindrang und mehre Orte besetzte. Der Kaiser hatteinzwischen, ihn als einen Feind des Reichs betrachtend, eine Auffoderung an dessen Heererlassen, sich zur kaiserlichen Armee zu begeben, die zwar im Ganzen erfolglos blieb, aber eineVerschwörung in Münster hervorrief, welche den Zweck hatte, das Stift in die Hände derKaiserlichen zu spielen, von dem Bischof jedoch, zeitig genug entdeckt, mit großer Strenge be-straft wurde. Vereint mitdcm stanz. Feldherrn Turenne gelang es nun G., einen großen Theilder westfälischen Besitzungen des Kurfürsten von Brandenburg in seine Gewalt zu bringen,als er aber die Belagerung von Coevorden in Folge eines gewaltigen Sturms, der sein Lagerunter Wasser setzte, mit bedeutendem Verluste hatte aufgeben müssen, war er um so mehr ge-neigt, 1674 mit den Verbündeten einen Friedensvertrag abzuschließen, in welchem er alle inden Niederlanden eroberte Orte, mit Einschluß von Borkelo und Lingen, herauszugeben ver-sprach. Hierauf trat er 1675 dem Bunde des Kaisers gegen Frankreich bei und war nunebenso eiftig auf Seiten des Reichs wie vorher auf Seiten Frankreichs. Im Aug. 1675schloß er mit dem Könige von Dänemark und dem Kurfürsten von Brandenburg ein Bünd-niß gegen Schweden, wobei ihm vorzüglich der Angriff auf die damals Schweden gehörigenHerzogthümer Bremen und Verden zu Theil wurde. Nachdem im Aug. >676 auch Stade,die Hauptstadt des Herzogthums Bremen, gefallen, schlossen nun der Bischof und dieHerzogevon Braunschweig einen förmlichen Theilungsvertrag über die eroberten Herzogthümer, zu-folge dessen ersterer das ganze Herzogthum Bremen nebst andern Orten erhielt. Hierauf ver-