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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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686
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686 Gährung Gail

licht Körperanstrengungen, durch längeres Ansehen oder Anhörcn einer wenig anziehendenSache, ja auch durch längere angestrengte Aufmerksamkeit auf einen interessanten Gegen-stand ruft die Neigung zum Gähnen hervor. Ebenso entsteht es durch eine gewisse Jdeen-associakion beim Anblicke eines Gähnenden, oder wenn vom Gähnen gesprochen wird. DieWirkung des Gähnens scheint eine Anregung zu erneuerter Thätigkeit der Lungen und so-mit des Blutkreislaufs zu sein, denn man fühlt sich unmittelbar nach dem Gähnen muntererund gestärkter als zuvor, und cs kommt hierin das Gähnen mit dem Necken und Dehnen derGlieder (psuckiculatin) überein, wie auch das Herabziehen des Unterkiefers beim Gähnenin der That eine Art jenes Gliederreckens, eine Ausdehnung der Muskeln ist. In manchenKrankheitszuständen, z.B. im Wcchselsieber während des Frostes, ist die Neigung zum Gäh-nen bedeutend verstärkt.

Gährung ist der ganz allgemeine Name für die mit Gasentwickelung, also Blasen-bildung und Bewegung in den Flüssigkeiten oder Verbreitung eines besonder» Geruchs, ver-bundene freiwillige Zersetzung von Körpern organischen Ursprungs, wenn sie, dem Kreise desLebens entrissen, den Einwirkungen der chemischen Verwandtschaft ihrer Bcstandtheile untersich und besonders auch der atmosphärischen Einflüsse ausgesetzt sind. Günstige Bedingungenfür jede Gährung sind Zutritt von Luft und ein gewisser, nicht zu hoher und zu niedererWärmegrad sowie Gegenwart von Wasser. Auch wird manche Gährung nur dann eingc-leitct, jede aber befördert, wenn man in die in Gährung zu versetzende Flüssigkeit eine in Zer-setzung begriffene oder sich leicht zersetzende Substanz hincinbringt, z. B. alle stickstoffhaltigeKörper, wie Käsestoff, Kleber u. s. w., ferner Sauerteig, die durch Gährung anderer Flüssig-keiten entstandene Hefe u. s.w. Diese blos durch ihre Gegenwart (durch Contact) wirkendenund auf die Natur der Producte keinen Einfluß äußernden Körper nennt man Fermente.Die Gährung ist sehr oft von der Bildung niederer Pflanzenformen, wie Schimmel u. s. w.,oder auch niederer Thiere, wie Infusorien, begleitet; man ist aber noch nicht einig darüber,ob man diese Bildung als Ursache und wesentlich bedingendes oder nur als begleitendesPhänomen der Gährung ansehen soll. Die Gährung wird verhindert durch große Kälte,durch Hitze und Entfernung der Luft (Abkochen), durch Entfernung des Wassers (Austrock-nen), endlich noch auf unerklärte Art durch die Gegenwart mancher Substanzen, wie Kreo-sot, Senföl u. s. w. Der Gährungsarten, die sich durch die Natur der Producte unterschei-den, kann es sehr viele geben. (S. Fäulniß.) Am meisten ist die Gährung des Zuckersuntersucht, welche mehre Stadien durchläuft; in der Regel geht der Zucker zuerst unter Koh-lensäureentwickelung inAlkohol (s. d.) über; diese sogenannte weinige Gährung liegt dentechnischen Processen der Branntweinbrennerei (s. d.), des Braucns (s. d.) undBrotbackcns (s. Bro t) zu Grunde. Unter Zutritt der Luft geht dann weiter der Alkohol insaure Gährung über und verwandelt sich in Essig (s.d.). Unter gewissen Bedingungen sinddie Zuckerarten auch einer andern Gährung fähig, welche darin besteht, daß die Flüssigkeitim ersten Stadium schleimig wird, daß im zweiten der Schleim in Milchsäure und im drittendie Milchsäure in Buttersäure sich verwandelt. Zum Zustandekommen oder wenigstens zurVollendung der beiden letzten Stadien ist die Gegenwart von Alkalien nöthig.

Gaibach, ein Dorf im bair. Untcrfranken mit 6V0 E. und einem Schloß, ist wegender daselbst auf dem Kapellcnberge errichteten Constitutionssäule merkwürdig, sowie wegendes daselbst am 27. Mai 1832 gefeierten Constitutionsfestes, das, obschon es nicht die Aus-schweifungen, wie das zu Hambach (s. d.) in seinem Gefolge hatte, doch zur Verhaftungdes Bürgermeisters Behr (s. d.) die Veranlassung gab.

Gail (Jean Bapt.), einer der gelehrtesten franz. Hellenisten neuerer Zeit, geb. am4. Juli 1755 zu Paris, machte sich seit 1791 als Professor der griech. Literatur am Collegero^al <1e Francs in kurzer Zeit sowol durch seine Vorlesungen wie durch literarische Arbeitenbekannt, die ihn jedoch wegen mehrer ihm eigenthümlicher Ansichten über Gegenstände deralten Geographie und Geschichte in viele Streitigkeiten verwickelten. Später wurde er Mit-glied des Instituts, dann auch Conservateur der königlichen Bibliothek und starb am 5. Febr.1829. Seine zahlreichen Werke bestehen theils in Übersetzungen und Ausgaben griech. Klas-siker, wie des Homer (7 Bde-, Par. 1891), Herodot (2 Bde., Par. 1823, nebst Atlas),Thucydides, «kenophvn, Lucian u. A., theils in philologischen Commentaren, wohin wir na>