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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Gagen» (Hcinr. Wilh. A»»g., von) Gähnen 685

sranz. Reiche gehörenden Staate Dienste leisten dürfe, ihn nöthigte, seine Entlassung zu neh-men. Hierauf wendete er sich nach Wien, wo er mit Hormayr und dem Erzherzoge Johannin genauer Verbindung stand und I8l2 einen vorzüglichen Antheil an dem Entwürfe zueinem neuen Aufstande in Tirol nahm. Als jedoch dieser letztere an der Aufhebung einesengl. Couricrs in Brünn scheiterte, wurde er 1813 aus Ostreich entfernt, worauf er in dasruff.-preuß. Hauptquartier und dann nach England ging. Im I. >814 wurde ihm als diri-gircndem Staatsminister dir Verwaltung der manischen Fürstenthümer übertrage», und > 8 > 5nahm er als Gesandter des Königs der Niederlande Theil an den Geschäften des Congrcsseszu Wien. In Paris bewirkte er sodann die Erweiterung des neuen Königreichs der Nieder-lande; doch vergebens waren seine Bemühungen um dieZurückgabe des Elsasses an Deutsch-land. Vom Könige der Niederlande zum Minister ernannt, bekleidete er bis l 8 l 8 die Stelleals Gesandter beim deutschen Bundestage. In seinem Briefwechsel mit dem Fürsten vonMetternich, noch vor Eröffnung des Bundestags, drang er auf Ausführung solcher Maß-regeln, welche die politische Einheit der deutschen Nation feststellen könnten. Auf dem Bun-destage selbst, wo seine Vota durchgehend von Freimuth und Patriotismus zeigten, ver-wendete er sich namentlich nachdrücklich für Einführung landständischer Verfassungen inden deutschen Bundesstaaten; auch trug er darauf an, daß der Bundestag dem Troßherzogevon Sachsen-Weimar seinen Dank bezeige für das 1816 zur Gewährleistung vorgelegteVerfassungsgesetz. Nachdem er 1820 vom niederländ. Hofe pensionirt worden war, priva-lisirte er auf seinem Gute Hornau bei Höchst im Hessen-Darmstädtischen. Als Mitgliedder ersten Kammer des Großherzogthums Hessen seit 1820 hat er zwar niemals zu irgendeiner systematischen Opposition gehört, wol aber oft mit hohem Eifer die Aufmerksamkeit derRegierung und der Stände auf-patriotische und philanthropische Fragen zu lenken und weitüber die Grenzen des Landes zu führen gesucht. Unter seinen Schriften erwähnen wir:DieResultate der Sittengeschichte" (6 Bde., Franks., dann Stuttg. 180822; 2. Aust., Bd.14, Stuttg. 183537);Die Nationalgeschichte der Deutschen" (2. Ausl., 2 Bde.,Franks. 182526), die bis zum Frankenreiche geht;Mein Antheil an der Politik" (Bd. 14, Stuttg. 182333, Bd. 5 und 6, Lpz. 1844), eine Art politischer Memoiren, undKritik des Völkerrechts" (Lpz. 1840).

Gastern (Heinr. Wilh. Aug., Freiherr von), früher Abgeordneter zur zweiten Kam-mer des Eroßherzogthums Hessen, der Sohn des Vorigen, geb. 1799, studirte die Rechte inGöttingcn, Jena und Heidelberg. Er war Mitkämpfer in der Schlacht von Waterloo, be-theiligte sich dann den burschenschaftlichen Bestrebungen und wurde unter Denen genannt,die sich in der Stourdza'schen Sache bereit erklärt hatten, die freie vaterländische Entwicke-lung des akademischen Lebens gegen die Verdächtigungen jenes Ausländers im Zweikampfezu vertreten. Nach Beendigung seiner Studien trat er in den großherzoglich Hess. Staats-dienst, wurde 1829 Negierungsrath und 1832 controlirender Beamter des Ministeriumsdes Innern und der Justiz. In einer 1827 erschienenen Schrift bekämpfte er mit Erfolg ei-ne» Antrag auf Verwandlung der dreijährigen in sechsjährige Finanzperioden und wurde>832 Mitglied der zweiten Kammer, in der er an den meisten wichtiger» Discussionen, zu-mal bei Principienfragen, im liberal konstitutionellen Sinn Theil nahm. Da er nach Auf-lösung des Landtags mit mehren andern im Staatsdienste befindlichen Abgeordneten pen-sionirt wurde, nahm er seinen Abschied und verzichtete damit zugleich auf die ihm gebührendePension; auch gab er einen neuen Beweis seiner Uneigennützigkeit, indem er die Absicht sei-ner Mitbürger, ihm durch Subscription diese Pension zu ersetzen, durch die Erklärung zu-rückwies, daß er sie nicht annehmen werde. Als Grundbesitzer zu den Landtagen von 1834und >835 wieder in die Kammer gewählt, gehörte er zu den Führern der Opposition, er-schien aber, als deren Wirksamkeit immer geringer wurde, nicht mehr auf dem Landtage undentsagte zuletzt freiwillig durch Veräußerung eines Theils seines Grundbesitzes der Wieder-erwählung. Als einsichtiger und thätiger Landwirkh von seinen Mitbürgern hochgeachtet, lebter gegenwärtig auf einem Gute unweit Worms.

Gähnen (oscetio oder oseitatio) heißt die krampfhafte Bewegung der Gesichtsmus-keln, bei welchen der Unterkiefer tief herabgezogen wird und ein langes, tiefes Einathmenund darauf ein Ausathmcn stattstndet. Jede Ermüdmig des Nervensystems, durch gewöhn-