684 Gaeta (Gaudin, Herzog v.) Gagern (Hans Christ. Ernst, von)
orte. Antoninus Pius legte den Hafen an. Nach dem Untergange des röm. Reichs hatte cseine Zeit lang republikanische Verfassung und wurde darauf von Herzogen regiert, die denPapst als Lehnsherrn anerkannten, bis es >435 König Alfons V. von Aragonien eroberte,worauf es mit Aragonien vereinigt wurde und später an Neapel kam. Wie schon in frühererZeit, so hat eS auch in der neuern mehre denkwürdige Belagerungen erfahren. Von denÖstrei-chern unter dem General Daun wurde es >702 drei Monate belagert und hierauf mit Sturmgenommen. Durch ein vereinigtes sranz.-span. und sardin. Armeecorps >734 belagert, ergabsich die Besatzung, nachdem sie sich vom Anfänge Apr. bis zum 6. Aug. vertheidigt hatte,auf ehrenvolle Bedingungen. Seitdem noch mehr befestigt, wurde es >806 von den Fran-zosen unter Massen» belagert. Der Commandant der Festung, der heldenmüthige PrinzLudwig von Hessen-Philippsthal, verweigerte nämlich, als die neapolit. Regierung demfranz. Heere im Febr. >806 den Besitz von G. zugesichert hatte, die Übergabe und nöthigteden Feind zu einer förmlichen Belagerung. Der Prinz hielt sich bis zum Juli, als eine fasttüdtliche Verwundung durch eine Bombe ihn nöthigte, sich nach Sicilien überschiffen zu las-sen, worauf die Festung am >8. Juli capitulirte. Auch in den I. >8 >5 und >82l wider-stand G. längere Zeit den Östrcichern.
Gaeta (Mart. Michel Charl. Gau bin, Herzog von), ein ausgezeichneter franz.Staatsmann, der um das Finanzwesen sich große Verdienste erwarb, geb. am 10. Jan. >758zu St.-Denis, der Sohn eines Advocaten, widmete sich ebenfalls dem Studium der Rechteund wurde schon in seinem 22. Jahre Bureauchcf einer Abtheilung des Steuerdepartements.Als man die Finanzverwaltung >780 einer Nationalschatzkammer übertrug, wurde er zumMitgliede der mit ihrer Leitung beauftragten Commission ernannt. Als man ihm >702 und>703 die gebetene Entlassung nicht gab, zog er sich >794 in die Gegend von Soissvns zu-rück. Hier erfuhr er, daß ihn das Direktorium zum Finanzminister ernannt habe; er schlugindessen diese Stelle aus sowie auch die eines Cvmmissairs bei dem Nationalschahe, die ihmvom Rathe der Fünfhundert angetragen wurde. In der Schreckcnszeit gelang es ihm, durchCambon's Vermittelung die 48 alten Finanzeinnehmer zu retten, welche der Convent ausUnwissenheit in das Decret mit inbegriffen hatte, demzufolge die 60 Generalpächter alsOpfer des Revolutionsgerichts fielen. Nach dem >8. Brumaire ernannte ihn Bonapartezum Finanzminister, und ihm gebührte als solchem der Ruhm, zuerst Ordnung und Festig-keit in die franz. Finanzen gebracht zu haben. Er wurde >808 zum Grasen, >800 zumHerzog von Gaeta ernannt und leitete das Finanzministerium bis zur Restauration. Wäh-rend der Hundert Tage wurde er von Napoleon zum Pair erhoben. Von >815—18 war erMitglied der Deputirtenkammer, >820 Gouverneur der franz. Bank, in welcher Stelle er>834 durch den Grafen d'Argout ersetzt wurde. Seitdem lebte er in der Zurückgezogenheitauf seinen Gütern zu Jennevillers in der Nähe von Paris, wo er am 5. Nov. 1841 starb.Seine ,Memoirss, Souvenirs, opinions et ecrits <>e I». 6., liuc ,1s 6." (2 Bde., Par.>826, nebst einem Supplementbande 1834) sind für die Geschichte des franz. Finanzwesensvon >800—20 von ungemeiner Wichtigkeit. Nächstdem sind noch zu erwähnen sein,,^per;u sur les ewprunts" (Par. >817) und die „Notice iiistnrchue »ur les Knunces itela krsnce «lepuis >800)u«^u'au > uvril 1814" (Par. 1818).
Gagaritt, eine strstliche Familie in Rußland, die ihren Ursprung von Rurik, demBeherrscher von Starodub ableitct. Der merkwürdigste derselben ist Mathias G., Gc-neralgouverneur von Sibirien unter Peter I. Als der Krieg mit Karl Xl>. für Peter eineüble Wendung nahm, faßte G. den Entschluß, Sibirien von Rußland loszureißen und sichdaselbst zum selbständigen Beherrscher zu erheben. Aber ehe er noch sein Vorhaben ausführenkonnte, wurde er zu Petersburg festgenommen und vor den Fenstern des Senats erhängt,nachdem ihm Peter vergeblich Verzeihung verheißen hatte, wenn er sich selbst schuldig bekannte.Gagat, s- Braunkohle.
Gagern (Hans Christoph Ernst, Freiherr von), bekannt als politischer Schriftsteller,Redner und Staatsmann, geb. zu Kleinniederheim bei Worms am 25. Jan. >766, kamfrühzeitig in nassau-usingische Dienste und war seit >791 Gesandter beim Reichstage, dannnassau-weilburgischer Gesandter in Paris und hierauf Geh. Rath und Regierungspräsident,bis Napoleon'S Decret, daß kein auf dem linken Rheinufer Geborener in einem nicht zum