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die gesammte röm.-katholische Christenheit zu erweisen habe, gefedert. Nach demCeremonirl- !gebrauche tragt der Papst zu diesem Behufc Pantoffeln, auf welchen sich ein Kreuz befindet, !und dieses Kreuz wird geküßt. Auch die Pantoffeln der Leiche des Papstes auf dem Parade-bette empfangen den Fußkuß. Protestanten, die beim Papst Audienz erhalten, und fürst.lichen Personen wird gegenwärtig der Fußkuß erlassen; alle andere Katholiken aberhabenihn zu leisten.
Füßli (Joh. Kasp.), Portraitmaler, geb. zu Zürich 1706, gest. I78l, lernte die Ma-lerei bei stimm Vater, der ein mittelmäßiger Künstler war, und bildete sich nachher auf Rei-sen, besonders in Wien weiter aus. Seine Portraits fanden vielen Beifall und wurden vonWalch, Haid, Preißler, Seuter u. A. radirt. Er stand mit den vorzüglichsten deutschenKünstlern und Kunstkennern in Verbindung und war auch Schriftsteller im Fache der Kunst.Außer der „Geschichte der besten Künstler in der Schweiz" (-1 Bde., Zür. 1769—79) unddem „Verzeichniß der vornehmsten Kupferstecher und ihrer Werke" (Zür. 1771) gab cremeSammlung von Winckelmann's „Briefen an dessen Freunde in der Schweiz" (Zür. 1778)und Mengs' „Gedanken über die Schönheit und den Geschmack in der Malerei" (Zür. 1762)heraus. — Sein Sohn, Ioh. Heinr. F., Historienmaler, zuletzt Director der königlichenMalerakademie zu London, wo man ihn Fuseli schrieb, geb. zu Zürich 1742, studirte inBerlin unter Sulzer, machte dann mit Lavater >761 eine Reise und ging hierauf nach Eng-land, wo Reynolds seinen Kunstsinn vorzugsweise auf die Malerei richtete. Nachdem er inNom 1772—78 vorzüglich Michel Angelo's Werke studirt hatte, ging er wieder nach Eng-land, wo er neben West für den vorzüglichsten Maler galt. Er starb zu Puttney-Hill beiLondon am 16.Apr. 1825 und wurde in der Paulskirche an der Seite seines Freundes Rey-nolds begraben. Unter seinen Gemälden werden geschätzt das Gespenst des Dion nach Plu- ^tarch, Lady Macbeth, der Kampf des Hercules mit den Pferden des Diomedes, und seine ^Miltcns-Galerie, 60 Gemälde zu Milton's Gedicht. Seine 1801 erschienenen „Vorlesun- ^gen über die Malerei" (deutsch von Eschenburg, Braunschw. 1803) wurden in Hinsicht desStils und wegen der absprechenden Urtheile, die er sich über anerkannte Kunstwerke erlaubthatte, sehr getadelt. Seine Einbildungskraft schweifte oft über die Grenze des Kunstschönenhinaus und gefiel sich in abenteuerlichen Gestaltungen; seine Ausführung war selten correctund gründlich. Seine sämmtlichen Werke nebst Lebensbeschreibung wurden von Knowles(3 Bde., Lond. 1831) herausgegeben. — Joh. Rud. F. der Jüngere, geb. zu Zürich >769,gest. 1793, bildete sich unter Loutherbourg dem Altern in Paris zum geschickten Miniatur-maler; auch lieferteer gute Zeichnungen in schwarzer Kreide nach Rafael und andern gro-ßen Meistern. In der Folge beschäftigte er sich mehr mit der Literatur der Kunst und gabdas „Allgemeine Künstlerlexikon" (Zür. 1763, 4.) heraus, wozu er 30 Jahre hindurch ge-sammelt hatte. — Sein Sohn, Hans Heinr. F., geb. am 8. Dec. 1744, ein Jugend-freund Joh. von Müller's und Vict. von Bonstetten's, war gegen Ende des vorigen Jahrh.öffentlicher Lehrer der vaterländischen Geschichte und unter der helvetischen Einheitsverfas-sung Mitglied der obersten Vollziehungsbehörde. Seit der Einführung der Mediationsactelebte er zurückgezogen und bekleidete blos noch die Stelle eines Mitglieds des Großen RathS.Seine Muße war, nächst dec Leitung der Buchhandlung Orell, Füßli und Comp., vornehm-lich literarischen Beschäftigungen im Fache der vaterländischen und der Kunstgeschichte ge- lwidmet. An seinem 85. Geburtstage nahm er auch die Entlassung als Mitglied des GroßenRaths und starb zu Zürich am 26. Dec. 1832. Er setzte das „Künstlerlexikon" seines Va-ters in zwölf Abschnitten fort (1806—21) und lieferte dann „Neue Zusätze zu dem allge-meinen Künstlerlexikon und den Supplementen desselben", wovon das l. Heft (Zür. 1824,Fol.) den Buchstaben A enthält. Auch schrieb er „Über das Leben und die Werke RafaelSanzio's" (Zür. 1815). DaS „Künstlerlexikon" in seinen verschiedenen Auflagen und Fort-setzungen war bis zum Erscheinen des Nagler'schen „Neuen Künstlerlexikon" das allgemeineNoch- und Hülfsbuch für die Kunstgeschichte, vbschon alles Ästhetische darin längst ver-schwundenen Principien angehört.
Fußton dient bei der Orgel zur Bezeichnung der Tonhöhe. Ein Register, dessen tiefstePfeife 8 F. lang ist, gibt die Töne, wie sie die Noten besagen, und stimmt mit der menschlichenStimme überein (8 Fußton). Bei doppelter Länge der Pfeifen klingt das Register eine j