676 Furunkel Fuß
jährigen Kriege wurde cs 163-t von den Kroaten niedergebrannt. Auch >680 wurde es >astganz durch eine Feuersbrunst in Asche gelegt. Erst in der letzten Hälfte des 18. Jahrh. ge-langte cs durch die Gründung mehrer Fabriken und Manufakturen schnell zur Bedeutendheit,und namentlich wurde unter der vormaligen preuß. Regierung durch thätige Unterstützungder Industrie und durch Entfernung hemmender Fesseln ein kräftiges Aufblühen gefördert.Bis >818 ein Marktflecken, wurde es in diesem Jahre zu einer Stadt erster Elaste erhoben.Einen noch höhcrn Aufschwung nahm die Stadt durch die >835 nach Nürnberg angelegteEisenbahn, die erste mit Dampfwagen befahrene in Deutschland und eine der einträglichsten.Furunkel, s. Blut schwär.
Fusel heißt der allen rohen Branntweinen eigene unangenehme Beigeruch und Beige-schmack, welcher sich nur schwer durch Behandlung mit Kohle völlig beseitigen läßt und denman am besten wahrnimmt, wenn man einen Tropfen in der flachen Hand reibt. Die Ur-sache desselben ist ein bei jeder geistigen Gährung sich als Nebenprodukt entwickelndes ätheri-sches Ol, das Fusel öl, welches aber nach den verschiedenen Stoffen verschieden ist; so sindWeinfuselöl, Kartoffelsuselöl und Getreidefuselöl völlig voneinander verschiedene Körper.Das unangenehmste ist das Kartoffelfuselöl.
Füsiliere kommen zuerst in der franz. Armee vor, inwelcher man diejenigen Fußtrup-pen so benannte, welche im >7. Jahrh. mit den neuen Feuergewehren (lnsils) bewaffnet wur-den. (S. Fl i n te n.) Später verlor sich bei den Franzosen dieser specielle Name, indem alleInfanteristen, welche weder Grenadiere noch Voltigeurs waren, Füsiliere genannt wur-den. In Preußen gab es Füsiliere in besondern Bataillonen, welche in eigene Brigaden (Fü-silierbrigaden) formipt, bis nach dem Kriege von >806 bestanden. Von da ab erhielt das dritteBataillon eines Infanterieregiments den Namen Fü silierbataillon. Der Grundideenach, sollten diese Bataillone aus besonders geeigneten, gewandten Leuten zusammengesetztwerden, was man später weniger beachtet hat; doch ist ihnen noch gegenwärtig eine gewisseSelbständigkeit zugebilligt.
Füssliren heißt einen zum Tode durch die Kugel verurtheilten Soldaten erschießen,wozu in der Regel neun Mann commandirt werden. Ehemals nannte man es Arkebusiren.
Fuß im engsten Sinne heißt der unterste Theil der untern Extremität. Die obere ge-wölbte Fläche nennt man den Fußrücken (ckorsiim peckis), die untere ausgehöhlte die Fuß-sohle (pisntu peckis). Sein hintererTheil heißt die Ferse (calx). Der Fuß enthält 26 Kno-chen, von denen sstbe» der Fußwurzel (tarsus), fünf dem Mittelfuße (metatsrLus) und Uden Zehen (ckigiti ;>e«lis) angehören. Die Fußwurzelknochcn, an Größe und Gestalt sehrvoneinander verschieden, sind in zwei Reihen so zusammengefügt, daß sie theils ein Gewölbebilden, aus welchem der ganze Körper sicher ruht, theilö durch ihre wenn auch geringe Be-wegbarkeit die Bewegungen des Fußes unterstützen. An die vordere Reihe derselben sinddie Mittelfußknochen angefügt, welche untereinander ziemlich gleich aus Röhren bestehen,denen sich die Zehenknochen anschließen, deren jede Zehe drei, die große allein nur zwei besitzt.Sämmtliche Knochen sind an den Stellen, wo sie aneinanderstoßen, durch Kapselbänder(s. Bänder) untereinander verbunden, zu denen sich noch einige Seitenbänder gesellen.Eine große Menge Muskeln, von denen einige die Verbindung des Fußes mit dem Ober-schenkel, andere die mit dem Unterschenkel und noch andere die der Fußknochen untereinanderHerstellen, vermittelt die ziemlich complicirten Bewegungen desselben. Im weitern Sinnenennt man Fuß die ganze untere Extremität, dann Alles, was einem Gegenstände als Stütz-oder Ruhcpunkt dient, und endlich überhaupt den untersten Theil einer Sache, z. B. den Fußeines Bergs. — Fuß oder Schuh, beim Schreiben häufig durch ^ bezeichnet, ist in denmeisten Ländern das Hauptlängenmaß, das seinen Namen ohne Zweifel von dem Fuße eineserwachsenen Menschen erhalten hat, dessen Länge es ungefähr ausmachk. Da aber die Men-schen von sehr verschiedener Größe sind, so kann es nicht befremden, daß auch der Fuß alsLängenmaß in den einzelnen Ländern eine verschiedene Größe hat. Die drei am häufigstenvorkommenden Fußmaße sind der franz., der engl, und der rheinländ. Fuß. Der alte franz.oder par. Fuß, sonst auch pieck ck» rni genannt, wird in > 2 Zoll ü 12 Linien, also in >^Linien, getheilt, eine Einthcilung, die überhaupt bei den meisten Fußmaßen üblich ist, wenig-stens im gemeinen Leben, während die Geometer den Fuß gewöhnlich in in Zoll ü in Linien